Gemeinsames Vorgehen gegen Kinderarbeit

Sind Ihre Lieferketten frei von menschenunwürdigen Bedingungen?

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Weltweit gibt es heute immer noch mehr als 168 Millionen arbeitende Kinder im Alter von 5-17 Jahren. Am 12. Juni 2016, dem Welttag gegen Kinderarbeit, rückte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Problematik versteckter Kinderarbeit in Lieferketten erneut ins Bewusstsein.

Zurzeit müssen über 168 Millionen Kinder in Lieferketten auf der ganzen Welt harte Arbeit leisten. Beispielsweise in der Landwirtschaft, Produktion, Fischerei, im Bergbau oder dem Baugewerbe. Laut des dritten weltweiten Berichts der Internationalen Arbeitsorganisation „Das Vorgehen gegen Kinderarbeit forcieren" sind 80 % der arbeitenden Kinder unbezahlt mithelfende Familienangehörige. Nur sehr wenige werden überhaupt für ihre Arbeit entlohnt.

Die globale Reichweite von Kinderarbeit

Es gab bereits erste Fortschritte, Kinderarbeit zu beenden. In den letzten zehn Jahren, sind die Bemühungen aber wieder stark abgeschwächt. Weltweit ist die Anzahl arbeitender Kinder zwischen 2000 und 2004 um 11 % gesunken, zwischen 2004 und 2008 nur noch lediglich um 3 %.

Die Zahl der arbeitenden Kinder in Asien und dem Pazifik wird auf 114 Millionen geschätzt. 14 Millionen arbeiten in Lateinamerika und der Karibik, 65 Millionen in Schwarzafrika und mehr als 22 Millionen in anderen Regionen wie dem Mittleren Osten, Nordafrika und Osteuropa.

Die meisten Kinder arbeiten in der Inlandsproduktion der jeweiligen Länder. Durch die Globalisierung und komplexe internationale Lieferketten findet jedoch auch in der Export-Produktion immer mehr Kinderarbeit statt. Sie kommt am häufigsten in ländlichen Regionen mit unterentwickelten Arbeitsgesetzen vor und findet dort in kleinen Werkstätten, Wohnungen oder an anderen versteckten Plätzen statt. So ist Kinderarbeit für den Entscheidungsträger an der Spitze der Lieferkette kaum auffindbar.

Unternehmen in Industrienationen haben die Verantwortung, wachsam zu sein und sicherzustellen, dass ihre Lieferketten frei von Kinderarbeit sind. Durch die Einführung robuster erweiterter Due-Diligence-Prüfungen für ihre Lieferkette, können Unternehmen Risiken feststellen und gleichzeitig die Schritte dokumentieren, die zur Risikobewältigung unternommen wurden. Due-Diligence-Prozesse müssen fortlaufend sein, mit implementierten Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die hohen Standards auch auf lange Sicht eingehalten werden.

Welttag gegen Kinderarbeit

Die Internationale Arbeitsorganisation leitet eine Kampagne gegen Kinderarbeit und hat am 12. Juni 2016, dem Welttag gegen Kinderarbeit, das Bewusstsein zu dieser problematischen Thematik nochmal verstärkt. Die Kampagne behandelt Kinderarbeit in Lieferketten und soll Regierungen, Angestellte, Arbeitgeber und Organisationen zur Rechenschaft ziehen. Außerdem soll auf die Pflichten der Regierungen und Unternehmen aufmerksam gemacht werden, welche in der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung stehen und von den Vereinten Nationen im September 2015 unterschrieben wurden.

Die Internationale Arbeitsorganisation betreut Firmen bei ihrer Sozialpolitik sowie nachhaltiger Arbeitspraxis. Die „Dreigliedrige Grundsatzerklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik" wurde vor 40 Jahren verabschiedet und ist das einzige Instrument dieser Art, das von Regierungen und Arbeitgebern auf der ganzen Welt eingesetzt werden kann.

Diese Grundsatzerklärung wurde von der Internationalen Arbeitsorganisation im Zusammenhang mit der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung noch einmal besonders für den Welttag gegen Kinderarbeit hervorgehoben. Die 2030 Agenda beinhaltet 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, um Armut, Ungleichheit, Unrecht und den Klimawandel bis zum Jahre 2030 zu bekämpfen. Ziel Nummer 8 zum Thema menschenwürdige Arbeit und wirtschaftliches Wachstum beinhaltet die Vorgabe, Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung von Zwangsarbeit, moderner Sklaverei und Menschenhandel zu ergreifen. Kinderarbeit soll bis 2025 in jeglicher Form ausgemerzt werden.

Nachhaltige Entwicklungsziele erreichen

Um die Ziele der 2030 Agenda zu erreichen, kämpft die Internationale Arbeitsorganisation dafür, dass Unternehmen, Gewerkschaften und andere Organisation kollektive Maßnahmen ergreifen und das existierende Wissen und die Ressourcen besser nutzen. Am Welttag gegen Kinderarbeit rief die Internationale Arbeitsorganisation dazu auf, dass „Firmen Geschäftspraktiken verfolgen sollen, die Menschenrechte und Arbeitsrechte in allen Ländern, in denen sie tätig sind, beachten."

Der Welttag gegen Kinderarbeit ist eine Möglichkeit für Unternehmen, Regierungen und andere Organisationen, sich über Best Practices auszutauschen und so in Zukunft zu versichern, dass ihre Lieferkette frei von Kinderarbeit ist.

Lexis Diligence® hilft Firmen, Due-Diligence-Checks für ihre Lieferanten, Vertreter, Händler und andere Dritte durchzuführen. So werden rufschädigende, finanzielle, regulatorische und strategische Risiken minimiert.


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.


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