Beitrag Nr. 113004 vom 07.03.2007
IFRS fordern von Leassinggebern mehr Risikobereitschaft
Seitdem börsennotierte Firmen nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzieren müssen, stellen sie ihre Leasingverträge auf den Prüfstand und fordern IFRS-konforme Kontrakte. Die wiederum verlangen von den Leasinggebern mehr Risiko.
Dass ihre Finanzierungsangebote für Firmenkunden auch nach den IFRS attraktiv bleiben, dafür müssen Leasinggeber sorgen. Keine einfache Aufgabe: Denn Unternehmen wollen die Waren oder Dienstleistungen, die sie leasen, "außerhalb der eigenen Bilanz finanzieren", berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Denn nur so können sie ihr Eigenkapital schonen - das funktionierte bislang nach Handelsgesetzbuch und diversen Erlassen des Finanzministeriums ganz gut.
Die internationalen Bilanzregeln wirbeln das Geschäft jedoch kräftig durcheinander: Nun gilt nur noch als bilanzneutrales Leasing, wenn der Leasinggeber "einen Teil des Investitionsrisikos mitträgt", so die Zeitung. "Aufgrund der Anforderungen ist es bei der Bilanzierung nach IFRS für Leasinggeber nicht mehr möglich, während der Laufzeit die Investitionskosten vollständig zu amortisieren", zitiert die FTD Ulrich Koch, Steuerexperte der VR Leasing.
Operate-Leasing auf dem Vormarsch
Die Anbieter müssen demnach wenigstens "zehn Prozent des Anschaffungspreises durch den Verkauf des Leasingobjekts im Anschluss an die Vertragslaufzeit erwirtschaften", berichtet die Zeitung. So können sie beispielsweise nicht mehr einen etwaigen Werteverfall des Leasingguts auf ihre Kunden abschieben. Die "Finanzierungsanteile bei den Leasingraten sinken und Nachschusspflichten am Vertragsende entfallen" bei dieser Leasingform, so die FTD. Attraktiv für die Kunden, aber die Leasingunternehmen müssen ihr höheres Risiko finanziell absichern.
Operate-Leasing-Verträge erfüllen die IFRS-Vorgaben - dementsprechend stark werden sie von den Unternehmen seit zwei Jahren auch nachgefragt. Um 17 Prozent nahmen die Verträge, bei denen der Leasinggeber das Risiko mitträgt, allein im Jahr 2005 zu, hat die FTD beim Bundesverband der Deutschland Leasing-Unternehmen recherchiert. Bei Verträgen ohne Restwertrisiko konnten die Statistiker dagegen keinerlei Zunahmen verzeichnen, allerdings verfügt diese Leasingform immer noch über 65 Prozent Marktanteile. (kib)
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