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Beitrag Nr. 112115 vom 19.02.2007

Grundlegende Veränderungen in den Kfz-Tarifen wahrscheinlich

Die Kraftfahrzeug-Versicherungen werden auch in Zukunft einem harten Wettbewerb ausgesetzt bleiben. Dazu kommt eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung, zunehmend ältere Versicherte und Stagnation bei den Zulassungszahlen der Fahrzeuge. Dem wollen die Versicherer mit neuen Tarifgestaltungen begegnen.

Im Zusammenhang mit den Recherchen für die aktuelle Studie "Insurance Trend" hat die Steria Mummert Consulting bei der Kraftfahrzeug-Versicherung einige deutlich erkennbare Trends in dieser Versicherungssparte herausgefunden. So wird wohl bis zum Ende des Jahrzehnts der Wettbewerbs um die Kunden hart bleiben, da 80 % der Versicherten grundsätzlich dazu bereit sind, den Versicherer zu wechseln, wenn sie ein günstigeres Angebot finden. Mithilfe des Internets lassen sich dabei Leistungsmerkmale relativ leicht vergleichen. Gleichzeitig müssen die Versicherungsunternehmen mit einem stagnierenden oder sogar schrumpfenden Markt leben. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge wird nur noch geringfügig steigen. Steria Mummert geht dabei von einer jährlichen Wachstumsrate von unter 1 % aus. Gleichzeitig geht die Bevölkerungszahl in Deutschland langfristig tendenziell zurück und der Anteil älterer Kunden wächst. Ein weiterer Trend ist, dass zunehmend branchenfremde Unternehmen - vor allem die Autohersteller - Kfz-Versicherungen anbieten. Dies wird den Wettbewerb zusätzlich anheizen. Eine Alternative ist es, dass Versicherungs- und Automobilunternehmen enger zusammenarbeiten. Allerdings erwartet der Studie zufolge der Vertrieb der Versicherer nicht, dass dadurch wirklich mehr Verträge abgeschlossen werden.

Diesen zu erwartenden Entwicklungen will mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen damit begegnen, dass sie sich verstärkt um die Kundengruppe Senioren bemühen. Wie bei anderen Versicherungsangeboten, die sich an diese Zielgruppe richten, werden dafür Tarife mit speziellen Serviceleistungen geschaffen, da diese Altersgruppen darauf mehr Wert legen als auf niedrige Prämien.

Gleichzeitig planen viele Versicherer, ihre Tarifgestaltung grundlegend zu überarbeiten. Ausgangspunkt dabei ist die Erkenntnis, dass ältere Autofahrer weniger fahren. Deshalb werden mittelfristig wohl verstärkt Angebote auf den Markt kommen, bei denen die Prämie nach der Fahrleistung berechnet wird ("Pay as you drive" oder PAYD). Dieses System könnte sich sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden eignen. Vor- und Nachteil dieses Systems ist es, dass die dabei benötigten Fahrzeugdaten per GPS übermittelt werden; aus Sicht der Kunden könnte dies als ständige Überwachung gewertet werden, aus Sicht der Versicherungsunternehmen werden so zusätzliche Informationen übermittelt, mit deren Hilfe Tarife noch verursachungsgerechter kalkuliert werden können.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Susanne Görsdorf-Kegel.