Beitrag Nr. 176968 vom 11.03.2010
Aktuelle Zahlen zur finanziellen Bilanz der gesetzlichen Krankenversicherung für 2009 zeigen einen Überschuss bei den Krankenkassen und ein Defizit beim Gesundheitsfonds.
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu vorläufigen Finanzergebnissen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verzeichneten die Krankenkassen im vergangenen Jahr einen Überschuss von rund 1,1 Mrd. EUR. Einnahmen von 171,9 Mrd. EUR stehen dabei Ausgaben in Höhe von 170,8 Mrd. EUR gegenüber. "Insgesamt gesehen hat sich die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen somit weiter stabilisiert", heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. Zugleich wird jedoch darauf verwiesen, dass die Überschüsse und Finanzreserven bei den einzelnen Kassen sehr unterschiedlich verteilt sind.
Nicht erfreulich ist dagegen die durch konjunkturbedingte Einnahmeausfälle beeinflusste Bilanz für den Gesundheitsfonds. Die Einnahmen betrugen rund 164,51 Mrd. EUR, die Ausgaben, d.h. die Zuweisungen an die Krankenkassen, beliefen sich auf 166,99 Mrd. EUR. Im Ergebnis bleibt ein Fondsdefizit über 2,48 Mrd. EUR.
Laut BMG sind die Ausgaben der GKV von 2008 zu 2009 um insgesamt 6,4 % gestiegen. Zurückzuführen ist das vor allem auf die Entwicklung in einzelnen großen Ausgabenbereichen. So gab es Mehrausgaben für die ambulante Behandlung (+ 7,4%), für ärztliche Früherkennungsuntersuchungen (+ 21,3%), für Krankenhäuser (+ 6,6%) und für Arzneimittel (5,3 %). Ausgabensteigerungen wurden zudem beim Krankengeld (+ 10,5%) und bei den Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen (+ 8,1%) verzeichnet.
Insgesamt bleibt für die GKV im vergangenen Jahr voraussichtlich ein Defizit von rund 1,4 Mrd. EUR. Das endgültige Ergebnis wird jedoch erst Ende Juni 2010 nach Vorliegen der Jahresrechnungsergebnisse der Krankenkassen und des Gesundheitsfonds feststehen.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Cornelia Kolbeck.