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Beitrag Nr. 176485 vom 04.03.2010

ZDB äußert Kritik an öffentlicher Vergabepraxis

Auf seiner Frühjahrs-Pressekonferenz übte der "Zentralverband Deutsches Baugewerbe" (ZDB) Kritik an der öffentlichen Vergabepraxis für Bauaufträge und dem Anstieg des Subunternehmerwesens.

Auf der Frühjahrspressekonferenz des "Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe" (ZDB) mischte sich der Verband in die andauernde Debatte zum sogenannten Pfusch am Bau und übte starke Kritik am Anstieg der Beteiligung von Subunternehmen und der öffentlichen Vergabepraxis von Bauaufträgen. Bei Preisdruck und unzureichend qualifizierten Mitarbeitern könne man keine Qualität erwarten, so der Verband. Angaben des ZDB zufolge ist die Zahl der Fachwerker und Facharbeiter in den letzten zehn Jahren um 37 Prozent gesunken, während der Nachunternehmeranteil am Umsatz in den Betrieben kontinuierlich stieg. Als Ursache des Qualifikationsabbaus nannte der Verband den harten Preiswettbewerb der vergangenen Jahre, der zum Einsatz von Subunternehmen und Dumpinglöhnen führte. Nach Ansicht des ZDB führte der starke Konkurrenzdruck auch zur Vergabe von Bauaufträgen an Subunternehmen mit unqualifizierten und illegalen Beschäftigten.

Eine weitere Ursache für diese Entwicklung sieht der Verband in der Politik. Durch die Änderung der Handwerksordnung, die den Beruf des Fliesenlegers meisterfrei gestellt hat, habe der Staat ein Einfallstor für Tausende Ein-Mann-Betriebe aus Osteuropa geöffnet, so der ZDB. Diese würden sich zu Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen und als unqualifizierte Scheinselbstständige auf den Baustellen arbeiten. Die Ausbildung junger Fachkräfte ginge dabei völlig unter. Der Verband kritisierte die Vergabepraxis der öffentlichen Hand hierfür als ursächlich. Aus Angst vor Klagen von unterlegenen Bietern wird sich oft für das billigste Angebot entschieden. Zudem habe der Personalabbau in den Bauverwaltungen zu einem Rückgang von qualifiziertem erfahrenem Personal geführt. Dies hat in den Augen des ZDB zur Folge, dass die öffentlichen Auftraggeber ihrer Bauherren- und Aufsichtsfunktion nur noch unzureichend erfüllen können. Es sei Aufgabe der öffentlichen Hand dieser Tendenz entgegenzuwirken und die Rahmenbedingungen neu zu gestalten, so der Appell des ZDB.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Peter Siemionek.