Risikobeobachtung in der Wertschöpfungskette

Über die größten Risiken für Unternehmen und Möglichkeiten, diese zu beobachten

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

In einer globalisierten Geschäftswelt, die sich durch immer komplexer werdende Lieferketten auszeichnet, müssen Unternehmen eine große Menge an Informationsquellen beobachten, um Warnsignale zu Lieferantenrisiken zu erhalten, bevor diese juristische, finanzielle oder Reputationsschäden verursachen.

Welche Risikoarten müssen bei der Nachrichtenbeobachtung berücksichtigt werden?

Einer Studie1 der North Carolina State University zufolge, sehen sich Manager global operierender Unternehmen stetig steigenden Risiken gegenüber. Steigender Druck durch Vorstände, volatile Märkte, intensiverer Wettbewerb, strengere regulatorische Anforderungen, die Angst vor Katastrophen und andere dynamische Kräfte zwängen Manager dazu, effektivere Risiko-Management-Maßnahmen zu gestalten und umzusetzen, um die größten Gefahren für ihr Unternehmen aufzudecken, zu bewerten und auf ein akzeptables Level zu reduzieren. Der erste Schritt einer umfassenden Risikobeobachtung ist daher ein Verständnis über die verschiedenen Risikoarten. Die folgenden Risiken sollten Sie beachten, um Ihr Unternehmen zu schützen:

  • Reputationsrisiken: Kritische Zustände wie ein unsicheres Arbeitsumfeld in einer Textilfabrik in Bangladesch oder Zwangsarbeit auf Fischerbooten rund um Südostasien können insbesondere im Zeitalter sozialer Medien für Reputationsschäden, Konsumentenboykotts oder sogar Sammelklagen sorgen – ganz abgesehen von der ethischen Problematik. Daher benötigen Unternehmen einen tiefgehenden Einblick in potenziell schädliche Aktivitäten, um Bedenken an Investoren, Vorstände und Konsumenten zu adressieren.
  • Regulatorische Risiken: Die rechtlichen Rahmenbedingungen entwickeln sich laufend weiter, da Regierungen weltweit immer stärker gegen Bestechung, Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorgehen. Der Panama-Papers-Skandal 2016 verschärfte die Situation weiter und trieb stärkere Maßnahmen voran, um mehr Transparenz rund um den wirtschaftlich Berechtigten (beneficial owner) zu schaffen. Jegliche Zweifel daran, dass Behörden sich diesem Thema verstärkt annehmen, sind haltlos, schaut man sich die Rekord-Strafen im Rahmen des FCPA im vergangenen Jahr an.
  • Finanzielle Risiken: Typischerweise bewerten Unternehmen Lieferanten oder andere risikobehaftete Dritte anhand von finanziellen Kennzahlen. Jedoch können viele Risiken durch diese Analyse allein nicht abgedeckt werden. Unternehmen müssen informiert sein über Produktversagen, laufende Gerichtsverfahren, Preisbildungsverstöße und andere Probleme, die die Wertschöpfungskette beeinträchtigen und zu finanziellen und Reputationsschäden führen können.
  • Strategische Risiken: Risiko und Ertrag gehen Hand in Hand. Unternehmen müssen also laufend nach neuen Opportunitäten Ausschau halten, während das Bewusstsein für schädliche Faktoren ebenfalls im Rahmen strategischer Ziele steigen muss. Solche strategische Risiken liegen zum Beispiel in Arbeitsausfällen, Naturkatastrophen, geopolitischen Instabilitäten oder einer lückenhafte Cybersecurity verborgen.

Gelingt es einem Unternehmen nicht, die genannten Risiken vorherzusehen, unabhängig davon ob sie innerhalb der Organisation oder in der verlängerten Wertschöpfungskette entstehen, können Reputationsschäden, Strafverfolgung, sinkende Umsätze und Aktienkurse sowie erschwertes Wachstum die Folge sein. Und durch immer globalere und fragmentierte Netzwerke, wird es laufend schwieriger, diese Risiken zu beobachten.

Wie können Unternehmen ihr Risiko-Monitoring verbessern?

Die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Wertschöpfungskette laufend auf Risiken zu untersuchen hängt vom Zugang auf umfassende und zuverlässige Informationen über die Lieferanten ab. Zusätzlich zur Überprüfung der Bonität ihrer Lieferanten müssen Unternehmen ihr Risk Monitoring um Nachrichten, juristische Entscheidungen sowie Informationen über geografische Regionen und Branchen, in denen ihre Lieferanten operieren, erweitern. Sich dabei auf fragmentierte Quellensammlungen zu verlassen, ist ineffizient und ineffektiv. Unternehmen müssen einen proaktiveren Ansatz verfolgen, um Bedrohungen schneller zu erkennen.

Traditionelle Suchmaschinen ermöglichen Unternehmen, eine große Menge an Quellen zu Erwähnungen ihrer Lieferanten zu durchsuchen. Allerdings sind diese Informationen nicht immer aktuell, zuverlässig und umfassend. Daher sind Unternehmen besser beraten, sich auf kuratierte, weltweite, zuverlässige Inhalte inklusive Presseagenturen, Branchen- und Handels-Zeitschriften, juristische und regulatorische Veröffentlichungen und Wirtschaftszeitungen zu verlassen, die so nicht im freien Internet verfügbar sind und über die Daten hinausgehen, die die relevanten Unternehmen selbst veröffentlichen.

Die richtige Technologie für einen risikobasierten Monitoring-Ansatz

Modernste Technologien ermöglichen Unternehmen, die genannten Quellen effektiver zu durchsuchen. Supply Chain Management und Risk Professionals verlassen sich oft auf manuelle Suchen nach Erwähnungen ihrer Lieferanten und kritischer Dritter in verschiedensten Quellen. Dieser kostenintensive und zeitraubende Prozess muss täglich wiederholt werden, um ein aktuelles Bild über das Risikoprofil des Unternehmens zu erhalten.

Mit einem technologiebasierten Ansatz können Unternehmen die Namen hunderter Lieferanten gleichzeitig prüfen und sie laufend in relevanten Quellen prüfen. Jegliche Arten erhöhten Risikos basierend auf dem PESTEL-Branchenstandard (Political, Economic, Social, Technological, Environmental und Legal) werden dabei hervorgehoben. Wann immer eine neue Erwähnung zu einem Unternehmen auftaucht, wird das jeweilige Risikoprofil aktualisiert und via E-Mail-Alert oder RSS an die verantwortlichen Personen kommuniziert, um sicherzustellen, dass den Entscheidungsträgern aktuellste und verlässliche Informationen vorliegen.

Einen proaktiveren Ansatz bietet die Risk-Monitoring-Lösung LexisNexis® Entity Insight, die Firmen ermöglicht, hunderte Namen von Lieferanten hochzuladen, um diese automatisch gegen relevante Quellen zu prüfen. Potenzielle Risiken der PESTEL-Kategorien werden gekennzeichnet, sodass sie frühzeitig bekämpft werden können. Die PESTEL-Analyse ist ein Industriestandard, der Risiken in der Makro-Umwelt des Unternehmens betrachtet. Dazu gehören politische (political), ökonomische (economic), soziokulturelle (socio-cultural), technologische (technological), Umwelt- (environmental) und rechtliche (legal) Faktoren. Sobald es einen neuen Eintrag zu einem Geschäftspartner gibt, kann das neue Risikolevel via Alert oder RSS-Feed mit Stakeholdern geteilt werden.

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Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), dem Berufsverband der Compliance Manager (BCM), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie in der American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.


Quellen:

1 Executive Perspectives on Top Risks for 2017, North Carolina State University

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