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Beitrag Nr. 72445 vom 26.07.2005

Missverständliche IFRS-Bilanzen wegen Fair Value

Der Fair-Value-Ansatz der IFRS ist schuld daran, dass Investoren, Analysten und Kreditreferenten Bilanzen nur schwer nachvollziehen können, meint die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Dem Fair-Value-Ansatz zufolge müssen Unternehmen Positionen in ihren Abschlüssen mit dem Verkehrswert angeben, berichtet das Wirtschaftsblatt. Allerdings ist dieser Wert für viele Bilanzposten, etwa Mitarbeiterbeteiligungen oder Pensionsrückstellungen schwer zu erreichen, da "die meisten Verbindlichkeiten keinen dauernden Markt haben", zitiert die Zeitung den Ernst & Young-Wirtschaftsprüfer Helmut Maukner. Zur Berechnung verwenden die Firmen mathematische Modelle und Annahmen für den Fair Value. Die IFRS schreiben, so das Wirtschaftsblatt, allerdings nicht vor, welche Modelle erlaubt sind.

Vermutungen als Rechengrundlage

In einer Studie zeigt Ernst & Young (EY), zu welchen Unterschieden die jeweiligen Ansätze führen. Je nach Annahme schwanke beispielsweise das Unternehmensergebnis zwischen großen Verlust oder Gewinn. "Da fehlt es in den Bestimmungen an strengeren Vorgaben", so Maukner weiter. So wäre es sinnvoll, wenn die Firmen im Anhang erklären würden, warum sie welches Modell zur Berechnung gewählt hätten. "Der Leser muss wissen, wie groß der Einfluss der getroffenen Annahmen ist", so Maukner. Das führt allerdings zu einer Informationsflut: "Es stellt sich die Frage, ob der Adressat mit diesen Informationen noch eine verlässliche Entscheidung treffen kann. Ich bezweifle das in der jetzigen Situation", so EY-Experte Roman Rohatschek gegenüber dem WIrtschaftsblatt.

Skeptisch betrachtet EY das Vorhaben, die IFRS für kleine und mittelständische Unternehmen einzuführen, selbst wenn es sich dabei um eine "Light"-Version handle. "Das kommt hoffentlich nicht. Für KMU wäre das wahnsinnig schwierig, auch wenn sie bestimmte Zusatzberichte nicht machen müssten", sagte Rohatschek der Zeitung.

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