Einflüsse des Makroumfelds auf Ihr Unternehmen

Die sechs Kategorien der PESTEL-AnalyseJedes Unternehmen bewegt sich in einem Universum verschiedener Einflüsse, die seinen Erfolg und Misserfolg beeinträchtigen können. Für die strategische Unternehmensplanung ist es von erheblicher Bedeutung, diese Einflussfaktoren zu kennen und sogar vorhersehen zu können.

Im Makroumfeld trifft man auf Faktoren, die das Unternehmen nicht beeinflussen kann. Diese sind von politischer, wirtschaftlicher, sozialer, rechtlicher und umweltbezogener Natur. Um diese Risiken rechtzeitig erkennen zu können, sollten Unternehmen eine entsprechende Analyse durchführen - die sogenannte PESTEL-Analyse.

Mit Compliance-Tool Lieferketten überwachen

PESTEL-Einflussfaktoren als Teil der Due Diligence

Schritte der Due DiligenceDie PESTEL-Analyse dient Unternehmen nicht nur zur Bestimmung der Marktsituation. Sie kann auch in Form einer proaktiven Risikoüberwachung Teil der Due-Diligence-Prüfung sein. Gerade in Zeiten der Globalisierung sind die Lieferketten oft sehr stark vernetzt und erstrecken sich über mehrere Länder, die an Produktion und Vertrieb beteiligt sind.

Sowohl zum persönlichen Schutz, als auch zum Schutz des Unternehmens und natürlich auch aus ethischen Gesichtspunkten, tun Compliance-Verantwortliche in Unternehmen gut daran, sicherzustellen, dass Ihre Lieferketten frei von Wirtschaftskriminalität und fragwürdigen oder illegalen Praktiken sind. Um schnell auf Änderungen im Geschäftsumfeld zu reagieren, müssen Unternehmen in Echtzeit über mögliche Risiken durch die PESTEL-Kategorien informiert sein. Eine zeiteffiziente und sichere Methode ist ein Risikoanalyse-Tool wie Nexis® Entity Insight.

Lieferketten mit Tool überwachen

Wenn die oben genannten Beispiele der PESTEL-Einflussfaktoren zunächst zu abstrakt klingen, um Sie als tatsächliches Risiko für Ihr Unternehmen zu erkennen, sollten Sie sich dennoch damit befassen. Denn auch wenn der Weg der Lieferkette bis zu Ihrem Unternehmen seit Jahren durch gute Qualität geprägt war, gibt es Risiken, die Sie nicht außer Acht lassen sollten. Hier ein paar Beispiele:

  • In einem Ihrer Herstellungsländer gab es eine Naturkatastrophe wie ein Tsunami.
  • Es gab regulatorische oder Gesetzesänderungen, die die Im- und Exportbedingungen für Sie verschlechtern.
  • Produktrückrufe sorgen für Verzug in Ihrer Produktion.
  • Ihre Lieferanten stehen mit ethischen Problemen wie moderner Sklaverei und Korruption in Verbindung, wodurch Sie mit strafrechtlichen und Reputationsrisiken konfrontiert werden.

1. Politische Risiken

Die globale politische Landschaft ist enorm volatil – und das nicht nur in Schwellenländern. So haben unter anderem die Unsicherheit durch den Brexit, der Wirtschaftsnationalismus in den USA oder der zunehmende Populismus in ganz Europa zum Anstieg politischer Risiken beigetragen.

Welche politischen Risikofaktoren gibt es?

Die Globalisierung ermöglicht kosteneffiziente, widerstandsfähige Lieferketten. Während Unternehmen ihren Fußabdruck in anderen Ländern hinterlassen und immer komplexere Lieferketten bilden, stehen sie jedoch verstärkt politischen Risikofaktoren in den jeweiligen Ländern gegenüber:

  • Politische Stabilität
  • Regierungstyp
  • Bürokratie- und Korruptionsniveau
  • Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit
  • Trends von Regulierung und Deregulierung
  • Politische Maßnahmen in Bezug auf Handel, Zölle und Steuern
  • Gesetze zum Schutz von Umwelt, Arbeit und Verbrauchern

Diese Faktoren beeinflussen direkt die Fähigkeiten von Unternehmen, ihre Wachstums- und Gewinnziele zu erreichen. So wird die rechtzeitige Information über potenzielle Bedrohungen zum Erfolgsfaktor. Die Risikoüberwachung via PESTEL-Kategorien kann helfen, das erforderliche Bewusstsein zu schaffen und ein proaktives Risikomanagement umzusetzen.

