Beitrag Nr. 44989 vom 12.03.2004
Privatanleger müssen sich beim Kauf von Immobilien vor immer neuen Betrugsmethoden wappnen. Der Verband Deutscher Makler (VDM) warnt vor so genannten Kick-back-Verkäufen, bei denen Kunden beim Erwerb einer völlig überteuerten Immobilie Bargeld versprochen wird. Durch die anfallenden Finanzierungskosten ohne reellen Gegenwert öffne sich für viele die Schuldenfalle.
Zielgruppe dieser Angebote sind vornehmlich hoch verschuldete Privatpersonen. Zeitungsannoncen wie „Bargeld beim Kauf einer Wohnimmobilie“ sollen liquiditätsschwache Kunden mit der Option auf einen schnellen Kredit zu langfristig angelegten Investitionen in eine Immobilie verleiten.
Der Haken an diesem Kick-back- oder Cash-back-Prinzip ist der überteuerte Immobilienpreis. So erwirbt der Käufer eine Immobilie für beispielsweise 100.000 Euro, der tatsächliche Wert liegt jedoch nur bei 40.000 Euro. Aus der Differenz wird ihm ein Kredit gewährt, wobei oftmals ein Großteil des Restbetrages als versteckte Innenprovision verlorengeht. Nach Auskunft des VDM ist bei den Kick-back-Angeboten häufig auch Kreditbetrug im Spiel. Die Bank, die den entsprechenden Kredit einräumen soll, wird mit gefälschten oder geschönten Unterlagen über den Verkehrswert der Immobilie oder die Bonität des Erwerbers getäuscht.
Wer sich auf ein solches Angebot einlässt, riskiert, erst recht in eine finanzielle Zwangslage zu geraten: Den anhaltend hohen Finanzierungskosten bei der Bank steht am Ende kein reeller Immobilienwert gegenüber. Jüngstes Beispiel für die Gefahren derartiger Angebote ist die erneute Diskussion um den Schrottimmobilienskandal der 90er Jahre. Mindestens 300.000 Menschen sind nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) damals Opfer von angeblich Steuern sparenden Erwerbermodellen geworden. Viele der damaligen Anleger sitzen heute auf unverkäuflichen Immobilien, müssen aber gleichzeitig überhöhte Kredite zurückzahlen. Die Schäden durch solche unseriösen Geschäfte werden auf bis zu 40 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Ingo Köhler.