Whitepaper: Zur Diskussion über die Offenlegung von Daten zu wirtschaftlich Berechtigten

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Das Datenleck der 11,5 Millionen Panama–Papers-Dokumente der Firma Mossack Fonseca zog die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich. Dabei rückte das Ausnutzen von Steueroasen und Machenschaften geheimer Firmen, um Empfänger illegaler Gelder zu verbergen, in den Fokus der Medien.

Der Skandal verdeutlichte die Herausforderung, vor der Corporate Due Diligence Teams bei der Identifizierung der wahren Personen stehen, die Einnahmen durch kriminelle Machenschaften wie Geldwäsche, Bestechung oder Korruption erhalten.

Das LexisNexis-Whitepaper „The Hidden World Of Beneficial Ownership" (englische Sprache) greift die derzeitige Debatte auf. Es wird erklärt, in welchem Fall von einem wirtschaftlich Berechtigten (Ultimate Beneficial Owner) gesprochen wird, welche Probleme durch verstecktes wirtschaftliches Eigentum entstehen können und was Regulierungsbehörden, Regierungen sowie internationale Organisationen bereits unternommen haben, um eine transparentere Geschäftswelt zu schaffen.

Minimierung des Skandalrisikos

Das Whitepaper listet Maßnahmen auf, die besonders Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche ergreifen müssen, um sich selbst vor der mangelnden Transparenz über ihre Geschäftspartner zu schützen. Da bisher globale Transparenz-Standards fehlen, müssen sich Finanzunternehmen „absichern, dass sie entsprechend der Best-Practice-Regulierungen handeln, um dem Risiko zu entgehen, selbst in einen Korruptionsskandal verwickelt zu sein."

Das Risiko wird immer größer werden, da Strafverfolgungen des Mossack Fonseca Datenlecks (und wahrscheinlich auch weitere, daran angelehnte Lecks) Regulierungs- und Untersuchungsbehörden unter Druck setzen, Fälle bezüglich der mangelnden Transparenz wirtschaftlich Berechtigter dringender und energischer zu behandeln. Als Reaktion einigten sich bereits die fünf größten EU-Nationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien darauf, Informationen über wirtschaftlich Berechtigte künftig zu teilen. Alle weiteren G20-Nationen wurden dazu aufgerufen, den fünf Vorreitern nachzukommen. Die Einführung der 4. EU Anti-Geldwäsche-Regelung fordert alle EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, Ultimate-Beneficial-Ownership-Register zu erstellen und die Informationen allen Finanzunternehmen zur Verfügung zu stellen.

Ein weltweiter Schatten

Wie weit das Problem genau reicht, ist natürlich unbekannt. Aber es ist ohne Frage massiv und weltweit verbreitet.

Als die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mehr als 400 Bestechungsfälle in 41 Ländern für einen Bericht in 2014 überprüfte, wurden bei einer von vier Organisationen illegale Gelder aus Briefkastenfirmen aufgedeckt. Die Weltbank schätzte, dass korrupte Politiker solche Firmen nutzen, um Ihre Identitäten zu verschleiern und zwar in 70 % von mehr als 200 Korruptionsvorfällen.

Die New York Times schätzte 2014 das schwarze Offshore-Vermögen auf mindestens 8 % des weltweiten Privatvermögens, mehr als 7 Billionen US-Dollar. Die Möglichkeit, Gelder illegal mittels Briefkastenfirmen zu überweisen oder zu verstecken, um die wahren Eigentümer zu verschleiern, war ausschlaggebend für zwei der größten Korruptionsskandale der letzten Jahre: die Schmiergeldzahlungen zwischen Vertretern des Fußballverbandes FIFA und die Korruptionsvorwürfe beim brasilianischen Ölkonzern Petrobras. Die Größe einer Organisation oder ihr öffentlicher Markenauftritt, sind also keine Garantie für korruptionsfreies Verhalten.

Due Diligence Empfehlungen

Unternehmen müssen robuste laufende Due-Diligence-Prozesse (Ongoing Due Diligence) implementieren, um das Risiko zu minimieren, mit Bestechung, Korruption, oder Geldwäsche in Verbindung zu geraten. Die Prozesse sollten nicht nur die lokalen Rechtsvorschriften erfüllen, sondern auch darüberhinausgehende Best-Practice-Regulierungen wie die Empfehlungen der Financial Action Task Force. Wenn es um das Risiko eines Unternehmens geht, sollte die Devise lauten „Besser zu viel als zu wenig". Solche Empfehlungen finden Sie im neuen LexisNexis Whitepaper.

Finanzunternehmen müssen insbesondere dann auf robuste Due-Diligence-Prüfungen achten, wenn sich eine Zusammenarbeit mit neuen Kunden anbahnt. Es ist essentiell, genau zu wissen, mit wem man eine Geschäftsbeziehung eingeht, ob Kunden, Lieferanten, Auftragnehmer oder Partner. Gründliche Due-Diligence-Prüfungen beinhalten eine laufende Kontrolle verdächtiger Unternehmen auf weltweiten Watch-Listen und PEP-Listen (politisch exponierte Personen) sowie individuellen Biographien und die proaktive Beobachtung neuer Absatzmärkte.

5 Tipps für effektive Due Diligence

Das LexisNexis Whitepaper „The Hidden World Of Beneficial Ownership" beinhaltet 5 Tipps für eine effektivere Due-Diligence-Prüfung:

  1. Bringen Sie mehr Informationen über Ihren Kunden, Lieferanten, Partner in Erfahrung
  2. Verstehen Sie das regulatorische Umfeld
  3. Folgen Sie den Spuren
  4. Ziehen Sie externe Berater in Erwägung
  5. Due Diligence ist kein einmaliger Prozess

Unser Tool zur Geschäftspartnerprüfung Lexis Diligence®  unterstützt Sie bei Ihren KYC-Analysen.

Präzisere Erklärungen zum Thema Wachsamkeit und Risikomanagement finden Sie in unserem englischen Whitepaper, welches Sie kostenfrei als PDF herunterladen können.


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.


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