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Beitrag Nr. 175978 vom 25.02.2010

Stadtumbau in Gefahr?

Um ein erfolgreiches Fortschreiten des Stadtumbaus im Osten der Republik zu sichern, fordert der "GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen" (GdW) eine Lösung der Altschuldenfrage.

Nach Angaben des "GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen" (GdW) haben die kommunalen Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften bis Ende 2009 circa 250.000 Wohnungen vom Markt genommen - 90 Prozent dieser Wohnungen wurden abgerissen. Neben dieser Marktbereinigung leiteten die Wohnungsunternehmen zwischen den Jahren 2000 und 2009 Modernisierungs- und Wohnumfeldmaßnahmen in einer Höhe von über 10 Milliarden Euro ein. Damit erwiesen sich nach Aussage des Verbandes die kommunalen Wohnungsunternehmen nicht nur als ein stabilisierender Faktor für Bauwirtschaft und Handwerk. Vielmehr trugen sie entscheidend zur Stabilisierung und Steigerung der Attraktivität ostdeutscher Städte als Wohn- und Wirtschaftsstandorte bei.

Anlässlich des Stadtumbaukongresses des GdW in Leipzig zeigte sich nun der Verband in Sorge über die Zukunft des Stadtumbaus in Ostdeutschland und warnte vor den Folgen einer zweiten drohenden Leerstandswelle. Aufgrund der in diesem Jahr stark sinkenden Haushaltszahlen in den ostdeutschen Kommunen und angesichts über eine Million immer noch leerstehender Wohnungen sieht der GdW den Stadtumbau in Gefahr. Zusammen mit seinen acht ostdeutschen Regionalverbänden veröffentlichte er anlässlich des Kongresses die sogenannte Leipziger Erklärung mit einem Forderungskatalog, um die Zukunftsfähigkeit ostdeutscher Städte nicht zu gefährden.

Der Bund und die neuen Länder sollen nach GdW-Angaben in den nächsten sechs Jahren mindestens 260 Millionen Euro für die Stadtumbauförderung bereit stellen. Eine rasche Inkraftsetzung der Verwaltungsvereinbarung zum Stadtumbau Ost sei nötig, um lokale Probleme effektiv zu lösen. Nach den Vorstellungen des Verbandes sollen zusätzlich über die Städtebauförderung weitere öffentliche Mittel für die Stadtentwicklung bereitgestellt werden. Dabei betont der GdW die Wichtigkeit einer umfassenden Förderung sowohl der innerstädtischen Bereiche als auch der für die Wohnraumversorgung wichtigen Großsiedlungen. Zudem fordert der GdW eine leerstandsquoten-unabhängige Regelung der Altschuldenproblematik. Für die Entlastung der zwischen 2010 und 2016 abzureißenden Wohnungen fordert der Verband eine Altschuldenentlastung von 800 Millionen Euro.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Peter Siemionek.