Wie wirken sich politische Risiken auf den Unternehmenserfolg aus?

    Schauen wir uns zwei Beispiele an:
    Politische Instabilität wird definiert als die Neigung zu Regime- oder Regierungswechsel, politischem Aufruhr oder Gewalt in der Gesellschaft oder Unsicherheit in Gesetzen für Regulierung, Steuern, Eigentum oder Menschenrechten. Durch politische Instabilität können negative Folgen für Betriebsabläufe und Lieferketten entstehen. So stellte etwa die Deutsche Post ihre Paketlieferungen in die Ukraine aufgrund der anhaltenden Unruhen dort ein. Trotz der Tatsache, dass 620 deutsche Unternehmen in der Ukraine tätig sind. Und von politischer Instabilität sind nicht nur Lieferketten betroffen. Das Schweizer Logistik-Unternehmen Astras berichtet von einer zwanzigprozentige Fluktuationsrate seiner Angestellten in der Ukraine.
    Restriktive Politische Maßnahmen in Bezug auf Handel, Zölle und Steuern nehmen laut Welthandelsorganisation (WTO) immer weiter zu. Mit einer durchschnittlichen Zunahme von 22 zusätzlichen Maßnahmen pro Monat ist fundiertes Wissen über die legislativen Pläne von Regierungen dringend notwendig. Beispiele für solche Maßnahmen sind der Rückzug vom Trans-Pacific-Partnership (TPP) oder die Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) durch die Trump-Administration. Der CIPS-Ökonom John Glen bemerkt: Angesichts der Bedrohungen für die weltweiten internationalen Handelsbeziehungen müssen sich Lieferkettenmanager der politischen Risiken so bewusst sein wie der Risiken durch Naturkatastrophen und von wirtschaftlichen Härten.

2. Wirtschaftliche Risiken

Die wirtschaftlichen (economic) Faktoren Produktion, Konsum und Kapitalfluss haben einen deutlichen Einfluss auf Erfolg, Nachhaltigkeit und Rentabilität von Unternehmen. Wirtschaftliche Risiken können im schlimmsten Fall Versorgungsketten unterbrechen und Unternehmen geschäftsunfähig machen.

Wie wirken sich wirtschaftliche Faktoren auf den Betrieb aus?

Zur Steuerung wirtschaftlicher Faktoren verwenden Regierungen zum Beispiel Zinssteuerungsinstrumente, Steuergesetze und Staatsausgaben. Werfen wir einen Blick auf einige beispielhafte wirtschaftlichen Risikofaktoren und untersuchen, wie sie sich auf die Geschäftstätigkeit auswirken können.

Zinssätze: Zinssatzrisiken sind für alle Unternehmen relevant, die verzinsliche Vermögenswerte besitzen, wie zum Beispiel Kredite oder Anleihen. Mit sich verändernden Zinssätzen, ändert sich auch die Höhe der Vermögenswerte. Logischerweise ist dieser Risikobereich insbesondere für Bankhäuser von großer Relevanz. Er kann aber jedes Unternehmen betreffen, das Kredite als Teil seiner Geschäftsstrategie verwendet.

Wechselkurse: Wechselkurse können komplex und sprunghaft sein. Und sie wirken sich auf alle geschäftlichen Aktivitäten aus, die mit Export oder Import zusammenhängen. Eine Änderung der Wechselkurse kann darüber entscheiden, wie viel ein Unternehmen an seine internationalen Zulieferer zahlen muss, und so die Gewinnspannen beeinflussen.

Rezession: Eine wirtschaftliche Rezession (gleich welcher Größenordnung) hat das Potenzial, die Kaufstimmung der Kunden zu ändern, was wiederum Unternehmen dazu zwingen kann, die Preise zu senken oder ihren Geschäftsplan komplett zu ändern.

Ein gutes Verständnis für die wirtschaftlichen Risiken ist wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Wir haben einige Fälle identifiziert, in denen Unternehmen ihre eigenen wirtschaftlichen Faktoren in Betracht gezogen und die spezifischen Risikofaktoren identifiziert und verringert haben.

