OLAF wird 16

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Kennen Sie OLAF? OLAF ist Europäer aus Brüssel. Aber wie so oft in Europa, haben wir es bei ihm nicht mit einer Person zu tun, sondern mit einer Abkürzung für ein Amt. OLAF steht für Office Européen de Lutte Anti-Fraude, das ist die vor 16 Jahren neu geschaffene Europäischen Kommission für Betrugsbekämpfung. Die noch relativ junge Institution konnte sich bei der Bekämpfung von Betrug, Korruption und anderen rechtswidrigen Handlungen, die sich gegen die finanziellen Interessen der EU richten, einen ansehbaren Namen machen. Ihre Beamten arbeiten erfolgreich und effizient mit vorzeigbaren Ergebnissen: Dank der unabhängigen Ermittlungen sorgen sie dafür, dass die Gelder der europäischen Steuerzahler uneingeschränkt in all jenen Projekten ankommen, die die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Wachstum in Europa fördern. Außerdem trägt OLAF dazu bei, dass das Vertrauen der Bürger in EU-Institutionen wächst, indem schweres Fehlverhalten von EU-Mitgliedern und -Institutionen aufgedeckt wird. Somit steht OLAF auch für die Etablierung einer gesunden EU-weiten Politik im Kampf gegen Korruption.

Und weil OLAF eine seriöse und glaubwürdige Einrichtung ist, veröffentlicht sie jährlich einen Bericht über ihre Tätigkeiten und die gemeldeten Vorfälle. Einen negativen Rekord seit es OLAF gibt, verbuchen die Mitarbeiter bei der Anzahl der erhobenen Vorwürfe (1417) sowie bei der Anzahl der in den vergangenen fünf Jahren ausgesprochenen Empfehlungen (397). Das muss nicht unbedingt heißen, dass mehr Betrugs- und Korruptionsfälle stattfanden, vielmehr kann die erhöhte Meldungsquote ein Indikator dafür sein, dass das Vertrauen und die Erwartungen, die in OLAF und die Öffentlichkeit gesteckt werden, zunehmen.

Zu den Empfehlungen ist zu sagen, dass sie bei den Justizbehörden der einzelnen Länder weiterführende Ermittlungen und bei zuständigen Behörden und Einrichtungen Maßnahmen zur Wiederbeschaffung veruntreuter Gelder anregen können.

Dass laut dem aktuellen Bericht mehr Meldungen aus dem öffentlichen Bereich kamen als im Vorjahr, ist ein Hinweis darauf, dass die Staaten verstärkt gegen Korruption und Betrug vorgehen. Die Tabelle im Bericht zeigt auch deutlich, welche Staaten dabei wie aktiv sind. Bei den im vergangenen Jahr aufgenommenen 234 Untersuchungen schafften es die Beteiligten, trotz höherem Aufkommen eingehender Informationen, die Dauer der Ermittlungen kurz zu halten und schnelle Ergebnisse zu erzielen. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigt, dass 474 Ermittlungen aus dem vergangenen Jahr in 2015 weiterverfolgt werden.

Nun kennen Sie OLAF, eine für Europa noch recht junge, jedoch äußerst wichtige Einrichtung. Sie hat sich in den vergangenen 16 Jahren im Kampf gegen Korruption und Bestechung vielfach bewährt und genießt inzwischen ein hohes Ansehen, wenn es darum geht, die Interessen der europäischen Steuerzahler zu wahren. Weiter so, OLAF!


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.

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