Das Compliance-Risiko im MiFID-II-Umfeld bewältigen

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Wenige Tage nach der Einführung von MiFID II wird die Finanzdienstleistungsbranche in Europa – und im weiteren Verlauf auch in der übrigen Welt – täglich von neuen, zum Teil unvorhersehbaren Aktivitäten im Rahmen der Reformen überflutet. Wir erklären, wie der Zugang zu aktuellen Nachrichten, rechtlichen Informationen sowie Geschäfts- und Marktdaten Unternehmen dabei helfen kann, das MiFID-II-Compliance-Risiko besser zu steuern.

Die überarbeitete Fassung der sieben Jahre alten Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente der EU, die am 3. Januar in Kraft getreten ist, stellt eine gewaltige Gesetzesvorlage mit 1,7 Millionen Paragraphen dar, die stetig ausgebaut wird. Sie zielt darauf ab, die Transparenz zu erhöhen und die Offenlegung von Vorschriften zu standardisieren und betrifft alle Arten der Vermögensverwaltung, Beratungsdienstleistung sowie die Handels- und Vermittlungstätigkeit von Banken, Nichtbanken und anderen Dienstleistern.

Angesichts des Ausmaßes und der Komplexität der Änderungen haben die Aufsichtsbehörden ihre Absicht bekundet, zunächst einen gewissen Spielraum bei der Einhaltung der Vorschriften zuzulassen, wobei diese Aussage vielmehr ihren eigenen Bereitschaftszustand widerspiegeln könnte als die Bereitschaft, ein Auge zuzudrücken.

Die Einhaltung der MiFID-II-Bestimmungen sieht vor, dass Unternehmen jeder Größe ihre erforderlichen Compliance-Bereiche identifizieren und eventuell notwendige Änderungen an Geschäftsprozessen umsetzen – von Telefonanrufen, persönlichen Treffen und Dokumentationen bis hin zu den Produkten, die sie anbieten und der Art, auf die sie sie den Kunden zur Verfügung stellen.

Die Financial Times berichtete Ende vergangenen Jahres, dass viele Fondsmanager und Unternehmensemittenten mit ihren Vorbereitungen im Verzug waren, und dass laut der Europäischen Kommission nur 11 der 28 EU-Mitgliedstaaten die MiFID-II-Regeln in lokales Recht umgesetzt hätten. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass bis zu 20 % der neuen Vorschriften in der zweiten Jahreshälfte 2017 hinzugefügt wurden. Nur zwei Wochen vor Einführung der MiFID-II-Bestimmungen hat die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde [ESMA], die paneuropäische Regulierungsbehörde, immer noch Klarstellungen und vielversprechende Schonzeiten ausgesprochen, berichtete die Financial Times und fügte hinzu, dass nicht einmal die ESMA einen reibungslosen Start vorhersagte.

Die Aufsichtsbehörden werden jedoch genau beobachten, wie sich MiFID II in diesem Jahr entwickelt, und es wird erwartet, dass sie eingreifen werden, wenn ihnen das, was sie sehen, nicht gefällt. In Bereichen wie der Handels- und Transaktionsberichterstattung wird die Nichteinhaltung der neuen Richtlinie von Anfang an deutlich sichtbar sein.

Datenstrukturen sind das Herzstück von MiFID II. Viele Unternehmen werden ihre Technologien aktualisieren (falls noch nicht geschehen), um die Einhaltung der Transparenz ihrer Kundendatenbanken, Kundenportale, Handelsaktivitäten und Nachhandelsberichterstattung sowie die Fähigkeit zur vollständigen und genauen Offenlegung der Kosten und Gebühren zu gewährleisten. Um die MiFID-II-Bestimmungen zu erfüllen, müssen Finanzinstitute jedoch auch Markt- und Referenzdaten nutzen, wobei sich Volumen, Art und Zugänglichkeit dieser Daten ändern und erhöhen werden.

Inhaltsintegration kann Finanzdienstleistungsunternehmen stärken, indem sie ihre eigenen aggregierten Daten und vorhandenen Tools durch glaubwürdige Nachrichten und Geschäftsinhalte ergänzen. Diese Art von Inhalten bietet nicht nur einen Mehrwert für die Unterstützung von Compliance-Strategien, sondern auch für Anwendungen für vorausschauende Modellierung und maschinelles Lernen. Ebenso können Unternehmen durch die fortlaufende Überwachung globaler Nachrichten, rechtlicher Informationen sowie Geschäfts- und Marktdaten potenzielle Risiken früher erkennen und proaktiv reagieren. Welche Daten benötigen Sie, um die MiFID-II-Compliance zu erfüllen sowie Analysen und Transaktionen durchzuführen, die Sie auf dem neuesten Stand hinsichtlich der Anforderungen von Aufsichtsbehörden halten und es Ihnen ermöglichen, Ihrer Konkurrenz voraus zu sein?

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Zur Person

Salvatore Saporito ist Teamleiter Europa Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), dem Berufsverband der Compliance Manager (BCM), in der DGI Fachgruppe Compliance sowie im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.

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