Rassismus-Skandal für H&M: Hätte ein Echtzeit-Alarm den Schaden begrenzen können?

Während des Fotoshootings für die neue Safari-Kollektion dachte der schwedische Mode-Riese H&M wahrscheinlich noch nicht an einen handfesten Rassismus-Skandal. Im britischen Online-Shop war ein farbiger Junge mit einem Kapuzenpullover und der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ zu sehen. Ein gewaltiger Shitstorm überkam den Textilkonzern und die Empörung im Internet war groß

Reaktionen in den sozialen Netzwerken

Mehrere Prominente stellten das Unternehmen öffentlich an den Pranger. Sänger The Weeknd beendete sogar öffentlich die Zusammenarbeit. Der Musiker mit äthiopischen Wurzeln hatte in der Vergangenheit bereits zwei Kollektionen für H&M entworfen.1

Reaktion The Weeknd auf H&M SkandalpulloverQuelle: Twitter

Mit fast 129.000 Retweets, circa 306.000 Likes und über 11.000 Kommentaren kann man nicht mehr von einem belanglosen Tweet reden, der am nächsten Tag wahrscheinlich wieder in Vergessenheit geraten würde. H&M stand vor einer ernstzunehmenden und rufschädigenden PR-Krise.

Das Foto eines weißen Jungen in ähnlichem Pullover mit der Aufschrift „Survival Expert“ aus derselben H&M-Kollektion sorgt für noch größeres Unverständnis. So wurde von Blogger und Menschrechtsaktivist Mohamed „Bash“ Kamal, der mit 23.400 Followern auf Twitter keinen unerheblichen Einfluss hat, genau das kritisiert.

Reaktion Bash auf H&M SkandalpulloverQuelle: Twitter

Auch in Deutschland blieb der Skandal nicht unbemerkt. Boris Becker twitterte beispielsweise folgende gezeichnete Version von Combs1, der die Aufschrift des Pullovers abänderte:

Reaktion Boris Becker auf H&M SkandalpulloverQuelle: Twitter

Die Reaktion von H&M

Natürlich erkannte H&M den Shitstorm und reagierte mit einer Pressemitteilung2 auf die Vorwürfe:

„Dieser Vorfall war keineswegs beabsichtigt. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir ihn nicht ernst nehmen oder die Reaktionen nicht verstehen würden. Das Bild wurde umgehend von unserer Seite entfernt und die Pullover wurden vom Markt genommen, sodass sie recycelt werden können.“

Echtzeit-Alarm als Prävention

Die Reaktion von H&M und das Entfernen des Bildes konnten das Feuer wahrscheinlich etwas bändigen. Jedoch ist es für jedes Unternehmen wichtig, schon die ersten negativen Reaktionen und Kommentare mitzubekommen, um unmittelbar zu reagieren. Die Internet Community wurde am 7. und 8. Januar 2018 auf das Bild aufmerksam. H&M reagierte am 9. Januar. Das ist zwar recht schnell, aber gerade die Weiterverbreitung und Propaganda durch Influencer und followerreiche Accounts auf sozialen Netzwerken schädigen den Ruf ungemein und sollten möglichst vermieden werden.

Die ersten „Dislikes“ und negativen Kommentare hätten den sich anbahnenden Shitstorm bereits ankündigen können. Für eine solche Früherkennung benötigt man ein Social-Listenting-Tool, das alle sozialen Netzwerke in Echtzeit beobachtet und die Social-Media-Abteilung des Unternehmens via E-Mail-Alert informiert, sobald die Tonalität der Reaktionen ins Negative abrutscht. So kann auf Negativkommentare direkt reagiert werden und entsprechende Maßnahmen können eingeleitet werden, sodass die große Verbreitung erst gar nicht zustande kommt.

Wenn Sie folgende Quellen in Echtzeit beobachten und einen auf Ihren Wünschen abgestimmten Alert erhalten möchten, auch wenn Sie gerade nicht vor dem PC sitzen, dann kontaktieren Sie uns gerne für eine unverbindliche Online-Demo von LexisNexis® Social Analytics.

Social Analytics Inhalte


Quellen

1 H&M entschuldigt sich für Werbefoto zum Affen-Pulli, Augsburger Allgemeine, 10.01.2018
2 H&M issues unequivocal apology for poorly judged product and image, H&M Group, 09.01.2018

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