Beitrag Nr. 120277 vom 19.07.2007
Europäer wollen im IASB mehr zu sagen haben
Die EU-Regierungen möchten mehr Einfluss auf das International Accounting Standards Board (IASB), das die internationalen Bilanzstandards entwickelt. Die Mitgliedsstaaten fordern zudem, dass der Standardsetter sie früher über neue Projekte informiert.
Die Europäer wollen "eine ausgewogene geografische Repräsentanz" im IASB sicherstellen, berichtet die Börsen-Zeitung über die von den EU-Finanzministern verabschiedeten Schlussfolgerungen. Der Standardsetter entwickelt die International Financial Reporting Standards (IFRS), nach denen in Europa seit 2005 alle börsennotierten Unternehmen bilanzieren müssen. Bislang war immer wieder kritisiert worden, dass in dem Londoner Gremium die USA zu stark vertreten seien. Außerdem planen die Finanzminister, dass die Industrie mehr Mitspracherechte bei der Erstellung der Standards erhalten soll - auch um "für den Interpretationsausschuss Ifric zusätzliche technische Expertise zu gewinnen", schreibt die Zeitung. Die Minister fordern vom Gremium darüber hinaus "ausführliche Analysen vor und nach Einführung neuer Bilanzierungsstandards", das IASB soll den EU-Staaten und dem EU-Parlament "regelmäßig und frühzeitig" über neue Arbeiten berichten.
IASB-Finanzierung noch nicht sicher
Die EU-Finanzminister unterstützen dem Zeitungsbericht zufolge die IASB-Trustees in ihren Bemühungen, "eine dauerhafte und solide Finanzierung für den Standardsetter auf die Beine zu stellen". Experten erwarten von den Trustees in Kürze eine Stellungnahme zu diesem Thema. Laut Börsen-Zeitung planen die Briten eine Pflichtabgabe, mit der das IASB finanziert werden soll. Bislang sind es freiwillige Spenden von Wirtschaftsprüfern und Unternehmen, die Geld in die Kassen des Gremiums spülen. Für das nächste Jahr benötigt der Standardsetter 16 Millionen Pfund - rund 23,6 Millionen Euro. Für Dreiviertel der Summe hat er bislang Zusagen. (kib)
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