Nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs): Eine Chance für die Geschäftswelt

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Auf dem Sustainable Development Goals (SDG) Business Forum im Juni 2017 wurde die kritische Rolle der Geschäftswelt bei der Erfüllung des Versprechens für eine nachhaltige Entwicklung hervorgehoben. Wir haben uns die Details angeschaut, wie die Geschäftswelt einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten und gleichzeitig geschäftliches Wachstum und Produktivität steigern kann; so wie es in der Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 ins Auge gefasst wurde.

Nachhaltige Entwicklungsziele stellen geschäftliche Risiken in den Fokus

Die nachhaltigen Entwicklungsziele1, welche in der UN-Agenda für die Menschheit, unseren Planeten und dessen Wohlstand beschrieben sind, haben zum Ziel, eine wohlhabende, integrative und nachhaltige Gesellschaft für alle Menschen bis 2030 zu erreichen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele wurden durch 193 Länder der Vereinten Nationen im September 2015 angenommen. Die 17 Ziele und 169 Vorgaben zielen darauf ab, Maßnahmen in Bereichen von entscheidender Bedeutung für Menschheit und Umwelt anzustoßen.

Während des Forums veröffentlichten weltweit führende Organisationen, Institute und wirtschaftliche Netzwerke – darunter auch das International Agri-Food Network sowie die International Chamber of Commerce (ICC) – eine Erklärung der Geschäftswelt2 über die Möglichkeiten und Wichtigkeit der nachhaltigen Entwicklungsziele: Die Ziele „bieten allen geschäftlichen Organisationen einen neuen Blickwinkel, der ihnen bei der Umsetzung der Erfordernisse und Ambitionen der Welt in neue geschäftliche Lösungen hilft. Diese Lösungen ermöglichen Unternehmen ein besseres Management ihrer Risiken, die Antizipierung der Kundennachfrage, den Aufbau geschäftlicher Positionen in Wachstumsmärkten, einen sicheren Zugang zu den erforderlichen Ressourcen und die Stärkung ihrer Lieferketten, während sie die Welt in Richtung einer nachhaltigen und intensiven Entwicklung bewegen.

Unilever CEO: Darum sind nachhaltige Entwicklungsziele wichtig

In einem Interview3 mit Eco-Business teilte Unilever CEO Paul Polman mit, das gesamte Geschäftsmodell von Unilever sei auf nachhaltige Entwicklungsziele zugeschnitten und alle 300 globalen Marken der Firma entsprächen diesen Zielen. Konsumgüterriese Unilever fördert und veranschaulicht den Gedanken, dass eine Firma, die langfristig erfolgreich sein will, Nachhaltigkeit unbedingt zum Kern ihres Geschäftsmodells machen sollte.

Mindestens 12 Billionen US-Dollar an Geschäftschancen

Gemäß eines Berichts4 der Business & Sustainable Development Commission aus Januar 2017 könnten nachhaltige Entwicklungsziele bis 2030 zu ungefähr 12 Billionen US-Dollar an geschäftlichen Einsparungen und Einkünften in vier industriellen Sektoren führen: Energie, Städtebau, Ernährung und Landwirtschaft, sowie Gesundheit und Wohlbefinden. Mit Bezug auf die Umsetzung der Ziele werden dort die 60 größten Marktchancen beschrieben, wie zum Beispiel nachhaltige Aquakultur und die Sanierung von Bergwerken. Im Bericht wird durch die Anpassung von Geschäftsstrategien an die nachhaltigen Ziele die Schaffung von 380 Millionen neuen Jobs in den vier Branchen innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre erwartet.

Antrieb für Investoren- und Konsumentenverhalten

Investoren machen sich zunehmend Gedanken über die Risikoprofile von Firmen mit Bezug auf Nachhaltigkeit und ein besseres Verständnis von nachhaltigkeitsbezogenen Geschäftsmöglichkeiten. Sie haben ein Interesse an den nachhaltigen Entwicklungszielen selbst sowie an der proaktiven Unterstützung zur Zielerreichung durch die Unternehmen gezeigt. So investieren beispielsweise 18 niederländische Finanzinstitutionen, die ungefähr 2.900 Milliarden Euro in Vermögenswerten verwalten, gemeinsam in nachhaltige Entwicklungsziele. Zwei dieser Institutionen haben eine Standardmethode5 zur Identifikation von Investmentmöglichkeiten entwickelt, welche bei gleichzeitiger Unterstützung anderer institutionellen Investoren an 13 Entwicklungsziele geknüpft sind.

Weltweite Forschungen von PwC7 haben gezeigt, dass 78% aller Kunden den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen bei Firmen bevorzugen, welche nachhaltige Entwicklungsziele fördern.

Erster Schritt nachhaltigen Zielen: bewerten Sie Ihre Risiken und Chancen

Eine der wichtigsten Botschaften, welche auf dem durch die Vereinten Nationen und der Internationalen Handelskammer im Juli organisierten SDG Business Forum verkündet wurde, war die Notwendigkeit einer größeren Aufmerksamkeit. So soll das Verständnis von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und Umweltrisiken verstärkt werden, um zu erarbeiten, wie und durch wen diese Risiken bedeutsam verringert werden können.

Die Durchführung einer ausführlichen Risikoanalyse Ihres Geschäftes, unter Einbezug der Lieferketten und der Geschäftsbeziehungen zu Drittparteien, wird Ihnen helfen, Ihre Risiken zu erkennen und den Effekt eines jeden nachhaltigen Entwicklungsziels auf Ihr Geschäft zu verstehen. So können Sie Pläne definieren und priorisieren, um Ihre Strategie an die Ziele anzupassen und so negative Einflüsse zu mindern.

3 Möglichkeiten, um diese Informationen sofort einzusetzen

  1. Sprechen Sie uns an, um LexisNexis® Entity Insight kennenzulernen. Entity Insight ist unser neues Instrument für eine proaktive Risikoüberwachung der Lieferketten und geschäftlichen Beziehungen mit Drittparteien. Die Überwachung basiert auf einer PESTLE-Analyse, also der politischen, wirtschaftlichen, soziokulturellen, technologischen, rechtlichen und umweltbedingten Faktoren.
  2. Besuchen Sie das neue RELX SDG Resource Centre, wo ihnen verschiedene Artikel und Berichte zur Verfügung stehen, inklusive Rechtshinweisen, Werkzeugen, Webinaren, Videos und Informationen über Veranstaltungen. Dies beinhaltet auch den SDG News Tracker, der Ihnen aktuelle Nachrichten über nachhaltige Entwicklungsziele aus der gesamten Welt zur Verfügung stellt.
  3. Lesen Sie weitere Artikel hier in unserem Compliance-Blog.

Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), dem Berufsverband der Compliance Manager (BCM), in der DGI Fachgruppe Compliance, im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie in der American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.


Quellen:

1 United Nations, Sustainable Development Goals, 2017
2 International Chamber of Commerce, Business is stepping up for transformational partnerships, 18.07.2017
3 Youtube, Ecosperity 2017: Unilever's Paul Polman on the SDGs, 02.07.2017
4 Business & Sustainable Development Commission, Better Business Better World, 2017
5 PGGM, Dutch financial sector backs the SDG's, 07.12.2016
6 PWC, Make it your business: Engaging with the Sustainable Development Goals
7 ebd.

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