E wie Environment: Due Diligence in Bezug auf Umweltschutz

15.06.2022 von Thomas Becker

Im diesem Blogbeitrag unserer Serie zum Thema ESG-Risiken befassen wir uns eingehender mit dem Buchstaben „E“ in ESG. Dazu zeigen wir die wichtigsten Faktoren auf, die Unternehmen bei der Beurteilung von Umweltrisiken berücksichtigen müssen – und wir erklären, wie Nexis® Solutions die Orientierung in der Informationsflut erleichtern und helfen können, derartige Risiken zu erkennen und zu verringern.

E in ESG Banner

Definieren der Kriterien für Umweltrisiken

Umweltfaktoren sind meist der am besten verstandene ESG-Aspekt, weil Medien und Politik sich in den letzten Jahren intensiv mit dieser Thematik befasst haben. Der Begriff wird oft als Abkürzung für klimaschädliche Emissionen verwendet. Diese Emissionen sind zwar wichtig, aber Unternehmen sind mit weitaus vielfältigeren Umweltrisiken konfrontiert. In der Due-Diligence-Prüfung auf Umweltrisiken sollten drei Bereiche im Mittelpunkt stehen:

  • Ressourcen: Woher stammen die in einem Produkt verwendeten Materialien? Verschmutzen seine Herstellungsmethoden das Erdreich? Welche Prozesse werden für Abfall- und Wasserwirtschaft verwendet? Legen Investmentfirmen ihr Geld in umweltverschmutzenden oder in umweltfreundlichen Unternehmen an?
  • Nachhaltigkeit: Sind Dienstleistungen und Produkte eines Unternehmens mit hohen CO2-Emissionen verbunden? Oder versuchen sie, mit einem kreislaufwirtschaftlichen Modell zu arbeiten, das eine nachhaltige Wiederverwendung mit minimaler Belastung der Umwelt fördert?
  • Klimaschädigende Emissionen: Wie hoch sind der CO2-Ausstoß und der Energieverbrauch eines Unternehmens und seiner Zulieferer? Welche Verpflichtungen zur Senkung ihres CO2-Ausstoßes ist das Unternehmen eingegangen? Legt es eigens verschuldete Umweltbelastungen offen, beispielsweise im Jahresbericht und in anderen Mitteilungen ? Wie haben sie ihre vorherigen Ziele erreicht?

Green Pressure – Druck zum ökologischen Handeln: Warum müssen Unternehmen Umweltrisiken verstehen?

Im Zuge des Trends zu verbindlichen Sorgfaltspflichten mit Blick auf Menschenrechte haben sich Regulierungs- und Aufsichtsbehörden besonders auf Umweltbelastungen durch Unternehmen konzentriert. Dieser Trend wird sich nach dem COP26-Gipfel der Vereinten Nationen Ende 2021, auf dem sich die Staats- und Regierungschefs auf weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels geeinigt haben, wahrscheinlich noch beschleunigen. Beispiele aus der letzten Zeit sind etwa:

  • Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat vor kurzem neue Regelungen vorgeschlagen.1 Danach wären alle börsennotierten Unternehmen verpflichtet, in ihren geprüften Jahresabschlüssen Bericht über Risiken mit Blick auf den Klimawandel zu erstatten und ihren Ansatz zum Umgang mit klimabezogenen Risiken und die relevanten Risikomanagement­prozesse darzustellen.
  • Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsicht Competition and Markets Authority ermittelt gegen große Modeunternehmen wegen angeblich irreführender Angaben über ihre Umweltfreundlichkeit.2
  • Die Bank of England warnt Banken und Versicherungen, dass sie hart gegen sie vorgehen wird, falls sie kein Management von Klimarisiken ausführen.3
  • Nach Inkrafttreten der EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor wächst der Druck auf Vermögensverwalter, offenzulegen, ob sie in der Auswahl ihrer Anlagen ESG-Faktoren berücksichtigt haben.

Belastungen der Umwelt sind außerdem zu einem großen Imagerisiko für Unternehmen geworden. Als Greta Thunberg Banken dazu aufrief, „nicht länger unsere Zerstörung zu finanzieren“4 – beispielsweise durch die Vergabe von Krediten an Unternehmen, die fossile Brennstoffe nutzen –, hagelte es weltweit Negativschlagzeilen für den Finanzsektor.