Wie namhafte Unternehmen auf wirtschaftliche Risiken reagieren

IKEA: Reaktionen auf makroökonomischen Wandel

Die Weltwirtschaftskrise von 2007 bis 2009 führte einem erneut vor Augen, welchen Einfluss externe wirtschaftliche Gegebenheiten auf Unternehmen haben können. Dennoch war IKEA im Vergleich zu vielen anderen Unternehmen weniger von der Krise betroffen, weil es eine Strategie der Kostenführerschaft betreibt, welche die wirtschaftlichen Risiken seiner Versorgungskette sowie seine wesentlichen Geschäftsaktivitäten miteinbezieht. Obgleich IKEA 5.000 Stellen streichen musste, ging sein Umsatzvolumen im 2. Quartal 2009 lediglich um ein Prozent zurück.

Amazon: Umgang mit Wechselkursen und Steuerrisiken

2016 machten die Umsatzerlöse aus dem internationalen Geschäft 32 % von Amazons Einnahmen aus.

Daher unterliegt das Unternehmen einem verstärkten Risiko für Wechselkursschwankungen. Änderungen bei Wechselkursen wirkten sich 2014, 2015 und 2016 negativ auf die Umsatzerlöse aus, mit Einbußen von jeweils 636 Millionen, 5,2 Milliarden und 550 Millionen US-Dollar.

Als der amerikanische Präsident Donald Trump im Juni 2017 von der Notwendigkeit sprach, eine Internetsteuer einzuführen, bezog er sich dabei direkt auf Amazon. Dieser Vorfall ist ein Beispiel für die potenziellen Auswirkungen wirtschaftlicher Faktoren, in diesem Fall einer Besteuerung von Amazon.

Um diese Risiken abzumildern, diversifiziert Amazon sein Portfolio, um so die Auswirkungen von Wechselkursen und Steuerlast zu verringern.

So können Sie wirtschaftlichen Risiken vorbeugen

Durch die Möglichkeit immer kurzfristigerer Einblicke in Wirtschafts- und Markttrends sowie potenzielle rechtliche Maßnahmen und andere Faktoren können Sie proaktiv reagieren und damit Risiken abmildern. Achten Sie darauf, dass Sie eine Lösung für Risikoüberwachung haben, auf die Sie sich verlassen können.

Unternehmen müssen kalkulierte Risiken eingehen, um Unternehmensziele zu erreichen. Verbesserte Einblicke in die PESTEL-Risiken erleichtern agile Reaktionen, wenn ernsthafte Probleme auftauchen. Nexis® Entity Insight ist ein mächtiges Instrument, das Unternehmen hilft, laufende Beobachtungen durchzuführen, zugeschnitten auf die unternehmensspezifischen Risiken. Erfahren Sie jetzt mehr dazu.

3. Soziokulturelle Risiken

Unternehmen, die international agieren, setzen sich beträchtlichen Risiken aus, wenn sie globale Trends und lokale soziokulturelle Normen nicht richtig einschätzen. Welche soziokulturellen Risiken für Ihr Unternehmen relevant sind, hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab – von den jeweiligen Ländern, in denen Ihr Unternehmen geschäftlich tätig ist, bis hin zu den Arten von Produkten und Dienstleistungen, die Sie anbieten.

Die meisten soziokulturellen Risikofaktoren lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

1. Demografische Faktoren

Zu den demografischen Risikofaktoren zählen beispielsweise

  • Bevölkerungswachstum
  • Altersverteilung und Nachfrageverschiebungen im Laufe der Zeit
  • Durchschnittlicher Umfang und Struktur der Familien
  • Soziale Vielfalt wie ethnische Hintergründe, Geschlecht, Einkommen und Bildung
  • Einwanderungs- und Auswanderungsraten

2. Gesellschaftlich-kulturelle Faktoren

Zu den gesellschaftlich-kulturellen Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Struktur der Gesellschaftsklassen
  • Vermögen der einheimischen Bevölkerung
  • Veränderungen im Kaufverhalten
  • Einkommensdisparitäten
  • Bildungsniveau und -zugang
  • Niveau und Verfügbarkeit der Gesundheitsversorgung
  • Soziale Einflussnehmer, zum Beispiel Bürgergruppen, Gangs
  • Mode- und Lebensstiltrends
  • Einfluss sozialer Medien gegenüber traditionellen Medien
  • Vorherrschende Kommunikationstechnologie
  • Mischungsverhältnis zwischen einheimischen und eingeführten kulturellen Gepflogenheiten

Diese Risiken gelten nicht nur für Schwellenmärkte. So beeinflusste beispielsweise der Brexit schon früh das Kaufverhalten.

