Korruption ist als Thema en Vogue

Foto Michael Kayser, Idox Compliance

David Cameron ruft zu einem Gipfel nach London, ein neuer Bericht des IWF zeigt die Auswirkungen von Korruption auf die Weltwirtschaft, und die Berichte um die Panama Papers zeigen, wie einfach es ist, auch Mittel aus Bestechung und Bestechlichkeit zu parken, verbergen und verwenden.

Die Empörung und Entrüstung ist groß und die Gefahr des Aktionismus wächst. Grundsätzlich gehört zur Bekämpfung der Korruption zunächst einmal der Wille und die Verpflichtung jedes Einzelnen, in welcher Situation auch immer, sich nicht bestechen zu lassen, und nicht zu bestechen.

Im geschäftlichen Bereich, wo Individuen im Namen von Dritten handeln, werden die Risiken des Einzelnen zum Risiko für die Organisation. Dies gilt in der Privatwirtschaft ebenso wie für gemeinnützige Organisationen oder Behörden.

Wenn der Wille der Organisation da ist, bleibt die Frage, wie man das Bekenntnis gegen Korruption auf allen Ebenen wirksam in der Organisation verankert. Es gibt zahlreiche Initiativen und Beispiele, wie dies auf nationaler und regionaler Ebene oder auch branchenspezifisch gelingen kann, bis hin zu einzelnen Unternehmen. International jedoch blieb es bisher bei allgemeinen Initiativen und Absichtserklärungen.

Nun hat sich die Internationale Organisation für die Entwicklung von Standards, ISO, des Themas der Korruptionsbekämpfung angenommen. Die ISO Norm 37001 – Anti-Bribery Management Systems befindet sich in fortgeschrittenem Stadium ihrer Entwicklung und wird als zweiter ISO Compliance-Standard in Kürze veröffentlicht werden.

Mit diesem internationalen Standard, der im Rahmen des Konsensprinzips auf breiter internationaler Basis entwickelt wurde, gibt es zum ersten Mal die Möglichkeit, sich über Ländergrenzen, Organisationsgrößen und -formen hinweg gegen Korruption zu bekennen – eindeutig und verpflichtend.

Wie dies geschehen kann, worum es bei dem Standard geht und welche Ansprüche an ihn berechtigt sind und welche zu ambitioniert sind, wird sich in naher Zukunft zeigen.

Am 24. Mai 2016 berichtete Michael Kayser mehr über die Compliance Standards ISO 37001 und ISO 19600 in unserem kostenfreien Webinar


Zur Person

Michael Kayser war als Mitglied der deutschen Delegation im technischen Komitee ISO/PC271 tätig, welches die ISO 19600 entwickelt hat. Mit besonderem Augenmerk auf die Anwendung von Compliance-Standards in mittelständischen Organisationen ist er weiterhin in der Entwicklung solcher Standards tätig. Gegenwärtig unterstützt er als Mitglied im ISO/TC 278 die Erarbeitung des Anti-Korruptionsstandards ISO 37001. Nach einer internationale Karriere mit Stationen in Kanada und UK im Bereich der professionellen Zertifizierung, ist Michael Kayser nun verantwortlich für Idox Compliance, Teil von Idox plc. Zusammen mit seinen Teams der digital spirit GmbH in Berlin und Interactive Dialogues NV in Brüssel unterstützt er Organisation bei der Einführung und dem Betrieb von Compliance Management Systemen. Michael Kayser ist Mitglied bei Transparency International und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Berlin.


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