Verschleierungen aufdecken: Was versteht man unter PEPs?

Von politisch exponierten Personen (PEPs) geht ein besonders hohes Risiko aus, wenn Sie Teil einer Geschäftsbeziehung sind. Unter PEPs versteht man Personen, die wichtige öffentliche Ämter ausüben oder früher ausgeübt haben.

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  • 11 Mitglieder der Legislative wie beispielsweise des Deutschen Bundestags (oder anderer gesetzgebender Körperschaften) oder Vorstandsmitglieder politischer Parteien
  • Amtsträger der Exekutive wie Staatsoberhäupter, Regierungschefs, Minister oder stellvertretende Minister
  • Hauptrechnungsprüfer, Mitglieder von Rechnungshöfen oder Vorstandsmitglieder der Zentralbanken
  • Angehörige der Judikative wie des Obersten Gerichtshofs, des Verfassungsgerichts oder anderer hochrangiger Gerichte
  • Hochrangige Offiziere der Streitkräfte
  • Botschafter und Diplomaten, Chargés d’affaires
  • Leiter und stellvertretende Leiter internationaler Organisationen sowie Vorstandsmitglieder (oder vergleichbare Funktionen) internationaler Organisationen
  • Mitglieder von Verwaltung, Management oder Aufsichtsorganen staatseigener Betriebe
  • Enge Partner von PEPs aus den genannten Kategorien, wie beispielsweise direkte Geschäftspartner oder gemeinsame Eigentümer juristischer Personen oder rechtlicher Übereinkünfte, alleinige wirtschaftliche Eigentümer juristischer Personen, die direkte Nutznießer der PEP sind
  • Enge Familienangehörige eines anderen PEPs wie Eltern oder Kinder, Geschwister, Ehepartner/ Lebenspartner, enge angeheiratete Verwandte, Onkel oder Tanten

Die 4. EU-Geldwäscherichtlinie definiert, dass PEPs sämtliche Personen mit einem öffentlichen Amt im In- und Ausland sind.

Warum sind PEPs besonders risikogefährdet?

Bei politisch exponierten Personen geht man aufgrund ihrer einflussreichen Position von einem höheren Risiko der Korruption und Geldwäsche aus. Nicht selten kommt es vor, dass PEPs in die Zahlung von Bestechungsgeldern verwickelt sind, um Entscheidungen oder Auftragsvergaben zu beeinflussen, Terrorismus finanzieren, Steuern hinterziehen oder illegal erworbene Gelder waschen.

Die 2016 veröffentlichten Panama Papers brachten beispielsweise Daten zu 140 PEPs zum Vorschein, die Briefkastenfirmen genutzt haben sollen, um Geld zu waschen oder um sich selbst als Eigentümer unsauberen Geldes zu vertuschen.

Seien Sie wachsam: Wie müssen PEPs bei der Due Diligence behandelt werden?

Seien Sie wachsamPEPs bedürfen einer verstärkten Sorgfaltspflicht im Rahmen von Due-Diligence-Prüfungen nach §6 GWG, bei der unter anderem die Herkunft des Vermögens geklärt werden muss, um Geldwäsche vorzubeugen. PEPs werden beim risikobasierten Ansatz pauschal als hoch risikobehaftet eingestuft. Eine robuste PEP-Prüfung erfolgt anhand von PEP-Listen, auf denen politisch exponierte Personen erfasst werden.

In vielen Unternehmen ist der Irrtum verbreitet, dass man seine Geschäftspartner aufgrund jahrelanger Beziehungen gut genug kennt und dadurch eine umfassende Überprüfung unnötig wird. Dieser Einblick fehlt aber in der Regel, wenn man die Lieferkette weiterverfolgt. Die Überprüfung von Lieferanten und auch von deren Lieferanten auf PEP-Listen ist daher unumgänglich.

Öffentliche Ämter unterhalb der nationalen Ebene gelten in der Regel nur dann als wichtig für PEP-Prüfungen, wenn die politische Bedeutung vergleichbar ist mit der ähnlicher Positionen auf nationaler Ebene. Auch bei Geschäftsbeziehungen, bei denen nur gelegentlich oder in sehr eingeschränktem Umfang Finanzgeschäfte getätigt werden, sind keine gesonderten KYC-PEP-Prüfungen nötig.

Eine Lösung zur sicheren Überprüfung politisch exponierter Personen bietet Nexis Diligence™. Über das webbasierte Tool können Personen unter anderem gegen PEP-Listen geprüft werden.

Eine Constant Call API ermöglicht die fortlaufende Beobachtung spezifischer Datensätze, wie PEP- und Watchlisten für proaktives Risikomanagement in unternehmenseigenen Systemen.

Welches Risiko gehen Unternehmen bei einer lückenhaften PEP Due Diligence ein?

Unternehmen, die ihre Geschäftspartner nicht gründlich genug prüfen, erwarten neben möglichen Reputationsschäden auch Strafzahlungen in unbegrenzter Höhe. So musste beispielsweise Barclays 2015 eine Geldstrafe in Höhe von 72 Millionen Britischen Pfund zahlen, da erforderliche PEP-Prüfungen nicht durchgeführt wurden.

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