Weltkarte Worldwide | Kontakt |
Startseite|Shop|Aktuelles|Partner|Service

Wussten Sie schon ...

2005 wurde der ZAP Verlag von LexisNexis Deutschland übernommen

Drucken Per E-Mail verschicken

Eisenberg kritisiert die juristische Dissertation "Tottreten" von Heinke

Zusammenfassung von "Rekrutenbefragung und beweisrechtlicher Erfahrungssatz" von Prof. Dr. Ulrich Eisenberg, original erschienen in: NStZ 2010 Heft 3, 125 - 127.

Der Verfasser nimmt die Dissertation "Tottreten" von Heinke zum Anlass, sich Gedanken über die durch den Autor gewonnen Aussagen im Zusammenhang mit der Befragung von Rekruten zu gewalttätigen Angriffen mit Todesfolge zu machen. Aktualität erlangt das Werk von Heinke durch die Tötung eines Fahrgasts in München durch 2 jugendliche Schläger im September 2009.

Eisenberg äußert Zweifel an der Verwertbarkeit der von Heinke im Zusammenhang mit seiner Dissertation "Tottreten" gewonnen Ergebnisse durch die Befragung von Rekruten. So äußert der Verfasser, dass Heinke lediglich eine hochselektive Gruppe von Personen befragt hätte. Diese bestanden aus Rekruten der Marineoperationsschule Bremerhaven sowie aus Grundauszubildenden der Luftlandebrigade 31 in Seedorf. So hat Eisenberg ernsthafte Zweifel an der Übertragbarkeit des Befragungsergebnisses auf die Allgemeinbevölkerung. Dies deshalb, weil über 40% der befragten Rekruten Abitur haben und lediglich 8,7% einen Hauptschulabschluss besitzen. Gerade jedoch bei der Gruppe der letzteren kommen solche Gewaltdelikte besonders häufig vor.

Darüber hinaus teilt Heinke in seiner Dissertation nicht mit, ob die Befragten freiwillig teilnahmen, und warum er sich gerade für die Befragung von Rekruten dieser beiden Einrichtungen entschieden hat. Der von Heinke gewonnene Erfahrungssatz, dass es sich bei der Lebensgefährlichkeit um eine allgemein bekannte Tatsache handeln würde, kann Eisenberg so nicht teilen. Bereits die befragte Gruppe würde kein Spiegelbild der Allgemeinbevölkerung abgeben. Schließlich bildet das durchweg hohe Schulbildungsniveau der Rekruten ein verzerrtes Bild im Hinblick auf das Bildungsniveau der Gesamtbevölkerung. Auch bemängelt Eisenberg, dass Erfahrungen der befragten Personen mit Gewalt völlig im Dunklen bleiben. Selbst wenn man in dem Ergebnis der Befragung einen statistischen Erfahrungssatz beimessen will, werden allenfalls Wahrscheinlichkeiten wiedergegeben, jedoch keine belastbaren Tatsachen.

Bewertung:

Der Beitrag von Eisenberg ist ohne Kenntnis der Dissertation von Heinke teilweise schwer verständlich. Zwar wird klar, dass er an der Vorgehensweise von Heinke erheblich Kritik übt. Allerdings erhält der Leser zu wenig Informationen über die Aussagen von Heinke, um sich ein genaueres Bild machen zu können.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Markus Holzer.

Weitere Meldungen: LexisNexis® Recht - Ihre juristische Onlinerecherche