Bericht zeigt Gefahr moderner Sklaverei in Bauindustrie auf

Unterschätzte Gefahr: Globale Bauindustrie hohem Risiko der modernen Sklaverei ausgesetzt.

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Der Bericht „Hidden in Plain Site – Modern Slavery in the Construction Industry" analysiert Artikel aus mehr als 6.000 lizenzierten Nachrichtenquellen in über 100 Ländern in Europa, dem Mittleren Osten, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien zwischen Januar 2015 und Mai 2016. 

Durch die gesamte internationale Bauindustrie und ihre Material-Lieferketten hindurch sind Zwangsarbeit und andere Arten der Ausnutzung, die als moderne Sklaverei betrachtet werden, üblich. Diese Zustände bleiben oft aufgrund von inadäquater Vorbeugung, Überwachung und Strafverfolgung verborgen. Der Bericht macht deutlich, dass Regierungen, Unternehmen und Medien alle eine wichtige Rolle in der Bekämpfung moderner Sklaverei in der Bauindustrie spielen. Er nimmt Bezug auf die Verpflichtung der britischen Premierministerin Theresa May im Juli 2016, 33 Millionen Britische Pfund in globale Initiativen zu investieren, um moderne Sklaverei zu bekämpfen. Sie beschrieb die Thematik als größtes Menschenrechtsproblem unserer Zeit. 

Mark Dunn, Director bei LexisNexis: „Unser Bericht zeigt, dass in der Bauindustrie und ihren Lieferketten ein großes Risiko der Zwangsarbeit existiert. Die weltweite Bauindustrie beschäftigt etwa 7 % der weltweiten Arbeiterschaft. Das macht deutlich, dass tausende Arbeiter ein Leben in Elend und Ungerechtigkeit führen.

Risiken moderner Sklaverei völlig falsch eingeschätzt

Im Webinar „Modern Slavery in Construction" im Januar 2017 gaben die über 100 Teilnehmer an, sie seien zuversichtlich, dass ihre Wertschöpfungskette frei von moderner Sklaverei ist. Nach den Berichten der Branchenexperten jedoch waren die Teilnehmer sich einig, Risiken moderner Sklaverei nicht ausschließen zu können. 56 % gaben an, sofort Schritte einzuleiten, um moderne Sklaverei zu bekämpfen. Die weiteren Teilnehmer würden über weitere Schritte nachdenken.

Bekämpfung von Zwangsarbeit muss höher auf die Agenda

Das Thema Zwangsarbeit muss weiter oben auf der globalen Agenda stehen. Eine große Menge an Akteuren, wie internationale Institutionen, Regierungen und Behörden, Branchenorganisationen, Bauunternehmen, Investoren, die Medien und die Zivilgesellschaft spielen eine Rolle in der Bekämpfung und Verhinderung der Ausnutzung von Arbeitern in der Bauindustrie. LexisNexis hat sich verpflichtet, die „Rule of Law " im täglichen Geschäft, durch seine Produkte und Dienstleistungen voranzutreiben." 

Kevin Hyland, UK Independent Anti-Slavery Commissioner: „Ich bin erfreut, eine Vielzahl an Branchen zu sehen, die aufgewacht sind und die Problematik moderner Sklaverei angehen. Der LexisNexis-Bericht klärt die Bauindustrie exzellent über dieses schwere Verbrechen auf. Durch verantwortungsvolle Medienberichterstattung werden Unternehmen dazu angehalten, Ihre Lieferketten zu überprüfen und diejenigen zu schützen, die einem hohen Ausbeutungsrisiko ausgesetzt sind. Arbeiter in der Bauindustrie sind besonders risikogefährdet. Mit einer hohen Nachfrage nach Niedriglohnarbeit müssen wir uns bemühen, die prosperierende Branche insofern zu verändern, dass eine ethische Anwerbung von Arbeitskräften und faire Arbeitsbedingungen umgesetzt werden, wenn wir jemals den schlimmen Handel von Menschen beenden wollen."

Maßnahmen und Lücken im Einkauf von Baumaterialien

Der LexisNexis-Bericht basiert auf Sekundärforschung, Experteneinschätzungen und Analysen einer weitreichenden Medienberichterstattung. Er definiert das Ausmaß und viele Aspekte der Problematik und bricht die Themen herunter auf Regionen und den Einkauf von spezifischen Baumaterialien. Es werden relevante internationale Vorschriften und Standard-Rahmenbedingungen sowie gesetzliche Maßnahmen und mögliche Lücken darin untersucht. 

Fallstudien im Bericht beinhalten Vorwürfe von Zwangsarbeit im Rahmen der Bauten von Stadien für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar, ein Marinebauprojekt in den USA und brasilianische Arbeiter einer Industrieanlage in Angola. Es wird auch Bezug genommen auf die Compliance mit dem kürzlich eingeführten UK Modern Slavery Act 2015. Das UK Home Office schätzt, dass es 2014 10.000 bis 13.000 potenzielle Opfer moderner Sklaverei in UK gab. Mehr als 20 Millionen Menschen leben weltweit in Zwangsarbeit, so die Schätzung der International Labour Organization 2012. Der Walk Free Foundation's 2016 Global Slavery Index schätzt, dass 45,8 Millionen Menschen weltweit in moderner Sklaverei arbeiten. In einem Bericht der EU aus 2015 liegt die Bauindustrie auf Platz zwei der Branchen in der EU, die besonders anfällig für Arbeitsausbeutung sind. Von 21 Ländern, die Teil der Recherche waren, stand bei neun die Bauindustrie an erster Stelle der Risikogefährdung.

Laden Sie jetzt den vollständigen englischen Bericht herunter.

Expertentipps zur Bekämpfung moderner Sklaverei

Im LexisNexis-Webinar im Januar 2017 wurden fünf Branchenexperten befragt, wie die Bauindustrie das Risiko moderner Sklaverei in ihrer Wertschöpfungskette minimieren kann. Karen Gray, Senior Supply Chain Management Specialist bei LexisNexis, Jantine Werdmüller von Elgg, Strategy, Policy, Partnerships & Communications Manager bei Stronger Together, Shamir Ghumra, Director des Centre for Sustainable Products bei BRE und Ian Nicholson, Gründer und Managing Director bei Responsible Solutions befassten sich unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Welche ethischen Probleme gibt es aktuell in der Bauindustrie?
  • Warum sollten Bauunternehmen aller Größen sich der Bekämpfung moderner Sklaverei annehmen?
  • Wie gehen sie dabei am besten vor?
  • Was sollten Mitarbeiter bei Verdacht auf Menschenhandel in ihrem Unternehmen tun?
  • Wie können Unternehmen Fortschritte in der Sklaverei-Prävention messen und Erfolge darlegen?

Zur Zusammenfassung des Webinars

Zur Webinar-Aufzeichnung und den Vortragsfolien

Versagen Unternehmen in der Bekämpfung moderner Sklaverei, drohen Reputationsrisiken, finanzielle, juristische oder operative Schäden. Wenn wir uns der Problematik der modernen Sklaverei nicht annehmen, akzeptieren wir eines der größten Menschenrechtsprobleme unserer Zeit.


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Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.

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