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Beitrag Nr. 77892 vom 17.10.2005

Europäische Unternehmen fordern IFRS-Anerkennung von USA

Finanzchefs verlangen von der SEC die Anerkennung der International Financial Reporting Standards (IFRS) und damit eine Gleichbehandlung mit ihren US-Wettbewerbern; sonst sei ein Listing in den USA nicht mehr machbar. Sollten die Amerikaner dem nicht nachgeben, müsse die EU den US-Firmen Auflagen machen.

Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger fordert von der US-Wertpapieraufsicht SEC "auf eine Überleitung nach US-GAAP im Zusammenhang mit einem Listing in New York zu verzichten", berichtet die Börsen-Zeitung vom 59. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag in Frankfurt. Es sei nicht akzeptabel, dass deutsche und europäische Firmen sowohl nach IFRS und US-GAAP bilanzieren müssten, während US-Firmen "ohne eine entsprechende Überleitung von US-GAAP auf IFRS den europäischen Kapitalmarkt völlig frei nutzen" könnten. Der Siemens-Finanzchef dehnte seine Forderungen auch auf die Anleihemärkte aus und verlangte eine Klärung dieser Frage innerhalb der nächsten Monate, sonst müsse die EU die US-Firmen mit Auflagen belegen.

Siemens droht mit Rückzug von US-Börsen

Könnten sich Amerikaner und Europäer bei der Bilanzierung nicht einigen, "seien Zweitnotierungen außerhalb des Heimatlandes aufgrund der hohen Komplexität des regulatorischen Umfelds und der damit verbundenen Kosten und Risiken nicht mehr vertretbar", zitiert die Börsen-Zeitung Neubürger. Fraglich sei auch, warum europäische Firmen, die nach US-GAAP bilanzieren, "eigentlich nicht dabei bleiben könnten", so der Siemens-Finanzvorstand.

"Sie konvergieren, aber sie werden nicht identisch sein", sagte Neubürger der Börsen-Zeitung zufolge zu den Angleichungsbemühungen zwischen den beiden Bilanzierungssystemen. Für das Geschäftsjahr 2006 erstellt Siemens erstmals eine IFRS-Bilanz. Zwar seien die Unterschiede nicht "so dramatisch", jedoch gravierend bei Pensionsverpflichtungen und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Das Ergebnis vor Steuern schwanke bei Siemens je nach angewendetem Bilanzstandard um 450 Millionen Euro, was die Kommunikation mit Investoren erschwere. Der Konzern fordert deshalb, "das Deutschland mit dem DRSC mit einer Stimme spreche", schreibt die Börsen-Zeitung.

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