3. Glaubens- und einstellungsbezogene Faktoren

Zu den glaubens- und einstellungsbezogenen Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Religion: Mehrheits- und Minderheitsreligionen, Einfluss von religiösen Führungspersonen auf gesellschaftliche Verhaltensweisen und Rolle der Religion als Instrument sozialer Bindung oder Spaltung
  • Aberglauben: Glaubensvorstellungen und örtliche Mythologien, die das Verhalten beeinflussen
  • Feiertagsbräuche und -traditionen
  • Bank-, Investitions- und Sparpraktiken
  • Akzeptanz verschiedenster Menschen, Länder und Unternehmen
  • Interpretation ethischer beziehungsweise unmoralischer Verhaltensweisen

Obgleich diese Faktoren eher harmlos erscheinen, ist das Risiko durchaus real. Denken Sie beispielsweise an den chinesischen Brauch des Guanxi. Im Rahmen dieses Brauchs ist es üblich, Geschenke zu überreichen, jedoch müssen Unternehmen dabei Vorsicht walten lassen, um nicht mit Gesetzen wie dem Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) und dem UK Bribery Act in Konflikt zu geraten.

Wie können Unternehmen soziokulturellen Risiken vorbeugen?

Der Umgang mit soziokulturellen Risiken kann eine große Herausforderung für internationale Unternehmen darstellen. Die Interaktion mit einer kompletten Versorgungskette – nicht nur der ersten Ebene – kann angesichts des Umfangs moderner Versorgungsketten nahezu unmöglich sein. Ein praktischerer Ansatz besteht darin, sich auf die wichtigsten Zulieferer und bestimmte „Hotspots“ in der Versorgungskette zu konzentrieren, wie zum Beispiel Untersektoren wie Bergbau oder Schwellenmärkte, die für soziokulturelle Probleme besonders anfällig sind.

Indem Sie Ihren Ansatz an den relevantesten sozialen Problemen ausrichten und einen proaktiven Prozess zur Überwachung von Risikoindikatoren in den Nachrichten, sozialen Medien und anderen wichtigen Datenquellen einrichten, verbessern Sie Ihre Fähigkeit, etwaige Risiken vorherzusagen und zu verringern und den Wachstumskurs Ihres Unternehmens beizubehalten.

4. Technologische Risiken

Bei der Betrachtung technologischer Risiken ist es wichtig, sowohl die Faktoren zu kennen, die sich durch aktuelle und künftige Technologien auf das Unternehmen auswirken können, als auch die technischen Risiken entlang der Lieferkette.

„Die tiefgreifende Vernetzung globaler Risiken bedeutet, dass sich der technologische Wandel auf vielfältigere Weise auf die Risikolandschaft auswirken kann“, besagt der vom Weltwirtschaftsforum erstellte Global Risks Report 2017. Tatsächlich nannten die 100 wichtigsten Wirtschaftsführer der Welt die mit Künstlicher Intelligenz (KI), Cyberattacken und Datenbetrug verbundenen technologischen Risiken bei ihrer Risikoeinschätzung in diesem Report besonders häufig und unterstrichen dadurch ihre wachsenden Befürchtungen hinsichtlich des Einsetzens der sogenannten „vierten industriellen Revolution“.

Um technologische Faktoren zu verstehen, genügt es, sich die beeindruckenden Progressionsraten der vergangenen Jahre anzusehen, um die Geschwindigkeit, mit der diese Entwicklungen ablaufen, zu verstehen. Dazu zählen beispielsweise die vermehrte Nutzung von Hybrid- und Elektroautos, die Einfachheit kontaktlosen Bezahlens oder die bedeutenden Auswirkungen sozialer Online-Medien auf unseren Alltag.

Diese ungezügelte technologische Entwicklung bedarf schneller Reaktionen seitens der Unternehmen, damit diese Schritt halten und innerhalb eines wettbewerbsorientierten Firmenumfeldes bestehen beziehungsweise die Sichtbarkeit steigern können.

