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Beitrag Nr. 60390 vom 18.01.2005

IFRS beeinflussen Zusammenarbeit mit Prüfern

Die neuen internationalen Bilanzstandards bleiben nicht ohne Folgen für die Kooperation zwischen dem Unternehmen und seinen Abschlussprüfern. So müssen beispielsweise Entscheidungsprozesse und Arbeitsabläufe geändert werden. Darüber hinaus ist eine einheitliche Interpretation der IFRS entscheidend.

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) nehmen Einfluss auf die Zusammenarbeit von Prüfern und Firmen, berichtet der Wirtschaftsprüfer und ehemalige KPMG-Vorstand Axel Berger in der Börsen-Zeitung. Das betreffe vor allem die Klärung komplizierter Bilanzierungsfragen. Abläufe, die im Zusammenhang mit einer IFRS-Bilanz stehen, weisen seiner Ansicht nach Parallelen zu dem Vorgehen bei Unternehmen auf, die an US-Börsen gelistet sind. So wird aufgrund des Bilanzkontrollgesetzes eine unabhängige Kontrolle der Jahresabschlüsse eingeführt, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bzw. die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) vornehmen wird.

Kulturelle und nationale Unterschiede erschweren einheitliche Interpretation

Darüber hinaus passt sich der deutsche Kapitalmarkt immer stärker internationalen Gepflogenheiten an, meint Berger: "Er reagiert heute schneller und sensibler." Das IFRS-Rechnungslegungssystem könne sich langfristig und vor allem im Vergleich zum US-Bilanzsystem nur dann behaupten, wenn die Regeln einheitlich interpretiert würden. Das sei jedoch, so Berger, aufgrund der nationalen und kulturellen Unterschiede in den 25 EU-Staaten sehr schwierig.

Seinen Kollegen rät er, sich auf eine einheitliche Interpretation der neuen Bilanzstandards zu einigen, um Kritik wegen unterschiedlicher Maßstäbe vorzubeugen. Die großen international arbeitenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen hätten schon eigene Stabsabteilungen geschaffen, die unterschiedliche Auslegungen der Regeln vermeiden sollen. Auch innerhalb des Berufsstandes würden Abstimmungen stattfinden. Eine einheitliche Interpretation sei auch wegen des "Standard No 2 on Financial Information - Coordination of Enforcement Activities" des "Committee of European Securities Regulators" (CESR), dem Zusammenschluss der europäischen Börsenaufsichtsbehörden, unumgänglich. Diese Regel sieht unter anderem eine Datenbank vor, die Entscheidungen zu Bilanzierungsfragen enthalten und nationale Behörden bei einer einheitlichen Auslegung der Standards unterstützen soll.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unseren Internetseiten zum Thema IFRS.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Kirsten Broecheler.

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