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Beitrag Nr. 176897 vom 10.03.2010

"Böses" Bauchfett schädigt das Herz

Studie: BMI spielt keine Rolle für die Beurteilung von Krankheitsgefahren / Aussagefähiger für die Risikoberechnung soll nun das Verhältnis von Taillenumfang zur Körpergröße sein

Bislang sind die medizinischen Experten immer davon ausgegangen, dass mit Hilfe von Körper-Masse-Index oder Body-Mass-Index (BMI) sowie des Taille-Hüft-Quotienten das Herz-Kreislauf- und Schlaganfallrisiko eines Menschen bestimmt werden können. Dies zweifeln Mediziner der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität jetzt an: Nach ihren jüngsten Studienergebnissen ist nicht die Menge des Körperfetts, sondern dessen Verteilung entscheidend für die Entwicklung von Herzkrankheiten und anderen Leiden.

Für ihre Studie hatten die Forscher knapp 11.000 Probanden bis zu acht Jahre lang beobachtet. Neben dem BMI wurden bei ihnen auch andere Werte erfasst, so das Verhältnis vom Taillen- zum Hüftumfang - der sogenannte Taille-Hüft-Quotient - und das Verhältnis vom Taillenumfang zur Körpergröße, der kurz als WHtR bezeichnet wird.

Bei der Auswertung der Ergebnisse zeigte sich, dass der Taille-Hüft-Quotient für die Beurteilung von Krankheitsgefahren kaum eine Rolle spielt und der BMI gar keine Aussagekraft hat. Je höher allerdings der WHtR bei den Probanden lag, desto höher war das Schlaganfall-, Herzinfarkt- und Todesrisiko.

Die Mediziner erklären dies mit der unterschiedlichen Qualität des Körperfetts: Das Fett an Hüften, Oberschenkeln und Gesäß bezeichnen sie als "gutes" Fett, weil es das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten nicht erhöhe, sondern sogar davor schützen könne. Demgegenüber sondere das "böse" Fett, dass sich um den Bauch anlagert, schädliche Fettsäuren und andere Stoffe ab, die unter Umständen Entzündungen hervorrufen können.