Beitrag Nr. 119491 vom 03.07.2007
USA akzeptieren IFRS
Die Vereinigten Staaten bestehen nicht mehr darauf, dass ausländische Unternehmen Abschlüsse nach den US-Rechnungslegungsstandards vorlegen. Die Harmonisierung der Bilanzregeln kommt damit zügiger voran, als bislang abzusehen war.
Europäische Firmen, die an US-Börsen notiert sind, müssen künftig keine Bilanzen nach dem Standard US-GAAP mehr vorlegen. Stattdessen akzeptieren die Amerikaner bald Abschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). "Wir bestehen nicht mehr darauf, dass die Unternehmen unsere Regeln übernehmen, sondern wir akzeptieren die internationalen Rechnungslegungsstandards", sagte Allan Hubbard, Wirtschaftsberater von Präsident George W. Bush, der Zeitung zufolge nach der ersten Sitzung des Transatlantischen Wirtschaftsrats. Dieses Gremium leitet Hubbard zusammen mit dem EU-Kommissar Günter Verheugen, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte an diesem Gespräch teilgenommen. Der Wirtschaftsrat wurde ins Leben gerufen, um die Harmonisierung der Bilanzstandards in der EU und den USA voranzutreiben. Die unterschiedlichen Vorschriften behindern "den Handel zwischen den beiden größten Wirtschaftsblöcken der Welt", schreibt die SZ und zählt unterschiedliche Zulassungsregeln für Kosmetika, Medikamente und Autos dazu.
Politiker treiben Harmonisierung voran
Niemand hatte erwartet, dass die USA bereits in der ersten Ratssitzung so weitreichende Zugeständnisse machen würden. Laut SZ ein Zeichen dafür, "dass Bush das Gremium offensichtlich ernster nimmt, als viele Kritiker erwartet hatten". Bislang wurde mit einer Harmonisierung der Bilanzregeln frühestens in zwei Jahren gerechnet. Laut Hubbard werde die Arbeit in diesem Gremium nicht einfach, "weil Bürokraten die Dinge gerne so lassen, wie sie sind", zitiert die SZ den Wirtschaftsberater. Allerdings wolle Präsident Bush "konkrete Ergebnisse". (kib)
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