Beitrag Nr. 173741 vom 01.02.2010
Konsequentes Rauchverbot rettet Leben
Studien belegen deutlichen Rückgang der Anzahl der Herzinfarkte nach umfassenden Rauchverboten in der Öffentlichkeit / Politische Entscheidungen gefordert
Tabakrauch ist nicht nur ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs, sondern auch eine der häufigsten Ursachen für Herzinfarkte. Ein konsequenter Nichtraucherschutz könne zu einer eindrucksvollen Verringerung der Herzinfarktrate führen, meint der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und verweist dabei auf Erfahrungen aus anderen Ländern.
In Frankreich verringerte sich die Herzinfarktrate innerhalb von nur zehn Monaten nach Einführung eines generellen Rauchverbots um 15 Prozent, in Schottland um 17 Prozent. Eine US-amerikanische Übersichtsarbeit, die in der Fachzeitschrift "Circulation" veröffentlicht wurde, zeigt, dass Rauchverbote in der Öffentlichkeit nach einem Jahr einen Rückgang der Herzinfarktrate um durchschnittlich 15 Prozent bewirkten, nach drei Jahren um 36 Prozent.
Rechnet man diese Ergebnisse für Deutschland hoch, wo jährlich 275.000 Menschen einen Infarkt erleiden und 150.000 daran sterben, gäbe es hierzulande bei einem konsequenten Rauchverbot schätzungsweise 40.000 Herzinfarkte weniger, so der BNK.
Passivraucher, die einer erheblichen Belastung durch Tabakrauch ausgesetzt sind, haben nach einer US-amerikanischen Studie das gleiche Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, wie Menschen, die täglich bis zu neun Zigaretten rauchen. Bereits eine Stunde Passivrauchen könnte bei einem Risikopatienten einen Infarkt auslösen. Denn innerhalb nur weniger Minuten erhöhe der mit 2.000 unterschiedlichen Giftstoffen angereicherte Tabakrauch den Blutdruck, mache das Blut zähflüssig, schädige die Gefäßwände und verschlechtere die Sauerstoffversorgung des Körpers, was schließlich eine Erhöhung des Infarktrisikos nach sich ziehe.
Es gebe also kein risikofreies Niveau beim Passivrauchen, resümieren die Kardiologen und meinen, dass angesichts dieser Fakten Ausnahmeregelungen bei Rauchverboten wie abgetrennte Raucherbereiche in gastronomischen Einrichtungen abgeschafft und ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie durchgesetzt werden müsse. Die Politik sollte angesichts der eindeutigen wissenschaftlichen Beweislage ein konsequentes Rauchverbot in der Öffentlichkeit zum Schutz der Nichtraucher umsetzen, anstatt die Bevölkerung aus Angst um die Wählergunst und beeinflusst von Lobbyisten mit wenig wirksamen, von Ausnahmen durchsetzten und schwer zu kontrollierenden Regelungen abzuspeisen.
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