Maier stellt aktuelle Landgerichtsurteile zur Haftung bei Lehman-Zertifikaten vor und sieht insgesamt eine Stärkung der Anlegerrechte

Kurznachricht zu "Die aktuelle Rechtsprechung der Landgerichte zu den Aufklärungspflichten beratender Banken bei Vertrieb von Lehman-Zertifikaten" von RA Arne Maier, original erschienen in: VuR 2009 Heft 10, 369 - 372.

Der Verfasser weist auf Urteile des LG Hamburg in, in denen Klagen von Lehman-Anlegern auf Schadensersatz erfolgreich waren (Urt. v. 23.06.2009, Az.: 310 O 4/09 - Hamburger Sparkasse; Urt. v. 01.07.2009, Az.: 325 O 22/09 - Hamburger Sparkasse; Urt. v. 10.07.2009, Az.: 329 O 44/09 - Dresdner Bank). Er nennt zudem vier Fälle, in denen das LG Frankfurt a.M. zugunsten der Anleger entschieden hat (u.a. Urt. v. 07.04.2009, Az.: 2-19 O 211/08 - 1822 Direkt, Direktbanktochter der Frankfurter Sparkasse). Erfolgreich war auch eine Klage auf Haftung gegen die Postbank vor dem LG Potsdam (Urt. v. 24.06.2009, Az.: 8 O 61/09). Das LG Chemnitz hat eine beratende Bank mit Urteil vom 23.06.2009 (Az.: 7 O 359/09) zum Schadensersatz verurteilt. Für schwer nachvollziehbar hält der Autor eine Rechtsansicht des LG Itzehoe vom 06.08.2009 (Az.: 7 O 39/09) bezüglich einer "Kick-Back-Provision".

Der Autor nimmt eine erste Bewertung der weitgehend nicht rechtskräftigen Urteile vor und sieht in den Lehman-Fällen drei Haftungsansätze, die er in seinem Beitrag näher verdeutlicht: die fehlende Einlagensicherung der Zertifikate (also das Insolvenzrisiko), die "Kick-Back"-Rechtsprechung des BGH (Urt. v. 19.12.2006, Az.: XI ZR 56/05; Beschl. v. 20.01.2009, Az.: XI ZR 510/07) und das Risikoprofil des Anlegers. Insgesamt sieht der Autor durch die Langerichtsurteile eine deutliche Verbesserung der Chancen der Lehman-Anleger.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Matthias Dwenger.

LNCA 2010, 169596