Welche technologischen Faktoren können Konsequenzen für Unternehmen haben?

Disruptive Technologie

Technologische Implementierungen können sich störend auf das Firmenwachstum auswirken. SO sorgte zum Beispiel fegte der kometenhafte (und technologiegestützte) Aufstieg von Uber für enorme Umsatzeinbußen herkömmlicher Beförderungsdienste hinweg.

Disruptive digitale Technologie wirkte sich entscheidend auf Medienorganisationen aus, da sich das Angebot, Programme zu konsumieren, erheblich erweiterte. Streaming hat den herkömmlichen Rundfunkanstalten einen Teil ihrer Zuschauer abspenstig gemacht und schuf die Möglichkeit, Unternehmen und Konsumenten gezielte Angebote, günstigere Medien und größere Reichweite zu bieten.

Organisationsprozesse

Zahlreiche technologische Risiken resultieren aus mangelnder Datensicherheit und Cyberverbrechen. Beispiele wie das Hacken des gesamten Verwaltungssystems des britischen Gesundheitsdienstes NHS zeigen die verheerenden Auswirkungen einer Sicherheitslücke auf die Geschäftskontinuität und das Vertrauen der Stakeholder.

Ein weiteres Risiko besteht im technischen Versagen wie dem Nichtauslösen von Airbags, das sich massiv auf die Automobilindustrie auswirkte.

Inbsesondere technologische Risiken, die eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, können zu regulatorischen Risiken wie Bußgeldern führen und sich negativ auf den Umsatz, das Ansehen und das Wachstum von Unternehmen auswirken.

Die Integration moderner Technologie kann aber auch zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen führen. Der Schlüssel dazu ist ein leistungsfähiges Monitoring: Es kann Organisationen helfen, neue Technologien zu identifizieren und daraus Nutzen zu schöpfen, oder potenzielle Warnungen aufgrund technischen Versagens deutlicher wahrzunehmen.

Beschäftigung

Wohl jede Diskussion über Technologie kommt früher oder später auf die Frage der Beschäftigung zu sprechen. KI und Automatisierung haben bereits zu einem Niedergang der „traditionelleren“ Karriereformen geführt. Dieser Trend wird aller Voraussicht nach nicht abreißen. Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation könnten bis zu 50 Prozent der gesamten Arbeiterschaft Asiens davon betroffen sein, durch Roboter ersetzt zu werden. Des Weiteren könnte die Beschäftigung von Wartungspersonal in Ländern mit instabilerer Infrastruktur ein immer größeres Problem darstellen, was Störungen von Lieferketten und damit verbundene finanzielle Einbußen und Rufschäden nach sich ziehen würde.

Technologische Risiken und ihre Auswirkungen auf Lieferketten

Ganz wie bei den zuvor erwähnten Risiken gibt es auch in Verbindung mit Lieferketten eine ganze Reihe an zusätzlichen technologischen Risiken. Werden beispielsweise Arbeitsabläufe in Ländern mit instabilerer Infrastruktur automatisiert, so kann gegebenfalls keine lückenlose Produktuin gewährleistet werden. Die Unterbrechung der Stromversorgung kann teure Ausrüstung beschädigen, möglicherweise kann kein Wartungspersonal angeworben werden, was zu Unterbrechungen der Lieferkette führt und damit verbundene finanzielle Einbußen beziehungsweise Rufschäden verursacht. Ein wachsendes Bewusstsein für technologische Trends ermöglicht es Ihnen, proaktiv darauf zu reagieren. Um jedoch technologische Risiken besser durchschauen zu können, sollten Sie sicherstellen, dass Sie über verlässliche Lösungen für das Risikomonitoring verfügen.

5. Umweltrisiken

Wie können sich Umweltrisiken auf den Unternehmenserfolg auswirken?

