Recherche-Irrtümer: „Ich kenne meine Kunden, Lieferanten und die Märkte“

Weit verbreitete Irrtümer in der Recherche - Teil 1

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Es geht nichts über eine gewachsene Geschäftsbeziehung. Sie ist oft Grundlage des Unternehmenserfolges. Als Geschäftsmann wollen Sie schließlich wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Nein, Sie wollen es nicht nur wissen, Sie müssen es wissen.

Denn Sie sind verpflichtet, gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise das deutsche Geldwäschegesetz einzuhalten. Durch die Globalisierung Ihrer Geschäftstätigkeit gelten für Ihr Unternehmen auch Regelungen aus anderen Ländern, wie die Antikorruptionsgesetze UK Bribery Act und Foreign Corrupt Practises Act (FCPA), sofern Ihre Geschäftsaktivitäten direkt oder über Tochter- beziehungsweise Subunternehmen oder deren Mitarbeiter mit Korruption in Verbindung gebracht werden. Aus diesem Grund ist die Überprüfung aller Beteiligten in Ihren Geschäftsprozessen auf Korruption und Bestechlichkeit erforderlich. Außerdem müssen Sie auch wissen, ob es sich bei Ihren Geschäftspartnern um „politisch exponierte Personen (PEP)" handelt, um gegebenenfalls strengere Vorgaben zur Sorgfaltspflicht einzuhalten.

Akribisch verfolgen die nationalen Behörden dieser Länder Verstöße gegen die Korruptionsgesetze. Kommt eines Ihrer Partner- oder Subunternehmen damit in Berührung, ist auch Ihr Unternehmen davon betroffen. Vor Gericht hilft es leider wenig, wenn der Betrieb einen guten Leumund hat und bei den gewachsenen Lieferantenbeziehungen bislang keine Verstöße vorlagen. Denn vor Gericht stehen die Unternehmensverantwortlichen in der Pflicht, den Nachweis für eine Überprüfung zu liefern. Sind sie dazu nicht in der Lage, drohen Strafen. Hinzu kommt ein nicht zu unterschätzender Image-Schaden.

Auch wenn Sie der Meinung sind, dass Sie Ihre Kunden, Lieferanten und Märkte gut kennen, sollten Sie berücksichtigen, dass gerade von Lieferanten, die weiter von den wichtigsten direkten Lieferanten eines Unternehmens entfernt sind, die größten Risiken ausgehen können. Eine Umfrage des Business Continuity Institute ergab, dass die Ursache einer Unterbrechung der Lieferkette in knapp 40 Prozent aller Fälle bei Tier-2- und Tier-3-Lieferanten liegt. Das bedeutet, dass Lieferkettenprobleme sich praktisch jederzeit überall auf der Welt bei jedem Lieferanten ergeben können. Dies lässt sich ebenso auf mögliche Verstrickungen in Korruptionsfälle übertragen.

Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser und in diesem Fall sogar unternehmerische Pflicht. Sie erfüllen sie, indem Sie Ihre Drittlieferanten einer rigorosen Due-Diligence-Prüfung unterziehen und in die laufende Überwachung dieser Lieferanten investieren.

Erfahren Sie mehr dazu in unserem ausführlichen Whitepaper „Due Diligence bei der Überprüfung und Überwachung von Lieferanten" sowie in unseren weiteren Blogbeiträgen der Reihe „Weit verbreitete Irrtümer in der Recherche":


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.

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