Beitrag Nr. 83159 vom 22.12.2005
EU erkennt US-GAAP vorerst nicht an
Die Europäische Union will die US-Bilanzierungsstandards nicht akzeptieren, da noch unklar ist, ob die Vereinigten Staaten die in Europa geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) anerkennen.
EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy setzt mit diesem Vorgehen auf Parallelität zu den USA: Solange die Amerikaner nicht die IFRS anerkennen, solange werden in der EU nicht die amerikanischen Bilanzregeln US-GAAP akzeptiert. Die Securities and Exchange Commission (SEC) will frühestens ab 2007, spätestens ab 2009 auch IFRS-Abschlüsse zulassen. McCreevy kündigte nun einen ähnlichen Fahrplan für Europa an, berichten die VWD Wirtschaftsnachrichten. Im Sommer hatten die EU-Wertpapierregulierer (CESR) unter dem Vorbehalt einiger Änderungen die Gleichwertigkeit der beiden Bilanzstandards festgestellt.
Laut VWD schätzt die EU-Kommission, dass die rund 250 europäischen Unternehmen, die an den US-Börsen gelistet sind, zwischen fünf Millionen und zehn Millionen US-Dollar pro Jahr aufwenden, um ihre Bilanzen den US-Anforderungen anzupassen. Die europäische Wirtschaft hatte wiederholt gefordert, dass US-Unternehmen im Gegenzug ihre Bilanzen an die IFRS anpassen müssten. Nur so würde Waffengleichheit herrschen. (kib)
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