Nichts unter den Tisch kehren

Die Antwort auf die zunehmende Bedeutung der Risikovermeidung lautet Prävention

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Es gehört Mut dazu, sich in diesen Tagen als Vertreter des Deutschen Fußballbundes (DFB) einem Publikum zu stellen, das sich professionell mit dem Thema Geschäftspartnerüberprüfung befasst. Dr. Rainer Koch, Interimspräsident des DFB, hatte diesen Mut am 26. Januar auf der 11. Konferenz „International Compliance & Legal Risks", die er mit einer Keynote zum Thema „Transparenz und Compliance im Sport" eröffnete. Gewiss ist eine Konferenz kein Gerichtssaal, in dem über Verfehlungen verhandelt wird. Koch bat zu Recht darum, keine Vorverurteilungen vorzunehmen. Aufklärung zur Sachlage bei der WM-Vergabe 2006 versprach er für den 4. März, wenn die beauftragte Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer ihren unabhängigen Untersuchungsbericht vorlegen wird. Weitaus wichtiger ist die Tatsache, dass der DFB vor diesem Publikum ein klares Bekenntnis zur Compliance im Sport ausspricht.

Interesse an Best-Practice-Lösungen für die Geschäftspartnerüberprüfung

Compliance ist längst nicht mehr allein auf Unternehmen begrenzt. Korruption und Bestechung finden in vielen Lebens- und Arbeitsbereichen statt. Kein Betrieb, kein Verband, keine Organisation kann es sich erlauben, Vorfälle zu vertuschen. Mehr noch: Die internationalen Gesetzesvorgaben und die klare Kampfansage an Korruption zwingen Organisationen dazu, Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Viele Unternehmen sind aktuell auf der Suche nach Lösungen für die Geschäftspartnerüberprüfung und interessieren sich für praktikable Möglichkeiten, um das Risiko im Umgang mit diesen zu minimieren beziehungsweise zu vermeiden.

UK Modern Slavery Act

Es sind nicht nur die bekannten Gesetze wie der UK Bribery Act oder der Foreign Corrupt Practices Act (FCPA), mit welchen sich Organisationen derzeit auseinandersetzen. Ein weiteres Thema kommt aktuell verstärkt mit dem britischen Gesetz UK Modern Slavery Act auf sie zu, das sich gegen moderne Formen der Sklaverei, Menschenhandel und Kinderarbeit richtet. Der Gesetzgeber in Großbritannien verlangt von Unternehmen einen Due-Diligence-Prozess zur Reduzierung des Risikos von Sklaverei und Menschenhandel entlang der Supply Chain.

Compliance ist auch eine Frage, inwiefern sich die aktuellen Entwicklungen, die teilweise mit Sanktionen einhergehen, in den Ländern Russland, Kuba, Iran und kritischen Regionen auf das Geschäftsrisiko auswirken. Konzerne wie auch mittelständische Betriebe, haben ein starkes Interesse daran, Handel mit diesen Ländern zu betreiben, ohne dabei Risiken einzugehen.

Die diesjährige Konferenz hat klar gezeigt, dass die Bedeutung der Themen Compliance und Risikovermeidung kontinuierlich zunimmt. Es wird dank der Gesetzgebung und Strafverfolgung immer schwieriger, Vorfälle unter den Tisch zu kehren. Das Mittel zum Zweck heißt Prävention.


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.


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