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Beitrag Nr. 87265 vom 22.02.2006

USA und EU können sich nicht auf Bilanzstandards einigen

Erst einmal bleibt alles beim Alten: US-Firmen können weiterhin in Europa ihre Bilanzen nach US-GAAP einreichen. EU-Unternehmen, die an amerikanischen Börsen notiert sind, müssen demgegenüber außer einem IFRS-Abschluss auch künftig eine GAAP-Bilanz vorlegen.

Europäer und Amerikaner konnten sich wieder nicht einigen und so blieb die erneute Debatte über die gegenseitige Anerkennung der Bilanzstandards ohne Ergebnis, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). EU-Binnenkommissar Charles McCreevy verschiebt aus diesem Grund auch die Gleichstellung von US-GAAP und IFRS in der EU um zwei Jahre. Die Folge ist, dass die europäischen Börsen den US-Standard erst Anfang 2008 anerkennen werden.

In der Praxis akzeptieren jedoch die EU-Finanzplätze US-GAAP schon jetzt. Anders ist die Lage hingegen für europäische Unternehmen in den USA: Sie müssen ihre Bilanzen nicht nur nach IFRS erstellen, sondern auch nach dem amerikanischen Standards, was für sie einen wesentlich höheren Zeit- und Kostenaufwand bedeutet. Die EU-Firmen hatten deshalb gefordert, dass ihre amerikanischen Konkurrenten, wenn sie an Europas Börsen gehandelt werden, auch nach IFRS bilanzieren müssen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Forderungen dringen die Amerikaner, so die FAZ, auf eine offizielle Gleichstellung, um Rechtssicherheit zu erhalten

SEC fordert Einheits-IFRS

Die US-Börsenaufsicht Security and Exchange Commission (SEC) lehnt jedoch weiterhin die IFRS ab und akzeptiert sie nicht als gleichwertig zu US-GAAP. Ihre Begründung: Die EU könne nicht garantieren, dass die internationalen Bilanzstandards in allen Mitgliedsländern einheitlich angewendet werden.

Um die EU-Unternehmen nicht weiter zu benachteiligen, hatten die EU und die SEC auch über einen früheren Zeitpunkt für die gegenseitige Anerkennung der Rechnungslegungsstandards verhandelt. Bei einem positiven Ausgang der Gespräche hätten die EU-Unternehmen sich schon 2007 die US-GAAP-Bilanz sparen können. Spätester Zeitpunkt, an dem die doppelte Berichtspflicht für europäische Firmen an US-Börsen endet, ist 2009. Nach derzeitigem Stand wollen Europäer und Amerikaner 2008 über den genauen Zeitpunkt der gegenseitigen Anerkennung verhandeln. (kib)

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