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Beitrag Nr. 75736 vom 10.09.2005

Firmen sollen mehr als nur die Berichtspflicht erfüllen

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) verlangen den Unternehmen mehr Berichte ab, Analysten haben mit der Informationsflut zu kämpfen. Deshalb sollte das wirklich Wichtige bei der Berichterstattung im Vordergrund stehen.

"Es reicht nicht, sich nur die Zahlen anzusehen", zitiert die Financial Times Deutschland (FTD) Ingbert Faust, Leiter der Analyse bei Equinet. Die Analysten müssten sehr viel stärker erläutern, was diese Daten bedeuten, da es im Zuge der IFRS-Umstellung "zu Strukturveränderungen und starken Verzerrungen", so die Zeitung, gekommen sei. "Fakt ist, dass IFRS im Vergleich zur Bilanzierung nach HGB eine komplett neue Bilanzierungsphilosophie sind. Damit müssen alle Beteiligten erst einmal Erfahrungen sammeln", sagte Stefan Steib, Leiter der Aktienanalyse bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, der FTD.

Der Lagebericht sollte mehr sein als Marketing

Den IFRS zufolge können Firmen nicht nur ihre Zahlen, sondern auch einen Lagebericht veröffentlichen. Der verkomme aber immer mehr zum Marketinginstrument, hat die Zeitung von Sebastian Heintges, Experte für internationale Rechnungslegung bei PricewaterhouseCoopers in Düsseldorf, erfahren. "Viele Unternehmen stellen die positiven Entwicklungen in aller Breite dar. Die negativen Entwicklungen kommen hingegen nur am Rande oder gar nicht vor", so Heintges.

Firmen könnten sich von ihren Wettbewerbern abheben, indem sie freiwillig mehr Informationen preisgeben. Eine "wertorientierte Berichterstattung", so die Zeitung, könnte zu qualitativ besseren Informationen führen. So könnte beispielsweise eine Fluggesellschaft freiwillig publizieren, wie stark ihre Maschinen ausgelastet sind - eine Angabe, die mittlerweile zum Standard geworden sei, wie die FTD herausgefunden hat. Die Öffentlichkeit könne so besser einschätzen, wie wirtschaftlich eine Firma agiere. Problematisch ist nach Ansicht der Zeitung allerdings, "dass in der IFRS-Bilanz echte Beträge und errechnete Beträge aufgeführt werden". "Um Missverständnissen mit den Zahlen vorzubeugen, sollten Unternehmen im Anhang erläutern, welche Daten errechnet sind und welche Bewertungstechnik der Berechnung zu Grunde liegt", sagte Sven Hayn, Rechnungslegungsexperte bei Ernst & Young, der FTD.

Weitere Informationen zu den Internationalen Rechnungslegungsstandards finden Sie auf unseren IFRS-Seiten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Kirsten Broecheler.

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