Beitrag Nr. 79125 vom 25.10.2005
Deutsch-amerikanische Zusammenarbeit bei Bilanzprüfungen
Die US-Bilanzaufsicht Public Companies Accounting Oversight Board (PCAOB) will sich bei möglichen Abschlussprüfungen von ausländischen Unternehmen auf die Arbeit von nationalen Behörden verlassen - in Deutschland wäre das die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR).
Die Amerikaner streben nach den Worten des scheidenden PCAOB-Chefs William McDonough Kooperationen und Vereinbarungen über Bilanzinspektionen mit den jeweiligen ausländischen Behörden an, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Erfolgreich waren sie schon mit Kanada - hier ist das erste Abkommen unter Dach und Fach, entsprechende Vereinbarungen mit Frankreich und Großbritannien stünden kurz vor dem Abschluss.
Gegenseitige Unterstützung bei Bilanzprüfungen
Viele Unternehmen und auch Wirtschaftsprüfer befürchteten, dass die US-Behörde "zu stark in die Bilanzkontrolle und die Prüferaufsicht von Drittstaaten" eingreifen könnte, berichtet die Zeitung. PCAOB-Prüfungen seien sehr gründlich und könnten mehrere Monate dauern, verweist die FTD auf Erfahrungen deutscher Wirtschaftsprüfer. "Mit der DPR haben die Gespräche gerade begonnen, und ich erwarte eine baldige Vereinbarung", zitiert die Zeitung McDonough. Er versichert, dass auch die US-Behörde ausländischen Prüfungsgesellschaften "bei der Überwachung amerikanischer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" so weit wie möglich helfen werde.
Internationale Aufseher wollen künftig erreichen, dass Unternehmen, die in mehreren Ländern börsennotiert sind, von ihrer Heimatbehörde geprüft werden sollen - damit könnten Mehrfachprüfungen vermieden werden, wie Hannelore Lausch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der FTD sagte. Hierzu will zunächst die EU mit der SEC verhandeln - Termine oder Zeitpläne gibt es bislang allerdings nicht.
Wirtschaftsprüfer und deren Testate überwachen - das soll die Aufgabe des PCAOB sein. Die Abschlussprüfer von Unternehmen, die an US-Börsen gelistet sind, müssen sich deshalb bei dieser Behörde registrieren lassen; bislang haben das nach FTD-Informationen 1565 Gesellschaften getan, davon 625 ausländische und 24 deutsche. Die Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) ist hierzulande für diese Aufgabe zuständig. Die DPR hingegen überprüft Jahresabschlüsse und Berichte von börsennotierten Firmen.
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