Investoren verlagern ihr Vermögen zunehmend in Unternehmen, die Risiken für den Klimawandel, die von Dritten und ihrer Lieferkette ausgehen, transparent darstellen und sich bemühen, die Belastung der Umwelt durch ihre Tätigkeit zu verringern. Im Mai 2022 hat ein Klimaaktivist und Anleger mehr als ein Zehntel der Anteile an einem Energieunternehmens in Australien mit dem Ziel erworben, die Belastungen für das Klima durch das Unternehmen von innen heraus zu verringern.5

Die Bemühungen von Unternehmen, die Umweltbelastung durch Dritte oder von potenziellen Kandidaten für Investitionen zu bestimmen, werden jedoch durch Hindernisse erschwert. Greenwashing ist in diesem Sektor ein weit verbreitetes Problem. Einer aktuellen Studie zufolge macht ein Drittel von 1000 großen Unternehmen in den USA überhaupt keine Angaben zu Umweltdaten.6 Unternehmen müssen deshalb eine breite Palette an Datenquellen und Kriterien zum Beurteilen von Umweltrisiken nutzen.

LexisNexis: In der Informationsflut ESG-Risiken erkennen und Insights gewinnen

LexisNexis hilft Unternehmen, Herausforderungen bei der Beurteilung von ESG-Risiken zu bewältigen und Einblicke in ESG-Risiken aus unserer breiten Palette an Daten – von unserem Nachrichtenarchiv über Unternehmensdaten bis hin zu PEP- und Sanktionslisten – zu gewinnen. Das unterstützt Unternehmen im Management Ihrer Imagerisiken, bei Due-Diligence-Prüfungen und bei datengestützten Investitionsentscheidungen.

Als Ergänzung unserer bestehenden Daten haben wir Nexis Diligence™ vor kurzem um ESG-bezogene Inhalte erweitert. Damit haben Nutzer die Möglichkeit, in ihren Workflow für Due-Diligence-Recherchen und Reportings eine ESG-Risikobewertung aufzunehmen – in einer einzigen Benutzeroberfläche mit Inhalten, die gezielt für schnelle, kostengünstige und umfassende Due Diligence ausgewählt sind:

  • ESG Ratings ist ein neuer Inhaltstyp in Nexis Diligence™, der einen Überblick über das ESG-Profil eines Unternehmens bietet. Die von CSRHub bereitgestellten Ratings helfen Kunden, das Image- oder Ethikrisiko in Verbindung mit einem Unternehmen zu verstehen. Die ESG-Ratings schlüsseln die Bewertungen für jede ESG-Kategorie in weitere Unterkategorien auf und bieten darüber hinaus eine Gesamtbewertung für das Unternehmen.
  • ESG Custom News bietet eine Reihe von vordefinierten Suchbegriffen, mit denen Nutzer gezielt ESG-bezogene Recherchen in unserem umfangreichen Angebot an Nachrichtenquellen durchführen können.
  • Mit ESG Factors Power Topics lassen sich alle gefundenen Nachrichten mit Hilfe einer ESG-spezifischen Indexierung nach Themen filtern.

Nächste Schritte:

  1. Informieren Sie sich in unserem Whitepaper "Nachhaltigkeit unterstützen: EU erhöht Druck zur Erfüllung von ESG-Standards" über die Themen ESG und Risikominderung.
  2. Lesen Sie auch unsere anderen Blogbeiträge der Serie zu Thema ESG-Risiken.

Quellen:

1 SEC Proposes Rules to Enhance and Standardize Climate-Related Disclosures for Investors, sec.gov, 21.03.2022
2 Dirty greenwashing: watchdog targets fashion brands over misleading claims , theguardian.com, 14.01.2020
3 Bank of England warns of crackdown on financing linked to climate risk, theguardian.com, 28.10.2021
4 Greta Thunberg: Activist calls on banks to stop funding climate 'destruction', bbc.co.uk, 29.10.2021
5 Climate activist gains 11% of Australia's AGL Energy, to vote against company split , reuters.com, 02.05.2022
6 ESG AND GREEN BUSINESS One-third of the largest US companies don’t disclose any of their environmental impact, cnbc.com, 28.04.2022

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