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Beitrag Nr. 174174 vom 29.01.2010

Fair-Trade-Label erreichen allmählich den Massenmarkt

Die Anbieter von Produkten aus nachhaltigem Anbau haben nicht mehr nur die relativ kleine Zielgruppe der Lohas im Auge. Mittlerweile bieten die ersten Discounter ebenfalls Eigenmarken an, die mit einem Zertifikat nachweisen, dass sie fair gehandelt wurden. Dies erschließt diesen Produkten den Zugang zu einem Massenmarkt. Allerdings verwirrt dabei die Vielzahl der Labels mit unterschiedlichen Standards.

Auch wenn die konkrete Bedeutung der Lohas ("Lifestyle of Health and Sustainability"), also der Konsumenten-Zielgruppe, die einen besonderen Wert auf nachhaltige Produktion in Verbindung mit Genuss legt, umstritten ist - als Trendsetter sind sie für die Nahrungsmittelhersteller unverändert wichtig. Deshalb haben mehrere internationale Konzerne in letzter Zeit angekündigt, in Großbritannien bei einigen Produkten nur noch "politisch korrekte" Varianten zu verkaufen, die mit einem Fair-Trade-Label gekennzeichnet sind. In Deutschland breitet sich dieser Trend nach einem Bericht in der Zeitschrift "Horizont" allmählich ebenfalls aus und erfasst dabei auch den Massenmarkt. So haben einzelne Discounter mittlerweile ein eigenes Fair-Trade-Label, unter dem zertifizierte Eigenmarken angeboten werden - und dies trotz der Tatsache, dass deutsche Verbraucher im europäischen Vergleich besonders preisbewusst sind und als nachhaltig ausgezeichnete Produkte bisher noch eine untergeordnete Rolle spielen. Experten gehen aber davon aus, dass sie allmählich dabei sind, ihr Nischendasein in den Öko-Märkten und Eine-Welt-Läden zu verlassen und dies nicht zuletzt dem Engagement der Discounter auf diesem Gebiet zu verdanken ist.

Allerdings gibt es unterschiedliche Standards bei den einzelnen Labels, die - mit Ausnahme der Eigenmarken - von nationalen und internationalen Dachorganisationen vergeben werden. Während die einen nur Produkte zertifizieren, die zu 100 Prozent aus fair gehandelten Rohstoffen bestehen, reicht es den anderen, wenn 30 Prozent der Rohstoffe aus fairem Handel stammen. Marketingexperten glauben allerdings, dass den meisten Verbrauchern die Unterschiede nicht bekannt und auch nicht so wichtig sind - entscheidend sei das gute Gefühl, mit dem Kauf etwas für nachhaltige Produktion getan zu haben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Susanne Görsdorf-Kegel.

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