Höhen und Tiefen der Halloween-PR

Schaurig-schön anstatt rufschädigend

Für Marken ist die Versuchung, Halloween und den Monat Oktober als Kopplungsgeschäft für Produkteinführungen zu nutzen groß, da das Motto der Jahreszeit weitreichend, lustig und schonungslos kommerzialisiert ist. PR-Unternehmen und -Abteilungen müssen jedoch sehr vorsichtig an die Sache herangehen. Ohne ein genaues und aktuelles Bild über Erwähnungen in den Medien, könnten Firmen PR-Problemen bekommen.

Perfekte Jahreszeit für Produkteinführungen

Happy HalloweenBevor man die Idee, Halloween für seine Marke zu nutzen, aufgrund von Warnungen für solche PR-Aktionen jedoch wieder verwirft, sollte man sich darüber im Klaren sein, wie wertvoll es auch sein kann, die Werbung oder Einführung eines Produktes mit Halloween zu verknüpfen. Das gilt besonders für Lebensmittel- und Getränkehersteller, da es wahrscheinlich kaum einen anderen Tag gibt, der so stark im Zeichen von verschiedenen Snacks wie „Süßes oder Saures" steht.

Foodbev Media präsentierte unter dem Motto „spuk-takuläre Snacks" die originellsten Produkteinführungen und Halloween-PR-Aktionen dieses Jahres. Produkte, die bislang nicht im Geringsten mit Halloween in Verbindung standen, nutzten die gespenstische Jahreszeit für ihre PR. Frito-Lay gab zum Beispiel eine Vampir-Edition der Doritos-Chips mit Knoblauchgeschmack heraus. Die Chips sind passend zu Halloween schwarz wie die Nacht und sind (zumindest bis jetzt) nur im Oktober in ausgewählten Läden in Japan verfügbar.1

Lidl entfernte sich beispielsweise noch weiter von traditionellen Halloween-Snacks und brachte die „Halloween Tricolore Pasta" heraus, welche aus gespenst-, fledermaus- und kürbisförmigen Nudeln besteht.1
Die Möglichkeiten, zu Halloween neue Geschmacksrichtungen, Produktformen oder Verpackungsgestaltungen herauszubringen, sind nahezu grenzenlos. Mit geringem Aufwand können Sie fast alles schaurig-schön gestalten. Doch Vorsicht: Firmen können die Nachfrage für ihre gespenstigen Halloween-Produkte auch falsch einschätzen und sich dann in einer Krise wieder finden.

Vermeiden Sie Fehler

Nicht jede Marke erlebt mit ihrer Idee ein fröhliches Halloween. Unterläuft einer Firma ein Fehler, benötigt sie eine sehr viel aktivere PR-Abteilung als ihre Konkurrenz. Die Zeitschrift „The Telegraph" aus Großbritannien veröffentlichte kürzlich eine Liste anstößiger Halloween-Kostüme. In diesem Kontext möchte wohl keine Marke gerne genannt werden.2

Während einige Kostüme wirklich geschmacklos und provozierend sind, könnten andere als kreative Idee begonnen haben. Aber auch eine gute Idee kann sich beispielsweise durch aktuelle Geschehnissen schnell als taktlos entpuppen. Marken die aufgrund ihrer PR-Entscheidungen in Schwierigkeiten geraten, benötigen starke Media Intelligence, um schnell von dem Problem zu erfahren, und eine gute dazu passende Kommunikation, um bleibende Reputationsschäden zu vermeiden. Wirklich gute PR-Abteilungen können verhindern, dass eine Situation überhaupt aus dem Ruder läuft.

Wenn PR-Abteilungen aktive Medienbeobachtung in Echtzeit betreiben, könnten sie in der Lage sein, im Voraus zu erkennen, ob eine Idee zur Krise werden könnte und zum Beispiel zu offensiv wäre. Hätte der Hersteller der erwähnten Kostüme vorher die Medien beobachtet, hätte er wahrscheinlich kein Kostüm zum Verkauf angeboten, das an den Überfall auf Kim Kardashian in Paris erinnert. Dieses Kostüm erhielt den (nicht erstrebenswerten) ersten Platz der Kostümliste in der Zeitschrift „The Telegraph".

Am Puls der Zeit

Manchmal geraten zur Halloween-Zeit sogar Firmen unter Beschuss, die gar nicht die Absicht hatten, eine Halloween-Kampagne zu starten. Gerade für solche Situationen ist es überaus wichtig für Firmen, auf dem Laufenden zu bleiben und sich über mögliche Risiken im Klaren zu sein, sodass man einem aufkommenden „Shitstorm" frühzeitig entgegenwirken kann.

Die Zeitschrift „The Guardian" berichtete zum Beispiel, dass McDonald's seine berühmte Werbefigur „Ronald McDonald" aufgrund der Horror-Clown Vorfälle vorerst aus der Öffentlichkeit raushalten würde.

Dank dieser Aufmerksamkeit gegenüber negativer Berichterstattung über die Horror-Clowns auf der ganzen Welt, konnte McDonald's eine proaktive Entscheidung treffen und so vermeiden, wegen Ronald McDonald negativ in der Presse aufzutauchen. Präventive Maßnahmen sind nur dank genauer Medienbeobachtung in Echtzeit möglich und erfolgreich.

Trotzdem eine wertvolle Jahreszeit

Solange Marken sichergehen, dass ihr Angebot stilvoll ist und sie durch Medienbeobachtung auf dem Laufenden bezüglich der öffentlichen Meinung bleiben, bietet der Oktober eine Vielzahl an wertvollen Möglichkeiten für PR-Erfolge. Das gilt sowohl für Branchen, die unmittelbar mit Halloween in Verbindung stehen, wie zum Beispiel die Lebensmittelindustrie, als auch für andere Branchen, die man in erster Linie nicht in Zusammenhang mit diesem Tag bringt.

Für den Fall, dass etwas schiefläuft, sollte negative Berichterstattung noch genauer beobachtet werden. Mit modernsten Tools ist eine minuziöse Berichterstattung in Echtzeit möglich und bietet Unternehmen so die perfekte Ausgangssituation das Geschehen zu verfolgen und rechtzeitig zu reagieren. Halloween ist die Zeit für „Süßes, sonst gibt's Saures" und Marken wünschen definitiv ersteres.


Foodbev Media, 18. Oktober 2016: Spook-tacular snacking: new launches for this Halloween
The Telegraph, 12. Oktober 2016: Kim Kardashian victim and a 'sexy Burka': The most offensive Halloween costumes
3 The Guardian, 12. Oktober 2016: Clown sightings: Ronald McDonald keeps low profile amid creepy craze

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