Viadrina Compliance Congress

Compliance Across Europe 6.-7. Juli 2016 Europa-Universität Viadrina

Autor: Alexander Matuk, LL.M.

Compliance Across Europe

Nicht nur große Unternehmen, sondern auch Mittelständler sind vielfältig in ausländischen Märkten tätig. Die Ausweitung der geschäftlichen Tätigkeit kann aber nicht nur zur Steigerung der Umsätze beitragen. Mit der zunehmenden Marktexpansion steigen wesentlich auch die Compliance-Risiken, bei deren Realisierung ein Haftungsfall hierzulande entstehen kann. Erstmalig in Deutschland findet vom 6.-7. Juli 2016 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt /O. eine internationale Compliance-Fachtagung statt, bei der vier praxisnahe Themenkomplexe behandelt werden: Wie können grenzüberschreitende Compliance-Lösungen implementiert werden? Wie sollte Verdachtsfällen in grenzüberschreitenden Konstellationen nachgegangen werden? Wie sind grenzüberschreitend einheitliche Compliance-Standards umzusetzen und, nicht zuletzt, wie können effektive Anti-Korruptionsprogramme eingerichtet werden? Fachexperten aus über 15 europäischen Ländern behandeln spannende Themen und gehen auf die konkreten Fragen der Teilnehmer ein.

Cross Border Compliance Culture and Governance

Im Zeitalter von immer schneller werdender Kommunikation und weltweiten Konzernstrukturen gilt es, allgemein gültige Compliance-Standards einheitlich zu implementieren, um weltweit ein hohes Compliance-Niveau gewährleisten zu können. Dabei stoßen Compliance-Officer in länderübergreifenden Konzernstrukturen täglich auf soziale, kulturelle und kommunikative Unterschiede, die weltweit Beachtung finden müssen, um den jeweiligen nationalen Grundordnungen gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang gehört es zu den Aufgaben von Compliance-Management-Systemen (CMS), kulturelle und kommunikative Hindernisse durch eine frühe und konsequente Zusammenarbeit und Partnerschaft vorzubeugen.

Cross Border Internal Investigations

Interne Ermittlungen gehören zu den Grundelementen eines CMS. Dabei gilt es, Verdachtsfälle aufzunehmen und innerhalb des Unternehmens zu untersuchen. Durch international aufgestellte Unternehmensstrukturen können hierbei Verdachtsmomente entstehen, die einen grenzüberschreitenden Charakter haben. In diesem Zusammenhang kommt es oft zu Konstellationen, die eine zeitgleiche Ermittlung in mehreren Ländern erfordern in denen ein Konzern präsent ist. Dies wirft insbesondere im Bereich der länderspezifischen Ermittlungsgrenzen Fragen auf, die individuell zu klären sind: Auf nationaler Ebene müssen sich die Beteiligten mit den spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen der jeweiligen Länder auseinandersetzen, um dabei so effektiv wie möglich und gleichzeitig innerhalb des Erlaubten zu agieren. Parallel dazu soll von der Konzernzentrale aus Transparenz geschaffen werden, die der schwierigen Informationsbeschaffung entgegensteht.

Cross Border Compliance Standardization

Es ist allgemein anerkannt, dass sich Compliance-Lösungen am Bedarf der jeweiligen Organisationen orientieren müssen. Dies führt in der Regel zur Folge, dass Compliance-Management-Systeme bereits in einem bestimmten Land recht unterschiedlich gestaltet werden. Die Vielfalt an Lösungen ist noch größer, wenn weitere Länder beachtet werden. Um einerseits der erforderlichen Flexibilität bei der Ausgestaltung von Compliance-Lösungen Rechnung zu tragen, andererseits aber einen Standardisierungsversuch zu unternehmen, entwickelte die International Organization for Standardization den Leitfaden ISO 19600.

Cross Border Anti-Corruption

Unternehmen, die weltweit mit den Anwendungsbereichen von ausländischen Antikorruptionsgesetzen konfrontiert sind, müssen bei der Durchsetzung ihrer Bemühungen bei der Bekämpfung von Korruption fortlaufend auf der Höhe der Zeit sein. Transnational geltende Antikorruptionsgesetze, wie etwa der UK Bribery Act oder der U.S.-amerikanische FCPA und Zuständigkeiten von ausländischen Behörden zwingen Unternehmen, bei der Konzeption von CMS mit einem besonders hohen Maß an Vorsicht vorzugehen. Gleichzeitig erweitern und spezifizieren Richtlinien, wie zum Beispiel durch die OECD, den Rahmen von Bestimmungen, um Unternehmen noch genauer für mögliche Risiken zu sensibilisieren. Das Verständnis von geltenden Antikorruptions-Compliance-Standards gilt bei der Beurteilung für Unternehmen als Voraussetzung in diesem komplexen System, in dem Risikominimierung des internationalen Geschäftsverkehrs Priorität hat.

Viadrina Compliance Congress

Als wissenschaftliche Einrichtung widmet sich das Viadrina Compliance Center mittlerweile im vierten Jahr der Compliance-Forschung. Durch die Grenzlage und die internationale Ausrichtung der Europa-Universität Viadrina stehen dabei die vorangegangenen Cross Border-Themen bei der Erfassung und Analyse von Compliance-Problemen seit jeher an vorderster Stelle. Um der Wichtigkeit dieses Themengebiets besonderen Nachdruck zu verleihen, konzentriert sich die bevorstehende Tagung dieses Jahr auf europäische Cross Border-Zusammenhänge: Der Viadrina Compliance Congress findet vom 6.-7 Juli 2016 als zweitägige Veranstaltung im Logensaal der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) statt und bietet mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm exzellente Networking-Möglichkeiten. Verpassen Sie nicht die Chance, Compliance-Experten aus ganz Europa hautnah in Deutschland zu erleben und aktuellstes Expertenwissen sowie Know-how vermittelt zu bekommen.

Die Anmeldung und weitere Informationen finden Sie auf der Viadrina Compliance Congress Veranstaltungsseite


Zur Person

Alexander Matuk, LL.M. Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Viadrina Compliance Center an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).


Diesen Blog-Beitrag teilen:


Melden Sie sich zum zweimonatlich erscheinenden LexisNexis Newsletter an.