Daten über wirtschaftliches Eigentum werden unverzichtbar – Bußgelder in Europa und Asien schnellen in die Höhe

21 May 2021 12:00 am von Thomas Becker

Traditionell sind die USA führend im Kampf gegen Geldwäsche. Veränderte Vorschriften und steigende Bußgelder zeigen nun, dass Europa und Asien aufholen und die US-Behörden sogar überholen. Angesichts schärferer Maßnahmen sollten Unternehmen das wirtschaftliche Eigentum von Dritten, auf das sie angewiesen sind, genau verstehen. Dafür brauchen sie geeignete Daten über Unternehmen.

Daten über wirtschaftliches Eigentum

Was können Versäumnisse mit Blick auf wirtschaftliches Eigentum kosten?

Das jüngste FinCEN-Leak1 verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig Transparenz in Bezug auf wirtschaftliches Eigentum ist. Ohne Einblick, welches Eigentum wem gehört – und ohne wirksame Verfahren zur Meldung verdächtiger Transaktionen – riskieren Unternehmen erhebliche finanzielle, rechtliche und strategische Nachteile oder Rufschäden. Noch bevor die neuen Enthüllungen ans Licht kamen, wurden gegen viele Unternehmen in Europa und Asien Sanktionen wegen Mängeln im Kampf gegen Geldwäsche verhängt. Diese Defizite bezogen sich oft auf einen mangelnden Einblick in wirtschaftliche Berechtigte von Dritten. Zum Beispiel:

  • Die britische Financial Conduct Authority verhängte gegen die Londoner Niederlassung der Commerzbank2 eine Geldbuße von 37 Millionen britischen Pfund, weil sie keine angemessenen Kontrollen vorgesehen hatte. So mangelte es etwa an der Feststellung und Überprüfung der Identität von wirtschaftlich Berechtigten.
  • Im ersten Halbjahr 2020 verhängten chinesische Behörden3 höhere Strafen für Verstöße gegen Vorschriften zum Kampf gegen Geldwäsche als im gesamten Jahr 2019.

In der Vergangenheit haben die Aufsichtsbehörden in den USA am ehesten Sanktionen nach Rechtsvorschriften zum Kampf gegen Korruption, die auf die Eindämmung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung abzielen, verhängt. Im Jahr 2019 verhängten europäische Behörden jedoch fast dreimal so hohe Geldbußen für Verstöße4 wie US-Behörden.

Auch die Global Enforcement Review5 von Duff and Phelps zeigt diesen Trend. „Lange Jahre waren US-Behörden durch Verhängung zahlreicher enormer Geldbußen für Verstöße gegen Vorschriften im Bereich Geldwäsche dominant“, heißt es dort. „Das beginnt sich aber zu ändern. Auch in anderen Staaten – wie Schweden, Großbritannien und den Niederlanden – wurden zuletzt extrem hohe Bußgelder verhängt.

Schärfere Vorschriften gegen Geldwäsche in Europa und Asien

Der Grund für diese Geldbußen sind die strengeren Vorschriften gegen Geldwäsche in Europa und Asien. Viele Staaten verlangen nun ausdrücklich von Unternehmen, dass sie ihre eigenen Informationen über wirtschaftliche Eigentümer veröffentlichen und die wirtschaftlichen Eigentümer ihrer Geschäftspartner kennen. Beispiele für Änderungen der letzten Zeit:

  • Hongkong und Singapur verlangen von allen Unternehmen, dass sie aktuelle Verzeichnisse mit Informationen über ihre wirtschaftlichen Eigentümer führen.
  • Immer öfter werden auch in Geldwäsche verwickelte Führungskräfte persönlich zur Rechenschaft gezogen. In Singapur ist die durchschnittliche Länge von Haftstrafen für Bestechung und Korruption von 14 Monaten im Jahr 2017 auf 43 Monate im Jahr 2018 gestiegen.
  • Einem Bericht6 von Regulation Asia zufolge prüfen Japan, Malaysia und Indonesien die Einführung öffentlicher Register für wirtschaftlich Berechtigte. Malaysia7 verschärft seine Vorschriften nach einem großen Fall von Geldwäsche, der zur Verurteilung des ehemaligen Premierministers führte.
  • Die fünfte und sechste EU-Geldwäsche-Richtlinie verlangen von Unternehmen, dass sie das wirtschaftliche Eigentum von Dritten feststellen und aktuelle Aufzeichnungen über wirtschaftliche Eigentümer führen.

