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Beitrag Nr. 66781 vom 10.05.2005

Mittelständler profitieren von IFRS

Unternehmen, die Patente ins Unternehmensvermögen überführen wollen oder eine Internationalisierung anstreben, verschaffen sich mit Bilanzen nach International Reporting Standards (IFRS) viele Vorteile.

So mancher Mittelständler entscheidet sich für eine freiwillige Bilanzierung nach den IFRS, etwa um sich wie die Eduard Küsters Maschinenfabrik weiterhin als Innovationsführer zu positionieren, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Denn die internationalen Bilanzregeln erlauben es Unternehmen, Patente ins Bilanzvermögen zu übernehmen. Ein Abschluss nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) lässt dagegen nur materielle Werte wie Maschinen und Immobilien zu, so die Zeitung. Die IFRS hingegen sehen auch Patente als - immaterielle - Vermögenswerte an.

IFRS positiv für Kreditverhandlungen

Doch nicht nur dieser Aspekt treibt Mittelständler dazu, eine Bilanz zusätzlich zum Abschluss nach dem HGB anzufertigen. Auch Firmen, die sich international positionieren wollen, interessieren sich verstärkt für die IFRS. "Gerade für international verbundene Unternehmen kann die Umstellung sich auszahlen", begründet Thomas Rohler, Wirtschaftsprüfer und Gesellschafter von DHPG Dr. Harzem & Partner, der Zeitung zufolge den Trend zur international vergleichbaren Bilanz. "Viele größere Mittelständler stehen bei der Kreditvergabe in Konkurrenz zu börsennotierten Unternehmen." Beim Gespräch mit der Bank, so Rohler, stehen Firmenchefs, die nur eine Bilanz nach dem HGB vorlegen können mangels Risikobewertung schlechter dar als Unternehmen, die einen IFRS-Abschluss nachweisen. Der Grund: Die HGB-Bilanz ist steuerlich optimiert, die IFRS-Bilanz hingegen schafft Klarheit über die tatsächlichen Vermögensverhältnisse, schreibt die FTD.

Allerdings sollten Mittelständler die Kosten für eine weitere Bilanz abwägen - auch im Hinblick auf ihre Finanzierungs- und Gesellschafterstruktur. Die Umstellung kostet Geld, ein HGB-Abschluss ist weiterhin Pflicht. So kalkuliert die Unternehmensberatung Tammena & Partner dem FTD-Bericht zufolge mit einmalig 120.000 bis 240.000 Euro. Weitere Kosten kommen jährlich mit der Erstellung der IFRS-Bilanz und dem Testat hinzu.

Weitere Informationen zum Thema IFRS finden Sie auf unseren IFRS-Themenseiten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Kirsten Broecheler.

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