Beitrag Nr. 100154 vom 15.08.2006
Versicherer meistern IFRS-Umstieg gut
Die International Financial Reporting Standards (IFRS) machen die Geschäftsberichte der Versicherungsunternehmen dicker, bieten der Öffentlichkeit aber auch wesentlich mehr Informationen, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) herausgefunden.
Die Versicherungsbranche habe die Herausforderungen, die mit der Umstellung auf die Rechnungslegung nach den IFRS einhergehen, gut gemeistert. Zu diesem Schluss kommt PwC in der Studie "IFRS - Global Reporting Revolution". Die meisten Unternehmen würden mehr offen legen, als rechtlich von ihnen gefordert sei - damit würden die Berichte zwar länger, die Leser erhielten jedoch "wertvolle neue Informationen", schreiben die Wirtschaftsprüfer.
Auf Versicherer kommt noch mehr Arbeit zu
Durch "die weitläufige Darstellungsfreiheit in bestimmten Bereichen" würden die IFRS-Bilanzen jedoch eine Vergleichbarkeit erschweren. Bei den Segmentberichten oder der Dokumentation über die "Konsolidierung weiterer Geschäftseinheiten" habe sich wenig geändert. Am Umfang der Berichte sei ersichtlich, wie viel Aufwand die Unternehmen in die Bilanzen gesteckt hätten. Ray Kunz, Partner bei PwC Schweiz, ist sich sicher, dass auf die Unternehmen noch mehr Arbeit zukommt, da die "Versicherer hinsichtlich IFRS erst in einer Zwischenphase" stecken würden. Sie müssten "die Klarheit, Konsistenz und Zweckmäßigkeit ihrer Geschäftsberichte in gemeinsamer Arbeit" verbessern", so der Wirtschaftsprüfer. Das gelte besonders für die Bereiche, in denen die IFRS den Firmen Wahlmöglichkeiten zugestehen.
Die Versicherer hätten, so die Studie volatilere Vermögenswerte vorausgesehen und deshalb den Embedded Value als Alternative präsentiert. Viele Lebensversicherungsgesellschaften hätten als Basis für ihre Gewinnmessung den European Embedded Value (EVV) gewählt. Die PwC-Experten monieren allerdings, dass die EVV-Berichterstattung "nicht absolut konsistent" sei. Trotzdem: "Durch die gemeinsame Entwicklung eines Standards für EEV haben die Versicherungsgesellschaften bewiesen, dass die Branche fähig ist, überzeugende alternative Rechnungslegungsmethodiken zu entwickeln", lobt PwC-Partner Peter Luessi die Unternehmen. Die Bilanzen würden noch vergleichbarer, wenn die Versicherer weiterhin eng zusammenarbeiten. (kib)
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