Medienberichterstattung gab keinen deutlichen Hinweis auf die Ergebnisse der Vorwahlen am Super Tuesday

04.03.2016 von Miki Vayloyan

Der Super Tuesday gilt als der wichtigste Termin bei den Vorwahlen für die amerikanische Präsidentschaftswahl. In zwölf Bundesstaaten wird abgestimmt, welcher Kandidat der Demokraten und Republikaner zur Präsidentenwahl antreten soll. Der Vorentscheid am Super Tuesday ist der erste entscheidende Hinweis darauf, welche beiden Kandidaten am Ende des Wahlkampfes gegeneinander antreten könnten.

Führt große Medienpräsenz zum Erfolg?

Man könnte annehmen, dass der prozentuale Anteil der Berichterstattung (Share of Voice) von Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern sowie Nachrichtenwebseiten über die Wahlkampfkandidaten einen ersten Hinweis darauf gibt, wer die Vorwahlen gewinnen könnte. Wenn jedoch der Kandidat mit dem größten Anteil der Berichterstattung in einem Bundesstaat die Vorwahl am Super Tuesday gewinnen würde, dann hätten entweder Hillary Clinton oder Donald Trump in jedem Bundesstaat gewonnen.

Die Theorie, dass die Medienberichterstattung Einblicke auf das Ergebnis der Vorwahlen gibt, hat sich in manchen Fällen sogar bewahrheitet. Insgesamt war es aber alles andere als voraussagend. Laut der Super Tuesday Medienanalyse mit LexisNexis® Newsdesk, haben die Rivalen von Clinton und Trump bei den Ergebnissen der Vorwahlen einen bedeutenden Sprung nach vorne gemacht, obwohl sie über einen Zeitraum von 24 Stunden wesentlich weniger Medien auf sich ziehen konnten.

Ergebnisse der Vorwahlen am Super Tuesday

Colorado: Obwohl Bernie Sanders in der Berichterstattung fast 7 % hinter Hillary Clinton liegt, konnte er die Vorwahlen in Colorado für sich entscheiden.

Minnesota: Die größte Überraschung zum Super Tuesday war Marco Rubios Sieg bei den Vorwahlen in Minnesota. Durch Medienbeobachtung hätte man das kaum voraussagen können. Rubio liegt mit seinem „Share of Voice Anteil" in Minnesota nämlich auf Platz 4 von insgesamt 7 Kandidaten.

Texas: Ted Cruz konnte die Vorwahlen in seinem Heimatstaat für sich entscheiden. Obwohl er in Texas nur ungefähr halb so viel Medienaufmerksamkeit wie Donald Trump bekam, ist das Argument des „Hometown Hero" wohl ausschlagekräftiger.

Vermont: Auch Sanders gewann die Vorwahlen in seinem Heimatstaat, obwohl er weniger in den Medien vertreten war als seine Konkurrentin Hillary Clinton.

Eines ist klar: Sichere Prognosen zu diesem Wahlkampf kann man momentan kaum treffen. Wie sähe Ihre Interpretation der Medienberichterstattung über den US-Wahlkampf aus?

Super Tuesday Results


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