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Beitrag Nr. 116626 vom 16.05.2007

CFA bezweifelt Fortschritte bei Rechnungslegungskonvergenz in USA

Die US-Börsenaufsicht SEC überlegt, ob sie Unternehmen die Bilanzierung wahlweise auch nur nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erlauben soll. Ein Schritt in Richtung eines global gültigen Bilanzstandards? Jeffrey Diermeier, CEO des internationalen Analystenverbands CFA Institute, bezweifelt das im Interview mit der Börsen-Zeitung.

Diermeier hält den Anspruch der SEC, dass ausländische Firmen nach den US-Standards bilanzieren müssen, für ambitioniert. Dass die IFRS weltweit an Boden gewinnen, habe in den US-Konzernen die Frage laut werden lassen, "ob der auf einzelnen Regeln basierende US-amerikanische Standard wirklich so wertvoll ist, dass daran festgehalten werden muss, oder ob nicht ein mehr an Prinzipien angelehnter Ansatz wie IFRS nicht auch interessant ist". Seinem Institut und den Analysten sowie Investoren gehe es um einen global einheitlichen Standard. Das CFA diskutiere deshalb mit den Standardsettern IASB und dessen US-Pendant FASB darüber, wie dieses Ziel zu erreichen sei, sagte Diermeier der Börsen-Zeitung. Seine Wunschlösung seien IFRS, in die einige Teile der US-GAAP integriert seien. "Langfristig wäre es am schlimmsten, wenn einige US-Unternehmen IFRS wählen und andere unverändert nach US-GAAP bilanzieren könnten - dann hätten Sie wirklich mit Äpfeln und Birnen zu tun." Allerdings bezweifelt Diermeier, dass es zu dieser Situation kommt, "eben weil es ein einziges Durcheinander wäre".

Schadensersatzklagen schaden US-Börsen

Der Sarbanes-Oxley-Act und andere Verschärfungen hätten der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Börsen nicht geschadet, stellt der CFA-Chef im Gespräch mit der Börsen-Zeitung klar. Sein Institut wolle den Wettbewerb unter den Handelsplätzen, nur so seien niedrige Tradingkosten für die Investoren möglich.

Allerdings beurteilt Diermeier die Rechtsrisiken für Firmen in Amerika kritisch: "Die USA brauchen dringend eine Reform des Schadenersatzrechts." Sein Institut habe den Standardsettern IASB und FASB vor einem Jahr mit dem "Comprehensive Business Reporting Model" einen Entwurf vorgelegt, indem "die Zu- und Abflüsse einzeln ausgewiesen werden", schreibt die Zeitung. "Insgesamt muss die Rechnungslegung so angelegt sein, dass ein erfahrener Anleger, ein ernsthafter Amateur oder ein Profi die Generierung von Gewinn aus dem Betrieb, Änderungen in der Finanzierung sowie im Wert von Aktiva oder Passiva durchschauen kann." (kib)

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