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ZAP und LEXsoft sind Markenzeichen von LexisNexis Deutschland

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Beitrag Nr. 114494 vom 02.04.2007

Standards für die Bewertung von Patenten

Der Marktwert von Patenten lässt sich meist nur sehr schwer feststellen. Das HGB erlaubt es nicht, Patente als Vermögen zu bilanzieren, ähnlich sehen das auch die IFRS. Mit PAS 1070 könnte sich das ändern.

Als der US-Pharmahersteller Eli Lilly sein Prozac-Patent verlor, rutschte der Kurs an einem Tag um 31 Prozent ab - und zeigte damit deutlich, wie viel das Patent wert war, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD). Im Allgemeinen ist jedoch eine Bewertung von Patenten schwer. Ihre Bilanzierung ist laut Handelsgesetzbuch (HGB) besipielsweise nur dann erlaubt, wenn ein Unternehmen die Patente im Zuge einer Firmenübernahme erworben hat. Ähnliches gilt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Dabei machen Patente oft einen großen Teil des Firmenwerts aus: "Der Marktwert der im S&P 500 erfassten US-Unternehmen besteht inzwischen zu drei Vierteln aus immateriellem Vermögen", weiß die Zeitung. In Deutschland sind 467.000 Patente vergeben. Es sind stille Werte, die Probleme machen: "Durch zu wenig Kommunikation über ihr immaterielles Kapital wird die Leistungsfähigkeit vieler Unternehmen zwangsläufig unter- oder überschätzt", zitiert die Zeitung Jan Hofmann von DB Research. "Das führt zu Fehlallokationen, also letztlich zu verschenktem Wachstum."

Drei Methoden haben das Zeug zur Norm

Verhindern könnte das bald PAS 1070, die "Grundsätze ordnungsgemäßer Patentbewertung". PAS steht für Publicly Available Specification, eine öffentlich verfügbare Spezifikation, die irgendwann Norm werden könnte. Unternehmensvertreter, Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Wissenschaftler haben an PAS 1070 mitgearbeitet und sie Ende 2006 fertiggestellt. "Die PAS 1070 regelt die Grundsätze für ein ordnungsgemäßes Vorgehen", zitiert die FTD Alexander Wurzer, Leiter des Steinbeis-Transfer-Instituts für Intellectual Property Management und Co-Autor der Spezifikation.

"Maßgeblich ist dafür der zukünftige Ertragswert. Man fragt dabei, wie hoch der künftige wirtschaftliche Nutzen ist, der aus einem Patent gezogen werden kann." Dabei werden verschiedene Szenarien, wie Märkte und Technologien sich entwickeln könnten, durchgespielt. Außerdem gibt es noch eine konservative Alternative zur Bewertung von Patenten, bei der lediglich die Entstehungskosten eine Rolle spielen, sowie die Marktwertmethode, bei der verglichen wird, "welchen Preis andere Patente bei einem Verkauf erzielt haben", schreibt die FTD. Noch ist offen, welche Methode wirklich das Zeug hat, eine Norm zu werden. Dann könnten Patente auch direkt in Bilanzen berücksichtigt werden. (kib)

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