Im abstrakten Sinne kann man alle externen Faktoren, die sich möglicherweise auf ein Unternehmen auswirken könnten, als Umweltrisiken (Environmental RIsks) begreifen. Im PESTEL-Kontext liegt der Schwerpunkt jedoch auf der konkreten physischen Umwelt. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich Umweltfaktoren auf Unternehmen auswirken können:

  • Pandemien: 2020 legte die COVID-19-Pandemie die weltweite Wirtschaft weitesgehend lahm. Produktionsbetriebe, Gastronomie, Hotellerie und jegliche Arten von Angeboten zur Freizeitgestaltung mussten schließen, vielerorts wurde Kurzarbeit eingeführt, Großteile der Mitarbeiterschaft wurden entlassen... Corona hatte Auswirkungen nie dagewesener Ausmaße auf sämtliche Unternehmen.
  • Klima, Wetterereignisse und Naturkatastrophen: Dass auch Naturkatastrophen Versorgungsketten unterbrechen können, zeigt das Beispiel Toyota: Nach den Erdbeben in Japan musste der Autobauer im April 2016 die Produktion in seinen Werken im ganzen Land wegen Mangel an Teilen einzustellen.
  • Klimawandel: Der Klimawandel geht unter Umständen mit einer Verknappung von Rohstoffen wie zum Beispiel Wassermangel oder Energieknappheit einher. Er kann auch die Auswirkungen von Wetterereignissen wie Hurrikans, Schneestürmen oder Waldbränden verstärken, welche wiederum Geschäftsbetrieb oder Warentransport unterbrechen und damit Versorgungsketten ins Chaos stürzen können.
  • Angebot an nicht erneuerbaren Materialien: Drückt beispielsweise ein Überangebot an Rohöl die Preise nach unten, steigen die strategischen Risiken für Ölunternehmen. Steigen hingegen die Preise aufgrund einer Rohölknappheit, so erhöhen sich für eine noch größere Bandbreite an Unternehmen die finanziellen Risiken. Hinzu kommen potenzielle Störungen beim Transport, die ein Treibstoffmangel mit sich bringt.

Umweltrisiken bei Geschäftsentscheidungen berücksichtigen

Mitunter lassen sich Umweltrisiken ohne fortlaufende Überwachung vorhersagen. Das Klima selbst ist ein hinlänglich bekannter Faktor. So wissen Unternehmen, die in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) expandieren wollen, meist gut über die Probleme Bescheid, die der Betrieb in einem heißen, trockenen Klima mit sich bringt und bereiten sich entsprechend darauf vor. Auch Wetterereignisse lassen sich oft genug vorhersehen: Unternehmen mit Geschäftsbetrieb oder Zulieferern in Küstenregionen sind sich darüber im Klaren, dass sie saisonalen Risiken wie beispielsweise Hurrikans unterliegen, die den Betrieb stören können, und halten entsprechende Aktionspläne bereit. Mit fortschreitendem Klimawandel lassen sich die bekannten Faktoren allerdings immer schlechter vorhersagen. Und genau hier kann eine kontinuierliche Überwachung der Umweltrisiken hilfreich sein.

Da es auch zu einem Wechselspiel zwischen „bekannten Risiken (wie zum Beispiel Hurrikans) und neu auftretenden Risiken (steigender Meeresspiegel) kommen kann, ist das Ergebnis nicht immer so leicht vorherzusehen. Insofern steigert die Vorhersage neu auftretender Risiken die Fähigkeit, potenzielle Ergebnisse in Fällen zu prognostizieren, wo sich die Risiken überschneiden.“

Rechtliche Risiken (legal) ergeben sich aus Vorschriften und Gesetzen. Sie sind wichtige Komponenten, wenn es darum geht, die Wettbewerbsgleichheit für Unternehmen und Gesellschaften zu gewährleisten und wirken sich auf alle Geschäftsfelder aus. Rechtliche Faktoren können sowohl den Betrieb als auch die Leitung von Unternehmen positiv oder negativ beeinflussen – ganz egal, in welchem Land sich das Unternehmen befindet.

Regulatorische Risiken können sich auf den Umsatz, den Ruf und den Unternehmenserfolg auswirken und selbst dann auftreten, wenn sich ein Unternehmen über seine Rechte und Pflichten im Klaren ist. Das liegt zum einen daran, dass Zulieferer und andere Drittparteien ein erweitertes Risiko für regelwidriges Verhalten mit sich bringen. Zum anderen kommt hinzu, dass sich die internationale regulatorische Landschaft in einem stetigen Wandel befindet. Unternehmen müssen kontinuierlich Echtzeitinformationen zu aktuellen und bevorstehenden Richtlinien- und Gesetzesänderungen einholen müssen, um ihr Risiko so gering wie möglich zu halten. Rechtliche Risiken stellen insbesondere für international tätige und multinationale Konzerne ein Problem dar, da diese nicht nur die Vorschriften und Gesetze im Land ihres Firmensitzes kennen, sondern diese Faktoren auch für alle Staaten oder Länder ermitteln müssen, in die sie liefern bzw. aus denen sie beliefert werden.

