Internationaler Anti-Korruptions-Tag der Vereinten Nationen

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Am 9. Dezember war der internationale Anti-Korruptions-Tag. Der Tag wurde durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahre 2003 benannt, als das Übereinkommen gegen Korruption unterschrieben wurde. Ziel dieses Tages ist es, das Bewusstsein für Korruption und die Bedeutung des Abkommens zu stärken, um Korruption vorzubeugen und zu bekämpfen.

2016: Ein gutes Jahr zur Sensibilisierung für Korruption

Dieses Jahr hat das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) gemeinsam mit dem UNO-Entwicklungsprogramm eine Kampagne organisiert, die Korruption als eines der größten Hindernisse zur Erreichung der UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung hervorhebt. Korruption wirke sich auf Bildung, Gesundheit, Gerechtigkeit, Demokratie, Wohlstand und Entwicklung aus. Die Vereinten Nationen wünschen, dass Regierungen den Anti-Korruptions-Tag nutzen, um seine Bürger auf die gravierenden Auswirkungen von Korruption aufmerksam zu machen. Malaysias Anti-Korruptions-Kommission errichtete zum Beispiel einen Anti-Korruptions-Banner1 auf der Kinabalu-Bergspitze.

Das Ziel der UNO, das Bewusstsein für Korruption zu stärken, scheint 2016 erreicht worden sein. Der Panama-Papers-Skandal im April verwickelte große Firmen und Politiker weltweit in Vorwürfe der Finanzkriminalität. Diese 11,5 Millionen Dokumente der Kanzlei Mossack Fonseca zeigte, wie komplexe Firmenstrukturen genutzt werden können, um den wahren Eigentümer einer Firma oder eines Bankkontos zu vertuschen. Die Vorwürfe und die darauf folgenden Untersuchungen haben das Thema „Beneficial Ownership" in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. So dominierte Korruption lange die Schlagzeilen in 2016.

Der wirtschaftliche Vorteil der Korruptionsbekämpfung

Auf der Website des Anti-Korruptions-Tages, gibt es eine Auflistung von Maßnahmen2 , die Länder, Industrien, Firmen und Einzelpersonen einleiten können, um Korruption zu bekämpfen. Bei der Hälfte der Maßnahmen betont die UNO, den wirtschaftlichen Vorteil. Es wird gesagt, dass „eine transparente Geschäftswelt sowohl inländische als auch Auslandsinvestitionen steigern kann, da jeder lieber in ein Land investiert, in dem Gelder nicht in die Taschen korrupter Beamter fließen". Das Zitat stammt aus einem Bericht 3  der Asian Development Bank, welcher besagt, dass Korruption ein Land bis zu 17 % seines Bruttoinlandsprodukts kosten kann. Die Botschaft ist klar: Korruption schadet Unternehmen und Compliance kann die finanzielle Lage für Länder, Industrien und Firmen verbessern.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von ethiXbase4 scheint diese Aussage zu unterstützen. Es wurde herausgefunden, dass Singapurs konsequente Haltung gegenüber Korruption im privaten und öffentlichen Sektor dem Land „einen erheblichen Wettbewerbsvorteil" im Vergleich zu seinen Nachbarn beschert hat. Das zeigt, dass es im Interesse der Länder und Firmen liegt, die Anti-Bestechungs- und -Korruptions-Maßnahmen zu verbessern, da Compliance auch positive finanzielle Auswirkungen mit sich bringt.

Verstärkte gegenseitige Rechtshilfe

Das UNO-Abkommen ist für alle Länder ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Korruption. Dieses Abkommen war die erste rechtsverbindliche Anti-Korruptions-Maßnahme. 177 Länder der Vereinten Nationen haben das Abkommen unterzeichnet.

Seit dem Abkommen im Jahre 2003 haben Länder erhöhte Bereitschaft gezeigt, zusammenzuarbeiten und Informationen zu Bestechung und Korruption zu teilen. Auf dem G20-Gipfel im September 2016 wurde der Anti-Korruptions-Plan für 2017 und 2018 ausgearbeitet. Teil des Plans ist die Verpflichtung der Länder, Schritte einzuleiten, die die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungs- und anderen Behörden in und zwischen den Ländern verbessern. Die Mitgliedsstaaten haben sich geeinigt, „Best-Practice-Beispiele" zur Strafverfolgung bei Wirtschaftskriminalität miteinander zu teilen. Außerdem soll sich über die Nutzung neuer Technologien ausgetauscht und gegenseitige technische Unterstützung angeboten werden.


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.


1 Daily Express, 02.12.2016, MACC to fly banner at peak of Mt Kinabalu
2 United Nations Campaign, Dezember 2016, What Can You Do?
United Nations, 10.05.2004, United Nations Convention Against Corruption
ethiXbase, Dezember 2016, Whitepaper | Country Focus: Singapore - Anti-Corruption Compliance and Corporate Practices

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