Trotz dieser verschärften Vorschriften und der damit verbundenen Sanktionen verstehen viele Unternehmen Risiken im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Eigentum noch immer nicht, da es an Transparenz in dieser Beziehung mangelt. Im Jahr 2019 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Analyse von Versäumnissen im Kampf gegen Geldwäsche. Darin bemängelte sie, dass Finanzinstitute der Einhaltung der Rechtsvorschriften gegen Geldwäsche oft keine „Priorität einräumen“ und keine Risikobewertung für Drittparteien durchführen. In einer kürzlich von Open Democracy durchgeführten Untersuchung8 wird behauptet, dass fast jedes zehnte britische Unternehmen Eigentümer, die einen Anteil von 25 % oder mehr am Unternehmen halten, immer noch nicht angibt.

Wie können wir helfen?

Nexis Diligence hat Daten von Dun & Bradstreet® über wirtschaftliche Eigentümer und gibt damit Einblick in die Eigentumsverhältnisse von hunderten Millionen Unternehmen und anderen gewerblichen Einrichtungen weltweit. Die Grundlage sind Analysen der Daten von 97 Millionen Anteilseignern, über 150 Millionen geschäftlichen Verbindungen und über 355 Millionen Eintragungen von Unternehmen. Unsere Daten zum wirtschaftlichen Eigentum umfassen:

  • Daten des betreffenden Unternehmens wie Name, Adresse und rechtliche Struktur.
  • Daten über wirtschaftlich Berechtigte für natürliche und juristische Personen, einschließlich Trennungsgrad und direkter/indirekter prozentualer Anteil des wirtschaftlichen Eigentums.
  • Zusammenfassende Statistiken zum wirtschaftlichen Eigentum in Bezug auf die Gesamtzahl von Personen, Organisationen und Einrichtungen sowie die Anzahl von privaten, börsennotierten und staatlichen Unternehmen oder staatlichen Organisationen.

Diese Daten ergänzen die konkurrenzlose Vielfalt an Quellen, die bereits in Nexis Diligence zur Verfügung stehen, wie etwa unser weltweites Nachrichtenarchiv, Sanktionen, Beobachtungslisten, politisch exponierte Personen, Unternehmensinformationen, Biografien und Profile von Führungskräften sowie juristische Daten.

Nächste Schritte:

  1. Erfahren Sie auf unserer Begriffserklärungsseite über wirtschaftlich Berechtigte mehr darüber, warum im Rahmen von Due Diligence Checks die Identifikation wirtschaftlich Berechtigter eine wichtige Rolle speilt.
  2. Im Whitepaper „Wirtschaftliche Berechtigte im Rahmen der Due Diligence zuverlässig identifizieren“ erfahren Sie, wie LexisNexis® Ihr Unternehmen unterstützen kann.
  3. Weisen Sie auch Kollegen und Geschäftspartner darauf hin, damit das Thema im Gespräch bleibt.

Zur Person:

Thomas Becker ist Business Development Manager Risk & Compliance bei der LexisNexis GmbH. Seit über neun Jahren verantwortet er den Auf- & Ausbau für Süddeutschland & Österreich und betreut branchenübergreifend Compliance-Projekte.

Quellen:

  1. FinCEN Files: All you need to know about the documents leak, bbc.com, 21.09.2020.
  2. Ensuring Your Compliance: Lessons From Commerzbank London, jdsupra.com, 15.07.2020.
  3. China Gets Serious on Money Laundering With Record Number of FInes for First Half of 2020, caixinglobal.com, 31.08.2020.
  4. Anti-Money Laundering Trends and Challenges, globalinvestigationsreview.com, 01.06.2020.
  5. Global Anti-Money-Laundering Fine Amounts Released, todayswillsandprobate.co.uk, 12.08.2020.
  6. Holding the Line on Ultimate Beneficial Ownership, regulationsasia.com, 25.03.2020.
  7. Malaysia to implement beneficial ownership register, internationalinvestment.net, 12.12.2019.
  8. Revealed: Nearly 400,000 British companies evade anti-money laundering checks, opendemocrary.net, 06.06.2020.