Welche rechtlichen Risiken bestehen für Unternehmen?

  • Steuer und Zollvorschriften wie steuerliche Einschränkungen für bestimmte Wirtschaftsbereiche oder Ex- und Importbeschänkungen sind insbesondere für Firmen relevant, deren Geschäftsbetrieb den Import oder Export von Waren beinhaltet.
  • Allgemeine wirtschaftspolitische Regelungen decken eine Vielzahl von Themen und Aspekten ab, zum Beispiel währungs- und handelspolitische Regelungen, Eigentumsrechte, die staatliche Kontrolle geschäftlicher Aktivitäten (Zulassungen, Lizenzen, Konzessionen), die Förderung bestimmter Unternehmenstätigkeiten oder Datenschutzgesetze.
  • Gesetze zum Schutz von Arbeitnehmern können von Land zu Land große Unterschiede aufweisen und stellen für Unternehmen daher ein großes potenzielles Risiko für Rufschädigungen oder Gesetzesverstöße dar. So gestatten beispielsweise die Gesetze zur Kinderarbeit in bestimmten Teilen Asiens in Übereinstimmung mit der Internationalen Arbeitsorganisation die Beschäftigung von Kindern ab 14 Jahren.
  • Verbraucherschutz- und Außenhandelsgesetze sind insbesondere für Unternehmen relevant, die Waren direkt an Endverbraucher verkaufen oder in andere Länder exportieren. Werden neue Gesetze oder Gesetzesänderungen nicht fortwährend überwacht und umgesetzt, so kann die Versorgung aufgrund regulatorischer Maßnahmen unterbrochen oder ausgesetzt werden. Zu diesen Gesetzen zählen unter anderem: Mess- und Eichgesetze, Produktbeschreibungsvorschriften, Verbraucherkreditgesetze, Altersschutzgesetze, Handelssanktionen und internationale Handelsbestimmungen.

Wie können Unternehmen rechtliche Risiken minimieren?

Rechtliche Risiken bestehen nicht nur in Geldstrafen, Rufschädigung oder Vertrauensverlust. Sie können sich auch indirekt auf Unternehmen auswirken. So wurde im September 2017 Ubers Betriebslizenz in London entzogen, da die Londoner Behörden der Ansicht waren, das Unternehmen bewege sich im Hinblick auf die Rechte seiner Mitarbeiter und die Sicherheit seiner Kunden am Rande der Legalität.

Um dem direkten sowie indirekten Risiko entgegenzuwirken, sollten Sie sicherstellen, dass sich Ihr Unternehmen über alle relevanten Gesetze in Bezug auf Ihren Betrieb im Klaren ist.

Je mehr Sie sich der möglichen gesetzlichen Maßnahmen bewusst sind und ­was noch wichtiger ist –verstehen, inwiefern sich diese auf Ihren Geschäftsbetrieb auswirken könnten, desto proaktiver können Sie Risiken bereits im Voraus vermeiden. Einen besseren Überblick über die rechtlichen Risiken verschaffen sich, indem Sie sich eine Lösung zur Risikoüberwachung suchen, auf die Sie sich verlassen können.

Tool für die PESTEL-Risikoüberwachung

Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, sämtliche benötigten Informationen zu recherchieren und diese auch ständig aktuell zu halten. Mit einem Tool wie Nexis® Entity Insight können Sie die PESTEL-Faktoren im Blick behalten, die für die Risiken, die auf Sie zukommen, am relevantesten sind – ob politisch, wirtschaftlich, soziokulturell, technisch, rechtlich oder ökologisch. Dieser maßgeschneiderte Ansatz an die Überwachung hilft Ihnen dabei, ein Übermaß an Informationen zu vermeiden. Er ermöglicht Ihnen außerdem, Warnsignale früher zu erkennen und proaktiv auf Reputationsrisiken sowie rechtliche, finanzielle und strategische Risiken reagieren zu können.

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