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Beitrag Nr. 67240 vom 17.05.2005

Bundestag will auf IFRS Einfluss nehmen

Der Rechtsausschuss des Bundestags prüft, ob das Parlament die Entwicklung der International Financial Reporting Standards (IFRS) stärker beeinflussen kann.

Nationale und internationale Standardsetter, Verbände und andere Experten diskutierten bei einer öffentlichen Anhörung das Thema "Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in Deutschland sachgerecht und transparent fortentwickeln", berichtet die Börsen-Zeitung. "In der deutschen Wirtschaft besteht der Wunsch nach einheitlichen Standards, die kostenträchtige Doppelbilanzierungen überflüssig machen", sagte Olaf Scholz (SPD) der Zeitung zufolge. Der Prozess laufe aber nicht rund, zitiert die Börsen-Zeitung den Experten. Deshalb stehe das Thema nun auf der Tagesordnung der Politiker.

Politiker sollen sich für IFRS-Akzeptanz in USA einsetzen

Wirtschaft und Verbände monierten ihre mangelnden Einflussmöglichkeiten auf die Arbeit des Standardsetters, dem International Accounting Standards Board (IASB). Als Grund machten sie aus, dass zu wenige Europäer im Board sitzen würden und die Prozesse nicht transparent seien, meldet die Zeitung. Weiterhin beklagten die Wirtschaftsleute, dass die Standards zu schnell wieder geändert würden und zu komplex seien. Tom Jones, Vize-Vorsitzender des IASB, und Max Dietrich Kley, Trustee der International Accounting Standards Committee Foundation, wehrten sich gegen diese Vorwürfe. Das IASB bemühe sich um eine Vereinfachung der Standards, ohne dass deren Qualität darunter leidet. Klaus Pohle, Präsident de Standardisierungsrats des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) monierte der Börsen-Zeitung zufolge das geringe Engagement auf deutscher und europäischer Ebene im frühen Entwicklungsstadium der Standards.

Die Wirtschaft ist vor allem in Sorge, dass die Akzeptanz der IFRS in den USA, die spätestens 2009 vollzogen sein soll, an der Forderung der Amerikaner nach einer "gleichwertigen Börsenaufsicht" in Europa scheitern könnte. "Wie das gehen soll, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen", zitiert die Börsen-Zeitung Jürgen Tiedje, Leiter der Abteilung Accounting und Auditing der EU-Kommission. Er forderte die Politiker auf, dieses Thema mit ihren amerikanischen Kollegen zu diskutieren. Außerdem müssten die USA überzeugt werden, dass die IFRS funktionieren.

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