Beitrag Nr. 172532 vom 17.12.2009
Forscher: Zahl chronisch Kranker steigt rasant
Institut prognostiziert: In zehn Jahren 5,5 Milliarden EUR mehr Ausgaben für Diabetes, Asthma und Herzinsuffizienz
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für die Therapie von Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Asthma oder Herzinsuffizienz werden von rund 13 Milliarden EUR im Jahr 2010 auf etwa 18,5 Milliarden EUR im Jahr 2020 steigen. Das ist das Ergebnis einer Hochrechnung des Instituts für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln.
Den Berechnungen zufolge steigen allein die Ausgaben für die Behandlung von Diabeteskranken von knapp 5,8 Milliarden auf über 9,1 Milliarden EUR. Die Behandlungskosten für Asthma- und COPD-Kranke steigen laut RFH von 5,4 auf 6,9 Milliarden. Für die Versorgung von Herzinsuffizienzpatienten rechnet das Institut mit einer Kostensteigerung von knapp 2,1 auf über 2,5 Milliarden EUR. Die Gesamtsteigerung von mehr als fünf Milliarden Euro führt Studienleiter Professor Rainer Riedel allein auf die Ausbreitung der chronischen Erkrankungen zurück. "Dieser Mehraufwand wäre jedoch unter den heute bereits bekannten wirtschaftlichen und demographischen Rahmenbedingungen kaum finanzierbar", so Riedel. Er fordert deshalb verstärkte Anstrengungen in der Prävention und appelliert dabei nicht an die Politik sondern an die Bevölkerung, dem Präventionsgedanken Beachtung zu schenken. Riedel erinnert in diesem Zusammenhang an die Eigenverantwortung und Mitwirkungspflicht der Versicherten, die im SGB V festgelegt sei, weist aber auch darauf hin, dass die Patienten gut informiert sein müssten, um bei ihrer Behandlung aktiv mitzuwirken.
Weitere Meldungen: KV-LEX online
Worldwide