Bedenken zu intransparentem wirtschaftlichen Eigentum steigen

Eine Zusammenfassung des Anti-Bribery and Corruption Benchmarking Report 2018 von Kroll/Ethisphere

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Der Anti-Bribery and Corruption Benchmarking Report 2018 von Kroll/Ethisphere stellt fest, dass die Bedenken angesichts unklarer und suspekter Eigentumsverhältnisse bei Unternehmen weiterhin wachsen. Im Rahmen der Studie wurden Führungskräfte aus Ethik, Compliance oder Korruptionsbekämpfung unter anderem gefragt, aus welchen Gründen potenzielle externe Partner den Ansprüchen ihrer Unternehmen nicht genügen. Dabei wurden Risiken im Zusammenhang mit Eigentumsstrukturen an dritter Stelle genannt, während sie im Vorjahr noch auf Platz fünf waren.

Zwar liegen diese Risiken noch immer hinter der wahrgenommenen Gefahr einer Reputationsschädigung oder eines Interessenskonfliktes, werden aber wichtiger gewertet als fragwürdige Beziehungen mit politisch exponierten Personen (PEPs) und ungewöhnliche Vertrags- oder Zahlungsstrukturen.

Die Senkung von Risiken durch Betrug und Korruption bleibt eine Herausforderung

Rund 60 % der Befragten gaben an, sie wären besorgt oder sehr besorgt über „Beneficial-Ownership“-Risiken im Rahmen der Zusammenarbeit mit Dritten. Nur einer von fünf Befragten war sehr zuversichtlich, dass die bereits im Unternehmen etablierten Mechanismen zur Reduktion solcher Risiken beitragen können. Ein ähnlich großer Anteil fühlte sich nur wenig oder überhaupt nicht zuversichtlich.

Der Bericht macht auch erneut deutlich, dass sich regulatorische Vorschriften, kritische Faktoren für die Unternehmensreputation sowie Datenschutzprobleme immer mehr vermischen und so Compliance-Teams vor immer neue Herausforderungen stellen. Und diese werden oftmals noch begleitet von einer großen Menge an Parteien, die direkt und indirekt mit einem Unternehmen zusammenarbeiten.

Der Anteil an Unternehmen unter den Befragten, die mit mindestens 1.000 Drittparteien pro Jahr zusammenarbeiten, ist von 39 % auf 45 % zwischen 2017 und 2018 deutlich gestiegen. Der Bericht von 2018 basiert auf 448 Umfrageergebnissen von Führungskräften in Unternehmen mit Hauptsitz in den USA (58 %), Großbritannien (21 %), Westeuropa (21 %), Brasilien (18 %) und Mittel-/Osteuropa (16 %).

Laut Anti-Bribery and Corruption Benchmarking Report 2018 gehen 65 % der Befragten davon aus, dass ihre Risiken durch Betrug und Korruption im Jahr 2018 auf demselben Niveau liegen werden wie im Vorjahr. Die 28 %, die mit steigenden Risiken rechnen, gaben als Hauptgrund die zunehmende Durchsetzung vorhandener Regulierungen an, dicht gefolgt von neuen Regulierungen.

Probleme treten erst nach Onboarding Due Diligence auf

Drei von vier Befragten gaben in der Studie an, dass ihre Unternehmen einige oder alle ihrer Drittanbieter überwachten, und 58 % deckten nach Durchführung der anfänglichen Due-Diligence-Prüfung Verstöße gegen die Anti-Bestechungs- und Korruptions-Vorschriften durch Drittanbieter auf. Die meisten Probleme konnten in der Due-Diligence-Phase erkannt werden. Dennoch gaben 45 % der Befragten, die Probleme erst nach dem Onboarding festgestellt hatten, an, dass diese zur Zeit des Onboardings noch nicht vorhanden gewesen seien, und 29 %, dass der Partner die Probleme zu diesem Zeitpunkt verschwiegen habe.

Was Unternehmen aus der Studie lernen können

Die Überprüfung von Geschäftspartnern darf nicht schon mit der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung enden. Unternehmen und Gegebenheiten entwickeln sich weiter, und leider nun mal nicht immer in die richtige Richtung. Eine laufende Risikoüberwachung ist daher für international agierende Unternehmen unerlässlich.

Dabei geht es für Unternehmen nicht nur darum, mögliche Fallstricke zu vermeiden. Denn Investoren befürworten häufig ein ethisch korrektes Geschäftsgebaren, welches sich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken kann.

Durch künftige Entwicklungen, wie neue Zahlungsarten (beispielsweise Open Banking oder Kryptowährungen), wird erwartet, dass die Besitzverhältnisse in Unternehmen noch intransparenter werden. Unternehmen sollten also die Augen offen halten und einmal eingeführte Lösungen zur Risikoprävention regelmäßig neu bewerten und vergleichen, um stets auf der sicheren Seite zu sein.

Nächste Schritte

Melden Sie sich zu unserem Webinar „Das Transparenzregister - Eintragung und Beauskunftung von wirtschaftlich Berechtigten“ an oder schauen Sie sich die Videoaufzeichnung im Nachgang an.

Laden Sie sich unsere Due Diligence Checkliste heruntere, um auch nach der Onboarding Due Diligence, die richtigen Vorkehrungen zu treffen.


Zur Person

Salvatore Saporito ist Teamleiter Europa Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), dem Berufsverband der Compliance Manager (BCM), in der DGI Fachgruppe Compliance sowie im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.

Diesen Blog-Beitrag teilen:


Blog-Alert abonnieren

Wir informieren Sie automatisch
über neue Blogbeiträge.

Blog durchsuchen

Blog durchsuchen

Sortieren

Nach Kategorie