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Beitrag Nr. 66342 vom 06.05.2005

IFRS ab 2009 auch in den USA?

Europa und die USA haben sich darauf geeinigt, dass ausländische Unternehmen an US-Börsen spätestens ab 2009 keine US-GAAP-Bilanzen mehr vorlegen müssen.

Bei einem Besuch in den USA konnte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy einen großen Erfolg verbuchen: Er einigte sich mit den Amerikanern darauf, dass europäische Unternehmen nur noch einen IFRS-Abschluss vorlegen müssen; eine Bilanz nach US-GAAP entfällt, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Das wird frühestens 2007, spätestens 2009 möglich sein. Allerdings stellte SEC-Chef William Donaldson, der FTD zufolge, Bedingungen für die Anerkennung. Sie könnten diese Angleichung dann doch noch verhindern. Die Wirtschaftsprüfer reagierten deshalb auf die Einigung zurückhaltend.

Obwohl sich das International Accounting Standards Board (IASB) und sein US-Pendant eine Angleichung der Standards erarbeitet hatten, mussten europäische Firmen in den USA weiterhin einen GAAP-Abschluss vorlegen. US-Unternehmen reichte in Europa hingegen die US-Bilanz. McCreevy hatte den Amerikanern deshalb damit gedroht, Abschlüsse nach ihren Bilanzregeln nicht mehr anzuerkennen, falls die USA die IFRS nicht akzeptieren. Dem EU-Kommissar zufolge, sollen auch die Delisting-Regeln der SEC für europäische Firmen einfacher werden, meldet die FTD.

SEC-Bedingungen könnten Einigung im Wege stehen

William Donaldson macht die IFRS-Anerkennung von der Anpassung europäischer und amerikanischer Standards abhängig. Zudem will die SEC prüfen, Firmen und Länder, so die Zeitung, die IFRS konsistent anwenden. Deshalb will die Organisation die Abschlüsse für 2005 kontrollieren. Wirtschaftsprüfer befürchten nach Angaben der FTD, dass die Amerikaner ihre eigenen Standards als Maß anlegen.

"Donaldson spricht allerdings von einer Anerkennung der IFRS bis spätestens 2009", sagte Guido Fladt, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers der Zeitung. "Dies dürfte bei vielen der an US-Börsen notierten, ausländischen Unternehmen zu enttäuschten Reaktionen führen." Er hofft auf eine frühere Anerkennung seitens der Amerikaner. "Es kommt jetzt darauf an, die SEC von der Qualität der IFRS-Abschlüsse zu überzeugen", meint hingegen dem FTD-Bericht zufolge die Prüfergesellschaft KPMG. "Die Europäer sind aufgefordert, sich aktiv in den Konvergenzprozess zwischen IASB und FASB einzubringen."

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