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Beitrag Nr. 78590 vom 20.10.2005

IFRS-Anerkennung durch USA lässt auf sich warten

Drittstaaten wie die USA oder Japan werden wohl noch einige Zeit brauchen, bis sie die International Financial Reporting Standards (IFRS) anerkennen. Ein Grund ist, dass es noch keinerlei Erfahrungen mit der IFRS-Umsetzung gibt. Solange können die Europäer selbst nicht entscheiden, ob Bilanzregeln aus Drittstaaten gleichwertig mit den neuen Standards sind.

Eigentlich wollte die EU-Kommission bis zum Jahresende festlegen, ob Bilanzen aus Drittstaaten den IFRS gleichwertig sind, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Das wäre auch der Grundstein für eine "einheitliche Umsetzung der Prospektregeln und Transparenzrichtlinien", so die Zeitung. Diesen Gesetzen zufolge dürfen Firmen aus Drittstaaten ab 2007 nur dann an EU-Börsen notiert sein, wenn die Bilanzstandards ihrer Länder den IFRS gleichwertig sind. Die USA zögern ihrerseits mit einer Anerkennung dieser internationalen Regeln, weil es bislang keine Erfahrungen mit deren Umsetzung gibt. Die EU will jedoch Firmen aus Drittländern möglichst eine Zweitbilanzierung in IFRS ersparen und damit weitere Konflikte mit den USA verhindern.

Kein einheitliches Vorgehen innerhalb der EU

Ein Problem ist, dass einige EU-Länder wie Deutschland die amerikanischen Bilanzregeln US-GAAP anerkennen, was eine einheitliche Umsetzung der Prospekt- und Transparenzrichtlinie verhindert, schreibt die FTD. Andere Staaten wie Frankreich erkennen die US-Standards hingegen nicht an. Von deutschen Firmen bekam die EU-Kommission Lob: Sie begrüßen, dass die Europäer die Amerikaner unter Druck setzen, weil sie schon seit langem "auf eine Gleichbehandlung in den USA", so die Zeitung, setzen. "Die Kommission muss darauf achten, dass IFRS und US-GAAP auf beiden Kontinenten gleichberechtigt gelten", zitiert die FTD Alexander Radwan, Koordinator der konservativen EVP-Fraktion, im Wirtschafts- und Währungsausschuss.

Die SEC hatte zunächst signalisiert, die IFRS so schnell wie möglich anzuerkennen. Als spätesten Termin nannte sie 2009, frühestens 2007. Das stößt bei den Unternehmen auf Unwillen - sie fordern eine sofortige Akzeptanz in den USA: "Wenn es bis 2009 dauert, brauchen wir keine Anpassung der gegenseitigen Standards mehr", ließ Siemens-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger der FTD zufolge verlauten. SEC-Kommissar Roel Campos warb um Verständnis für die Verzögerung: Die Behörde brauche mehr Zeit, um die Umsetzung der IFRS zu analysieren.

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