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Beitrag Nr. 171987 vom 09.12.2009

Gift in Spielwaren - EU soll tätig werden

PAK-Konzentration in Spielzeug darf 1.000-mal höher sein als in Autoreifen / Zunahme der Krebserkrankungen bei Kindern könnte mit den gefährlichen Weichmachern zusammenhängen

Die Spielzeugrichtlinie der Europäischen Union (EU) lässt in Kinderspielwaren eine 1.000-mal höhere Konzentration von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zu als in Autoreifen. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem Bericht an die Bundesregierung hin und fordert dringend eine Veränderung der bestehenden Vorschriften. Ein Einsatz dieser Stoffe in Spielzeug sei nicht einmal notwendig, es käme die Spielzeughersteller zwar etwas teurer, wäre technisch aber kein Problem.

Die Forscher begründen ihre Forderung mit der steigenden Zahl von Krebserkrankungen bei Kindern. In Europa gebe es keine verbindlichen Grenzwerte für die gefährlichen Weichmacher, die im begründeten Verdacht stehen, das Erbgut zu verändern, Krebs zu erzeugen und die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Die in Spielzeug tatsächlich gemessenen gefährlichen Substanzen übersteigen den Wert, der noch als unbedenklich gilt, teilweise um das Hundertfache.

Das BfR empfiehlt, sich bei Regelungen für krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe generell nicht auf Gehalte, sondern auf deren Freisetzung zu beziehen. Sie sollten in Spielwaren generell nicht nachweisbar sein.

Kinder sollten keinerlei Kontakt zu derartigen Substanzen haben, da sie viel empfindlicher darauf reagieren als Erwachsene. Wie wichtig das ist, verdeutlicht die Tatsache, dass Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren etwa 15.000 Stunden spielen und entsprechend lange Kontakt mit Giftstoffen hätten, wenn sie sich im Kinderspielzeug befänden. Die Aufnahme dieser Stoffe könne über die Luft und über die Haut erfolgen. Bei kleinen Kindern, die Spielzeug auch in den Mund stecken, ist auch eine orale Aufnahme möglich.

Das Krebsregister des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass die Zahl der Krebserkrankungen bei Kindern bis zu 15 Jahren zwischen 1980 und 2006 kontinuierlich um mehr als 50 Prozent angestiegen ist. Die Gründe dafür seien zwar unklar. Gerade deshalb bestehe aber dringender Handlungsbedarf beim Verbot nachweislich gefährlicher Stoffe, betont das BfR.

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