Die Vergütung der Projektsteuerer und Projektmanager - ein Beitrag von Eschenbruch und Schneider
Zusammenfassung von "Teilleistungsbewertung/Wägungstabelle zur Leistungs- und Honorarordnung Projektmanagement der AHO-Fachkommission" von RA Dr. Klaus Eschenbruch und Dipl.-Ing. Werner Schneider, original erschienen in: BauR 2010 Heft 3, 389 - 400.
Die Autoren befassen sich in ihrem Aufsatz mit den Kriterien der Honorierung von Projektsteuerern und Projektmanagern. Hierzu entwickeln sie eine eigene Wägungstabelle.
Die Verfasser weisen darauf hin, dass die AHO Projektsteuerung/Projektmanagement eine Leistungs- und Honorarordnung Projektmanagement im März 2009 veröffentlicht hat. Als wesentlichen Bestandteil benennen die Autoren die Entwicklung eines Standardleistungsbildes Projektsteuerung. Die Verfasser betonen, dass in die Honorarordnung die regelmäßig bei einem Bauprojekt zu erbringenden Grundleistungen aufgenommen wurden. Darüber hinaus seien besondere Leistungen aufgeführt, die von den Parteien aber auch vertraglich selber definiert werden könnten und zwar durch eine Kalkulation nach Zeitaufwand mit Angabe von Verrechnungssätzen oder durch eine Vergütung nach anrechenbaren Kosten gem. § 203 ff. AHO.
Weiterhin bezeichnen die Autoren die einzelnen Projektstufen und erwähnen, dass § 209 Abs. 3 AHO Abminderungsfaktoren beinhaltet. Allerdings führe eine Reduzierung eines Handlungsbereichs nicht ohne Weiteres zu einer Verminderung des Honorars.
In diesem Zusammenhang gehen die Verfasser auf "Störfälle" ein, wenn eine Pauschalvergütung vereinbart wurde. Hier erwähnen sie die nur teilweise Beauftragung von Grundleistung oder die häufig vorkommende Nichterbringung bestimmter Leistungen. In diesen Fällen ergäben sich Bewertungsprobleme. Die Autoren stellen insoweit eine Parallele zu HOAI her und teilen mit, dass der BGH (16.12.2004, VII ZR 174/03, NZBau 2005, 163) die Verwendung von Tabellen in diesem Bereich zulässt. Gleiches müsse dann für die AHO gelten. Die Verfasser heben hervor, dass Projektmanagement- und Projektsteuerungsverträge von sehr unterschiedlichen Leistungsanforderungen und Vergütungsabsprachen geprägt sind. Sie behandeln daher die Rahmenbedingungen für eine Wägungstabelle. Hier sei insbesondere die Rechtsprechung des BGH zum selbständigen Leistungserfolg zu berücksichtigen. Auf dieser Grundlage entwickeln sie eine eigene Tabelle.
Bewertung:
Der Aufsatz ist sehr aufschlussreich und behandelt ein sehr wichtiges Themengebiet. Die Ausführungen sind verständlich und übersichtlich. Eine wirklich nützliche Arbeitshilfe.
Dieser Beitrag wurde erstellt von RAin Nadja Goldmann.
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